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Mirko Vitali - stock.adobe.com

Wie viele junge Menschen rauchen noch?

Wie hat sich der Anteil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die rauchen über die Jahre verändert? Eine Repräsentativbefragung hat den Suchtmittelkonsum von 12- bis 25-Jährigen in Deutschland untersucht. Herausgekommen ist: Immer weniger junge Menschen rauchen. Allerdings ist der Konsum von Cannabis vor allem unter jungen Erwachsenen angestiegen.

Seit den 1970er Jahren wird im Rahmen des Alkoholsurveys der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) regelmäßig der Gebrauch von Suchtmitteln der 12-bis 25-jährigen Bevölkerung erhoben. Im Sommer dieses Jahres erschienen die jüngsten Ergebnisse des Alkoholsurveys 2021, in dem 7.002 junge Menschen von April bis Juni 2021 via Telefon befragt wurden. Aufbauend auf früheren Befragungen schreibt er Trends im Konsum von Alkohol, Zigaretten sowie Wasserpfeifen, E-Zigaretten, E-Shishas, Tabakerhitzern und Cannabis fort.

 

Immer weniger Jugendliche rauchen Zigaretten

Immer weniger 12- bis 17-jährige Jugendliche rauchen gelegentlich oder regelmäßig. So gaben im aktuellen Survey 6,1 % der Jugendlichen an, zu rauchen. 20 Jahre zuvor waren es noch 27,5 Prozent. In diesem Zusammenhang steigt der Anteil der Jugendlichen, die noch nie geraucht haben seit 2001 stetig an und liegt im Jahr 2021 bei 82,9 Prozent.

Auch der Konsum von Wasserpfeifen, E-Zigaretten und E-Shishas geht in der jüngeren Altersgruppe seit 2016 wieder zurück. Bei den jungen Erwachsenen von 18 bis 25 Jahren ist der Anteil an Rauchenden zwar langfristig gesunken, jedoch stagniert dieser Rückgang seit 2014. Im Jahr 2001 rauchte noch fast die Hälfte (44,5 %) der Befragten. Im Jahr 2021 war es noch ein knappes Drittel (29,8 %).

Nach deutlichen Anstiegen zwischen 2008 (7,8 %) und 2018 (20,7%) konsumierten in 2021 (14,5%) auch deutlich weniger Jugendliche Wasserpfeifen. Der Anteil junger Erwachsener, die in den letzten 30 Tagen E-Zigaretten und E-Shishas geraucht haben, ist im Vergleich zu 2018 nur unwesentlich gesunken.

 

Cannabiskonsum bei jungen Erwachsenen auf höchstem Wert seit 1973

Dagegen konsumieren immer mehr Jugendliche Cannabis: Waren es im Jahr 2001 noch 35,3 Prozent der 18- bis 25-Jährigen, so griffen im Jahr 2021 50,8 Prozent zu dem Suchtmittel. Der Anteil junger Erwachsener, die in den letzten 30 Tagen vor der Befragung Cannabis konsumiert haben, hat sich seit dem letzten Tiefstand von 4,5 Prozent im Jahr 2008 fast verdreifacht auf 12,0 Prozent im Jahr 2021.

Bei den 12-bis 17-Jährigen stagniert der Trend seit 2014: 9,1 Prozent haben schon einmal Cannabis probiert. Der Anteil Jugendlicher, die in den letzten 30 Tagen Cannabis konsumiert haben, hat sich seit dem Jahr 2010 fast verdoppelt von 1,7 Prozent auf 3,5 Prozent.

 

Monitoring notwendig für Präventionsarbeit

Aufgrund der Wachstumsphase im Jugendalter ist diese Altersgruppe besonders empfänglich für schädliche Auswirkungen von Suchtmitteln. So kann Tabakrauch unter anderem die noch nicht vollständig entwickelten Atemwege schädigen und Cannabis langfristig zu einer Verminderung der Lungenfunktion beitragen. Viele Jugendliche probieren Alkohol, Tabak oder Cannabis erstmals aus. Verfestigt sich der Konsum, können Abhängigkeiten entstehen. Um den negativen Folgen des Gebrauchs von Suchtmitteln vorbeugen zu können, ist es notwendig, aktuelle und langfristige Trends im Konsum zu beobachten.

 

Quelle:

  • Orth, B. et al. (2022). Der Substanzkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland. Ergebnisse des Alkoholsurveys 2021 zu Alkohol, Rauchen, Cannabis und Trends. BZgA-Forschungsbericht, doi.org/10.17623/BZGA:Q3-ALKSY21-DE-1.0