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Michael Haggenmueller
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Klimatherapie: Höhe, Seeluft und Höhlen

Die Idee, eine "Luftveränderung" könne Lungenpatienten helfen, ist alt. Das Lungenhospital im Schweizer Kurort Davos hat es beispielsweise durch Thomas Manns Roman "Zauberberg" zu Berühmtheit gebracht: Seit Jahrzehnten schickt man kindliche Asthmatiker für die Ferien an Nord- oder Ostsee. Auch die sogenannte Speleotherapie in Höhlen oder aufgelassenen Bergwerksstollen blickt in Europa auf eine rund 200-jährige Tradition zurück.

Die Idee, eine "Luftveränderung" könne Lungenpatienten helfen, ist alt. Das Lungenhospital im Schweizer Kurort Davos hat es beispielsweise durch Thomas Manns Roman "Zauberberg" zu Berühmtheit gebracht: Seit Jahrzehnten schickt man kindliche Asthmatiker für die Ferien an Nord- oder Ostsee. Auch die sogenannte Speleotherapie in Höhlen oder aufgelassenen Bergwerksstollen blickt in Europa auf eine rund 200-jährige Tradition zurück.

Diesen Kurorten, egal ob unter der Erde, an der See oder in den Bergen, ist gemeinsam, dass die Atemluft dort etwas anders zusammengesetzt ist. Allgemein enthält sie weniger Allergene und Schadstoffe als in weiten Teilen der Welt. Das sind günstige Voraussetzungen, um Entzündungen schneller abklingen zu lassen. Und so die überschießende Reaktion von Atem- und Immunsystem zurückzuschrauben. Am Meer enthält die Luft außerdem mehr Salz und mehr Feuchtigkeit, was zähflüssigen Schleim in der Lunge verringern kann. Diese positiven Effekte auf den Atemapparat verschwinden allerdings in der Regel bereits kurz nach der Heimkehr wieder. Von der Erholung können die Patienten dagegen auch länger profitieren.

Trotz der sehr langen Erfahrungen mit diesen Kuraufenthalten gibt es kaum wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit der Therapieform überprüft haben. Bei kleineren Untersuchungen lagen oft methodische Mängel wie eine fehlende Kontrollgruppe vor. Asthma-Patienten zeigten in der Studie eher eine temporäre Stabilisierung der Krankheit und eine Besserung der Symptome. Ob sich auch längerfristig positive Effekte auf die Gesundheit ergaben, wurde bei keiner der Studien untersucht.

Quellen

Letzte Aktualisierung: 21.03.12