Asthma bronchiale
Asthma bronchiale (kurz: Asthma), ist eine chronische Lungenkrankheit. Die unteren Atemwege sind dabei chronisch entzündet. Gleichzeitig ist die Lunge gegenüber verschiedenen Reizen übermäßig empfindlich. Fachleute nennen dies „bronchiale Hyperreagibilität“. Diese Übererregbarkeit der Atemwege führt anfallsweise zur Verengung der Bronchien, wodurch die typischen Asthma-Symptome entstehen.
Wissenschaftliche Beratung:
Prof. Dr. Erika von Mutius, Helmholtz Munich, Klinikum der Universität München
Dr. med. Nicole Maison, Helmholtz Munich, Klinikum der Universität München
Asthma bronchiale (kurz: Asthma), ist eine chronische Lungenkrankheit. Die unteren Atemwege sind dabei chronisch entzündet. Gleichzeitig ist die Lunge gegenüber verschiedenen Reizen übermäßig empfindlich. Fachleute nennen dies „bronchiale Hyperreagibilität“. Diese Übererregbarkeit der Atemwege führt anfallsweise zur Verengung der Bronchien, wodurch die typischen Asthma-Symptome entstehen.
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Was wissen Sie bereits über Asthma?
Fünf Fragen zu Asthma bronchiale - testen Sie Ihr Wissen mit unserem Quiz.
Video: Was passiert im Körper bei obstruktiven Lungenkrankheiten?
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Transkript: Was passiert im Körper bei obstruktiven Lungenkrankheiten wie COPD oder Asthma?
Viele Menschen leben mit einer Lungenerkrankung, bei der die Atemwege dauerhaft oder anfallsartig wiederkehrend verengt sind. Zu diesen sogenannten obstruktiven Lungenkrankheiten zählen unter anderem COPD oder Asthma.
Ursache der Atemwegsverengung ist eine Entzündung der Schleimhaut, die die Atemwege auskleidet. Die Entzündung führt dazu, dass die Schleimhaut anschwillt und mehr Schleim entsteht. Die Muskelschicht der Bronchien verkrampft sich zusätzlich und verengt die Atemwege damit weiter. Betroffenen fällt das Atmen schwer - besonders das Ausatmen. Auch Husten und ein Engegefühl in der Brust können Zeichen einer obstruktiven Lungenkrankheit sein.
Sind die Bronchien verengt, gelangt nicht nur weniger Luft in die Lunge. Auch die eingeatmete Luft kann nicht mehr vollständig abgeatmet werden. Die Lunge überbläht sich wie ein Luftballon, der zu stark aufgeblasen wird. Die feinen Lungenbläschen erweitern sich und werden schließlich zerstört. Fachleute sprechen dann von einem Lungenemphysem.
Damit es nicht so weit kommt, ist es wichtig, die Atemwegsverengung frühzeitig zu behandeln. Medikamente können teilweise helfen, die Symptome zu lindern. Es gibt bronchienerweiternde und entzündungshemmende Wirkstoffe, meist in Form von Sprays zum Einatmen.
Moderne Antikörpertherapien können spezielle Formen der Entzündung gezielt unterdrücken. Für bestimmte Typen von Asthma und COPD gibt es inzwischen zielgerichtete Antikörper, die unter die Haut gespritzt werden. Sie wirken jedoch nicht bei allen Entzündungsarten. Deshalb arbeiten Forschende an neuen Wirkstoffen, damit alle Betroffenen genau die Behandlung erhalten, die sie benötigen.
Was bedeutet Asthma?
Bereits vor zweieinhalbtausend Jahren verwendete der griechische Arzt Hippokrates den Begriff Asthma für Atemnot und vorübergehende Kurzatmigkeit. Übersetzt bedeutet er sinngemäß "Beklemmung" oder "Keuchen".
Video: Asthma kurz und verständlich
Interview mit Prof. Klaus Rabe
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Transkript: Asthma - kurz und verständlich
Was ist Asthma? Asthma ist eine entzündliche Erkrankung des Atemwegs. Das kann man sich so vorstellen: Innerhalb des
Atemweges befindet sich eine Schleimhaut. Wir nennen sie Mukosa. Der Grund für das Asthma ist sehr wahrscheinlich in allen Formen, in allen Lebensaltern eine Entzündung innerhalb dieser Mukosa, dieser Schleimhaut. Es betrifft vor allen Dingen die Atemwege.
Dadurch, dass es ein entzündliche Veränderung des Atemweges ist, kommt es zu verschiedenen Symptomen: Patienten können Husten haben. Sie können ein Druckgefühl über der Lunge haben. Sie können merken, dass der Atemweg enger wird. Das führt manchmal zu Geräuschen - giemenden Nebengeräuschen, wie wir das so schön nennen. Es führt auch dazu, dass so ein Atemweg empfindlicher wird gegenüber anderen Dingen, also wenn zum Beispiel jemand eine Allergie hat, wird der Atemweg eng und man hustet, wenn man Allergene einatmet. Wenn man einen Infekt hat, hat man mehr Symptome als jemand anderes. Also - Enge der Atemwege, giemende Atemgeräusche, Druck über dem Brustkorb, Husten. Das sind die Hauptsymptome eines Patienten mit Asthma.
Welche Formen von Asthma gibt es? Prinzipiell muss man davon ausgehen, dass die Erkrankung eigentlich in jedem Lebensart auftreten kann. Wir kennen Kinder, die sehr früh in den ersten Lebenswochen erkranken. Wir kennen auch zunehmend Patienten, die in hohem Lebensalter - 80 plus - ganz neu ein Asthma bekommen. Also alle Lebensalter. Es gibt eine "alte" Einteilung: das allergische und das nicht allergische Asthma. Diese Unterscheidung kommt so ein bisschen in die Jahre, weil die Allergie und sogenannte Biomarker nicht unbedingt passen zu Schweregrad und auch zu Asthmatypen. Wie sind heute mehr dabei, verschiedene Entzündungsformen, gemessen an sogenannten Biomarkern - möglicherweise in der exhalierten Luft, exhaliertes NO oder Blutmarker wie eosinophile Granulozyten - dass man Entzündungstypen unterscheidet und damit das Asthma eine neue Kategorisierung erfährt. Wir sprechen heute zum Beispiel nicht so sehr vom allergischen nicht allergischen sondern wir sprechen häufig auch vom Typ 2- oder Nicht Typ 2-Asthma, basierend auf unsere Erkenntnis über Entzündungsvorgänge.
Wie wird Asthma festgestellt? Die Frage ist gut, weil da gibt es natürlich verschiedene Wege. Erstmal merken manchmal Patienten selber, dass etwas nicht in Ordnung ist: Husten, Aufwachen in der Nacht weil es giemt und pfeift, wenn die Katze kommt oder Pollen fliegen. Das lenkt den Hinweis schon da drauf. In aller Regel ist es natürlich so, dass es eine ärztliche Diagnose ist, abhängig vom Schweregrad, häufig auch beim Allgemeinmedizin ober beim Familienmediziner. Die Diagnose wird gestellt über eine sorgfältige Anamnese. Was ist es denn, was die Erkrankung schlechter macht? Gibt es ein familiäres Risiko? Gibt es eine atopische Dermatitis als Begleiterkrankung? Hat es sowas schon in der Vergangenheit gegeben als symptomatische Episode? Darüber hinaus schaut man nach der Lungenfunktion, wobei man wissen muss, dass auch beim schweren Asthma die Lungenfunktion zwischendurch normal sein kann. Das ist ein Hinweis dafür, aber auch eine normale Lungenfunktion zum Beispiel schließt ein Asthma nicht aus. Das Dritte, was wir testen, ist die Empfindlichkeit des Atemweges. Da gibt es standardisierte Verfahren dazu, indem man durch Einatmung von chemischen Substanzen nachweisen kann, dass der Atemweg bei einer geringeren Konzentration eng wird im Vergleich zu einem Gesunden. Das Vierte sind Biomarker: exhaliertes NO - habe ich erwähnt, in der Ausatemluft. Das NO wird in der Epithelzelle dieser Schleimhaut gemacht. Blutmarker: hohes IgE als Hinweis für eine Allergie, Eosinophile als Hinweis auf einen chronischen entzündlichen Prozess. Dieses sind die Kriterien: Geschichte (Anamnese wie wir das nennen), physiologische Untersuchungen, wie die Lungen funktionieren. Empfindlichkeit, aber eben auch biologische Parameter wie sogenannte Biomarker. Dieses zusammen ergibt die Diagnose eines Asthmas.
Das Asthma besteht aus einer entzündlichen Komponente. Diese entzündliche Komponente des Atemwegs führt zu physiologische Veränderungen. Zum Beispiel die Atemwegsenge und tatsächlich auch die Überempfindlichkeit. Deshalb ist die Basis der Therapie eine entzündungshemmende Therapie. Für viele Patienten sind das inhalierbare Kortikosteroide, die in geringer Dosis über ein Inhalationsgerät in der Lage sind, die Entzündung zu reduzieren und die Symptome zu verbessern. Dieses macht man in Kombination mit einem zweiten Medikament, das den Atemweg erweitert - eine sogenannte LABA-ICS-Medikation bekommen eine ganze Menge Patienten. Bei höherem Schweregrad ist es mittlerweile so, dass man zu dem einen Bronchodilatator "LABA" einen zweiten Bronchodilatator, einen "LAMA", eine langwirksamen Antimuskerinsubstanz zuführt. Dann hat man zwei Bronchodilatatoren und Kortison. Dann spricht man von einer Triple-Therapie. Was die Asthma-Medikation in den letzten Jahren weitestgehend verändert, ich würde sagen revolutioniert hat, ist tatsächlich das, was ich anfänglich sagte, dass Achten auf Entzündungen. Für bestimmte Entzündungstypen haben wir mittlerweile sehr spezifische sogenannte monokonale Antikörper als Biologika-Therapie. Diese ist reserviert die Patienten mit einer schweren Erkrankung (häufigen Exazerbationen) und für bestimmte Typen der Entzündung (Typ 2 versus Nicht Typ 2). Da ist tatsächlich in den letzten Jahren sehr viel passiert, so dass man auch vielen Patienten mit einer schweren Erkrankung beim "richtigen" Entzündungstyp - richtig in Anführungszeichen - kann man tatsächlich sehr sinnvolle Dinge tun. Diese Biologika werden häufig allerdings auch in Kombination mit den Inhalationspräparaten verabreicht, die nach wie vor einen Bronchodilatator und ein entzündungshemmendes Medikament beinhalten.
Was weiß man über Risikofaktoren? Es gibt ein genetisches Risiko. Asthma ist keine genetische Erkrankung, aber es gibt die Häufigkeit oder die Häufungen innerhalb des familiären Konzeptes: Ein Kind das geboren wird von einer Mutter, die eine atopische Dermatitis hat. und einem Vater, der Asthma hat, hat eindeutig ein erhöhtes Risiko eine solche Erkrankung auch zu bekommen. Darüber hinaus ist es so, dass Umgebungsfaktoren wie das Rauchen der Mutter, die Exposition gegenüber Allergenen, häufige Infektionen später im Leben einen Risikofaktor darstellen, so dass man sagen kann, wir kennen beides: Wir kennen endogene Faktoren, genetische also, zum einen, aber auch Umweltfaktoren und exogene Faktoren - Allergene, Exazerbationen durch Infekte, Umwelteinflüsse, Partikel in den urbanisierten Gegenden, die allesamt Risikofaktoren darstellen. Vielfältige Erkrankung - vielfältige Ursachen!
Die Häufigkeit des Asthmas hängt von dem genetischen Hintergrund ab. Es gibt Gegenden dieser Welt, wo die Prävalenz deutlich höher ist als in anderen. Das hat offensichtlich damit zu tun, dass das genetische Risiko zum Beispiel wenn man angelsächsische Gene trägt - in Populationen, die in England leben, aber auch die, die ausgewandert sind nach Australien, Neuseeland, Kanada - das dort ein genetisches Risiko mit besteht. Die Wahrscheinlichkeit an Asthma zu erkranken kann, neben den Risikofaktoren, die ich geschildert habe, ist damit sehr variabel. Wir rechnen damit, dass die Erkrankungshäufigkeit bei Kindern und Jugendlichen in manchen Gegenden bei bis zu zehn Prozent liegt. Das heißt, das ist die häufigste chronisch entzündliche Erkrankung des Kindes- und Jugendalters.
Forschungsansätze gibt es vielfältige. Es gibt sicherlich die Notwendigkeit sehr frühzeitig einzugreifen in diesen Entzündungsprozess, der, wenn er langanhaltend in einem Menschen aktiv ist, Folgeschäden verursacht. Wir wollen verstehen, wie man Asthma bronchiale und seine Entwicklung möglicherweise verhindern kann, dass es gar nicht erst zur Symptomatik kommt. Es gibt Risikofaktoren, so dass wir uns natürlich wünschen, ein Kind oder ein Jugendlicher, von dem man weiß, dass es ein hohes Risiko trägt, kann man davor beschützen einen schlechten Verlauf zu nehmen. Das ist ein wichtiger Punkt. Der zweite Punkt, der sicherlich wichtig ist, ist zu verstehen, wie es kommt, dass manche Betroffene so eine Erkrankung einfach loswerden. Wir wissen, dass bei Kindern zum Beispiel über viele Jahre Ruhe sein kann. Die scheinbar das Asthma bronchiale verloren haben. Diesen Mechanismus würden wir gerne besser verstehen, weil wir würden ihn gerne zugänglich machen für solche Patienten, bei denen das eben nicht passiert. Dritte ist, auch wenn ich Ihnen gesagt habe, dass wir in der Medikamentenentwicklung sehr viel Fortschritte gemacht haben, da sind wir noch lange nicht am Ende der Fahnenstange, wenn Sie mich fragen. Erstens geht es darum, dass man noch mehr solche monoklonalen Antikörper hat. Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt eine Möglichkeit, eine sogenannte Typ 2-Entzündung zu behandeln. Aber es gibt andere Entzündungsformen, wo unsere Antworten deutlich schlechter sind, wo wir tatsächlich hin wollen. Wir setzen diese monoklonalen Antikörper jetzt aufgrund Kostenentwicklung häufig beim schweren Asthma im Erwachsenenalter ein. Es kann sehr gut sein, dass wir viel mehr lernen müssen, ob wir möglicherweise bei einem früheren Einsatz dieser neuartigen Medikamente tatsächlich diese Atopie- und Asthmaentwicklung recht frühzeitig besser und nachhaltiger beeinflussen können. Das heißt, das Feld ist riesig, es wird wirklich langweilig!
Was passiert bei Asthma bronchiale in den Atemwegen?
Asthma-Ursache ist eine anhaltende (chronische) Entzündung der unteren Atemwege. Je nach Auslöser dieser Entzündung lassen sich allergisches und nicht-allergisches Asthma unterscheiden. Mischformen sind möglich. Außerdem ist eine Charakterisierung nach der Art der Entzündungsreaktion in eosinophiles und nicht-eosinophiles Asthma möglich.
Typisch für die Asthma-Symptome ist, dass sie anfallsartig auftreten und sich wieder zurückbilden. Zeiten mit Beschwerden und beschwerdefreie Intervalle wechseln sich ab.
Mehr zu den Grundlagen von Asthma bronchiale – Ursachen, Symptome, Formen
Asthma-Diagnose: Wie wird Asthma bronchiale festgestellt?
Erste Hinweise darauf, dass ein Asthma bronchiale vorliegen könnte, geben die geschilderten Symptome. An ein Gespräch zur Krankengeschichte (Anamnese) können sich verschiedene Untersuchungen wie Lungenfunktionsprüfungen oder ein Allergietest anschließen.
Video: Lungenfunktionstest - so lässt sich Asthma feststellen
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Welche Möglichkeiten der Asthma-Behandlung gibt es?
Bisher ist Asthma bronchiale nicht heilbar. Dank moderner Medikamente ist es aber in der Regel gut behandelbar. Eine individuell abgestimmte Asthma-Therapie ermöglicht vielen Betroffenen ein weitgehend beschwerdefreies Leben. Die Behandlung verläuft nach einem Stufenschema mit fünf Therapiestufen bei Erwachsenen beziehungsweise sechs Therapiestufen bei Kindern und Jugendlichen.
Für die Behandlung stehen verschiedene Asthma-Medikamente zur Verfügung, die sich grundsätzlich in zwei Gruppen einteilen lassen:
- bronchienerweiternde Reliever und
- antientzündliche Controller.
Die medikamentöse Therapie wird unterstützt durch nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Asthmaschulungen.
Asthma-Ursachen: Wie entsteht Asthma bronchiale und welche Risikofaktoren gibt es?
Wie genauen Entstehungsmechanismen und Ursachen von Asthma sind noch nicht vollständig entschlüsselt. Es ist jedoch bekannt, dass bestimmte Einflussfaktoren begünstigen, dass Asthma auftritt.
Neben der erblichen Veranlagung sind verschiedene Einflussfaktoren bekannt, die bei der Asthma-Entstehung eine Rolle spielen können. Dazu gehören unter anderem
- Infektionen
- Rauchen und Passivrauchen
- frühkindliche Prägung, zum Beispiel früher Beginn einer Allergie
Wie häufig ist Asthma bronchiale?
Wie verbreitet Asthma ist, ist weltweit sehr unterschiedlich. In vielen Regionen hat die Asthma-Häufigkeit in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen. In westlichen Ländern steigt sie jedoch seit einigen Jahren nicht weiter an.
In Deutschland leben etwa 3,5 Millionen Menschen mit Asthma. Verschiedene Gründe führen jedoch dazu, dass die Angaben von Studie zu Studie schwanken können.
Woran wird zu Asthma bronchiale geforscht?
Obwohl Asthma bronchiale schon sehr lange bekannt ist, gibt die Krankheit der Wissenschaft bis heute viele Rätsel auf. Ziel der Forschenden weltweit ist es, die molekularen und zellulären Mechanismen der Asthma-Entstehung zu verstehen und dieses Wissen für die Entwicklung neuer, effizienter Therapien zu nutzen.
Wissenschaftsteams suchen unter anderem nach Möglichkeiten, das Asthma-Risiko von Kindern bereits vor der Geburt zu senken. Andere entwickeln neue Medikamente wie monoklonale Antikörper, die sich gezielt gegen die Entzündungsreaktion in den Atemwegen richten.
Asthma bei Kindern
Asthma ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Bei den meisten Betroffenen treten die ersten Symptome bereits vor dem fünften Lebensjahr auf. Häufig wird Asthma bei Kindern jedoch übersehen oder zu spät behandelt, da es mit Atemwegsinfekten verwechselt werden kann.
Video: Asthma früher erkennen und vorbeugen
mit PD Dr. Constanze Jakwerth
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Transkript: 2025 Erblicher Risikofaktor entdeckt Asthma früher erkennen und vorbeugen
Asthma bei Kindern entsteht häufig dort, wo das Immunsystem zuerst mit der Umwelt in Kontakt kommt, nämlich an der Nasenschleimhaut.
Wenn diese Barriere gestört ist, können selbst harmlose Virusinfektionen, die zum Beispiel durch Schnupfenviren ausgelöst werden, eine Entzündung bewirken, die sich festsetzt und Asthma begünstigt. Bei manchen Kindern ist diese Schutzfunktion genetisch beeinträchtigt.
Das heißt, sie haben von ihren Eltern einen Risikofaktor vererbt bekommen.
Ein zentraler Risikofaktor ist eine Veränderung im sogenannten 17 q 21 Genbereich.
Diese beeinflusst gezielt, wie Zellen in der Schleimhaut auf Virusinfektionen reagieren und schwächt dadurch die frühe Immunabwehr.
Das eröffnet neue Möglichkeiten: Es wird verstärkt nun daran geforscht, wie diese Kinder mit erhöhtem Risiko in Zukunft zum einen früh erkannt werden, aber auch ganz gezielt behandelt werden können -
sogar noch bevor sich die Krankheit im Schulalter entwickelt. Das ist ein sehr wichtiger Schritt hin zu einer Medizin, die früher ansetzt und besser auf das einzelne Kind zugeschnitten ist.
Es gib einige Besonderheiten, die es erschweren, die Asthma-Diagnose bei Kindern zu stellen. Bei kleinen Kindern ist zum Beispiel ein Lungenfunktionstest oft noch nicht möglich. Generell sind bei der Untersuchung von Kindern mehr Geduld, Motivation und Erfahrung notwendig. Daher ist es sinnvoll, für die Asthma-Diagnose eine kinderpneumologisch ausgerichtete Praxis oder Klinik aufzusuchen.
Wie stellt man Asthma bei Kindern fest?
Die Asthma-Behandlung sollte möglichst frühzeitig beginnen. Dafür stehen Bedarfsmedikamente und Langzeitmedikamente zur Verfügung. Für Kinder und Jugendliche gibt es ein eigenes Therapie-Stufenschema.
Asthma-Therapie: Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen
Weitere Infos zu Asthma bronchiale
- Bundesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE von Menschen mit Behinderung, chronische Erkrankung und ihren Angehörigen e.V.
- Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
- Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V.
- Deutsche Atemwegsliga e.V.
- Deutsche Lungenstiftung e.V.
- Lungensport AG in Deutschland e.V.
- Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS)
- Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V.
- Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V.
- Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.
- Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e.V.
- Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie e.V.
Quellen
- Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma – Langfassung (PDF), 4. Auflage, 2020, Version 1
- Lommatzsch, M. et al.: S2k-Leitlinie zur fachärztlichen Diagnostik und Therapie von Asthma 2023. AWMF Registernummer 020-009, Stand: 03/2023
- Global Strategy for Asthma Management and Prevention (PDF), Updated 2023. Global Initiative for Asthma (GINA), Stand: 07/2023
- Global Asthma Network: The Global Asthma Report (PDF) 2022
- Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO): Gesundheitsatlas Deutschland. Asthma bronchiale. Berlin 2020
Letzte Aktualisierung: 06.05.2024