Lungs preparation

Lungentransplantation: Grundlagen

Die Lungentransplantation ist eine Operation mit hohem Komplikationsrisiko und es gibt nur wenige Spenderlungen.

Die Transplantation der Lunge kommt daher nur für Patient:innen mit einer Lungenerkrankung im Endstadium in Frage, bei denen alle anderen therapeutischen Möglichkeiten bereits ausgeschöpft sind. Auf anderem Wege ist bei diesen Personen also keine Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr zu erzielen, und ihre Lebenserwartung ist eingeschränkt.

Insbesondere trifft dies auf Menschen mit Mukoviszidose, Lungenemphysem, Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, Lungenhochdruck oder verschiedenen Formen der Lungenfibrose zu.

Wissenschaftliche Beratung:
Prof. Dr. med. Jens Gottlieb, Medizinische Hochschule Hannover

Die Lungentransplantation ist eine Operation mit hohem Komplikationsrisiko und es gibt nur wenige Spenderlungen.

Die Transplantation der Lunge kommt daher nur für Patient:innen mit einer Lungenerkrankung im Endstadium in Frage, bei denen alle anderen therapeutischen Möglichkeiten bereits ausgeschöpft sind. Auf anderem Wege ist bei diesen Personen also keine Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr zu erzielen, und ihre Lebenserwartung ist eingeschränkt.

Insbesondere trifft dies auf Menschen mit Mukoviszidose, Lungenemphysem, Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, Lungenhochdruck oder verschiedenen Formen der Lungenfibrose zu.

Wissenschaftliche Beratung:
Prof. Dr. med. Jens Gottlieb, Medizinische Hochschule Hannover

Video: Lungentransplantation - kurz und verständlich

Interview mit Prof. Nikolaus Kneidinger

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Transkript: Lungentransplantation - kurz und verständlich

Die Lungentransplantation ist ein therapeutisches Verfahren, in dem eine erkrankte Lunge, die die Funktion nicht mehr aufrechterhalten kann, durch eine neue Lunge von einem Spender ersetzt wird.

Eine Lungentransplantation kommt für Patienten in Frage, die eine chronische Lungenerkrankung haben, für die es keine weiteren therapeutischen Möglichkeiten mehr gibt. Für eine Lungentransplantation kommen allerdings nur Patienten in Frage, die keine relevanten Begleiterkrankungen haben. Das sind Erkrankungen, die den Transplantationserfolg beeinflussen können. Und für Patienten, die nicht zu alt sind. Deswegen ist unsere Altersgrenze zwischen 65 und 70 Jahren. Vorrangig wird aber das biologische und weniger das chronologische Alter betrachtet.

Die Komplikationen einer Lungentransplantation sind sehr vielfältig. Während in der Frühphase der Transplantation operative Schwierigkeiten auftreten können, Infektionen auftreten können, sind in der Spätphase der Transplantation eher chronische Abstoßungsreaktion der limitierende Faktor.

Komplikationen die im Rahmen der Transplantation, also der Operation auftreten, sind häufig Komplikationen, die mit der Narkose in Verbindung zu setzen sind. Aber auch Blutungskomplikationen und Wundheilungsstörungen.

Nach einer Lungentransplantation ist eine sehr engmaschige Nachsorge notwendig. Patienten müssen sogenannte Immunsuppressiva einnehmen. Das sind Medikamente, die das Immunsystem bewusst reduzieren, damit das eigene Immunsystem die transplantierte Lunge nicht abstößt. Das heißt, es gibt ein engmaschiges Monitoring der Immunsuppression und es gibt einen engmaschiges Monitoring der Funktion der transplantierten Lunge. Diese Nachsorge findet im Wesentlichen im Transplantationszentrum in sehr engmaschigen Abständen statt.

Die Erfolgsaussichten nach einer Lungentransplantation sind mittlerweile sehr gut. Wenn man Registerdaten aus den letzten zwei Jahrzehnten betrachtet, ist das mittlere Überleben eines Patienten auf Lungentransplantation 7 bis 8 Jahre. Mittlerweile ist zu erwarten, dass Patienten, die heute transplantiert werden, Lebenserwartungen von deutlich über zehn Jahren haben. Wir haben mittlerweile die ersten Patienten, die 20 bis 25 Jahre sehr erfolgreich transplantiert sind.

Die Lebensqualität ist im Vergleich zu vor der Transplantation sehr gut. Es gibt natürlich Einschränkungen, die auftreten, die mit Nebenwirkungen der vielen Medikamente zu tun haben, die auch mit Langzeitfolgen der immunsuppressiven Therapie wie Nierenfunktionstörungen, das Auftreten von Tumorerkrankungen und auf dem Auftreten von chronischer Abstoßung zu tun haben. Aber im Vergleich zu vor der Transplantation ist es ein deutlicher Zugewinn der Lebensqualität.

Die Forschungsansätze zu Lungentransplantation sind sehr vielfältig und begleiten einen Patienten auf seiner gesamten Reise: vom Patienten mit einer Lungenerkrankung im Endstadium bis zur chronischen Abstoßung nach der Lungentransplantation. Zum einen gibt es Ansätze, Patienten noch besser vorzubereiten für eine Lungentransplantation, Begleiterkrankungen besser zu behandeln. Nach der Transplantation gibt es erfolgreiche Ansätze auch das Auftreten von chronischen Abstoßungsreaktionen frühzeitig zu erkennen und frühzeitig behandeln zu können.

Wer kann eine Lungentransplantation bekommen?

Potenzielle Kandidat:innen für eine Lungentransplantation sollten gesundheitlich stabil genug sein, um die schwere Operation gut zu überstehen.

Ebenfalls sehr wichtig ist die Motivation, nach dem Eingriff zuverlässig verschiedene immunsuppressive Medikamente einzunehmen – und zwar ein Leben lang – und die entsprechenden Nachuntersuchungen wahrzunehmen.

Zum Zeitpunkt der Operation waren nach aktuellen Statistiken der internationalen Gesellschaft für Herz- und Lungentransplantation (ISHLT) die von Januar 2000 bis Juni 2013 transplantierten Patient:innen weltweit im Durchschnitt 55 Jahre alt.

Der Anteil der Transplantierten über 60 ist seit der Jahrtausendwende vor allem in den USA deutlich gestiegen und lag im ersten Halbjahr 2010 bei rund 33 Prozent.

Lungentransplantation: Ausschlusskriterien

Patient:innen mit schweren Begleiterkrankungen, die die Erfolgsaussichten der Lungentransplantation deutlich verringern, werden im Allgemeinen ausgeschlossen. Das betrifft zum Beispiel

  • Tumorleiden,
  • Sepsis,
  • das Versagen anderer Organe.

Auch aktives Rauchen, Alkohol- oder Drogenmissbrauch gelten als Ausschlusskriterium für eine Lungentransplantation, als absolute Kontraindikation wie man in der medizinischen Fachsprache sagt.

Ärzte und Ärztinnen müssen die Risiken der Operation und den zu erwartenden Nutzen – das heißt die Chance einer deutlichen Verbesserung der Überlebenswahrscheinlichkeit und der Lebensqualität – sorgfältig gegeneinander abwägen.

Vorbereitung auf eine Lungentransplantation

Der behandelnde Lungenfacharzt oder die behandelnde Lungenfachärztin überweist Patient:innen, die für eine Transplantation in Frage kommen, für gewöhnlich an ein Transplantationszentrum. Denn nur in diesen spezialisierten Einrichtungen kann und darf die Operation überhaupt durchgeführt werden. 

Im Transplantationszentrum wird der Gesundheitszustand noch einmal eingehend überprüft.

Wenn die Voruntersuchungen positiv ausfallen, werden die Patient:innen bei der Eurotransplant-Zentrale in den Niederlanden gemeldet. Diese gemeinnützige Organisation vermittelt und koordiniert die Vergabe von Spenderorganen in mehreren europäischen Ländern, unter anderem auch in Deutschland und Österreich.

So werden Spenderorgane vergeben: Der Lungen-Allokations-Score (LAS)

Seit 2011 gilt zur Vergabe einer Spenderlunge der sogenannte LAS (Lungen-Allokations-Score).

Mit Hilfe dieses Bewertungsbogens werden die Dringlichkeit und die Erfolgsaussichten einer anstehenden Lungentransplantation bewertet.

Die erforderlichen Daten sind unter anderem:

  • Alter, Größe, Gewicht,
  • Laborwerte, Untersuchungsergebnisse,
  • Art der Lungenerkrankung und
  • Schweregrad der Lungenfunktionsstörung,
  • Sauerstoffbedarf
  • Beatmung
  • Nierenfunktion,
  • Fähigkeit, Tätigkeiten des täglichen Lebens auszuführen

Mit Hilfe dieses Bewertungssystems kann der Wartelistenstatus transparent gestaltet und objektiviert werden. Zur Berechnung des LAS leitet das Transplantationszentrum die Patientendaten an das Vermittlungszentrum weiter, welches den Score erhebt.

Steht der/die Patient:in bei Eurotransplant dann auf der Warteliste für Lungentransplantationen, beginnt die Suche nach einem geeigneten Organ.

Lungentransplantation: Wartezeit

Wie lange es dauert, bis einer Patientin/ einem Patienten eine Spenderlunge angeboten wird, hängt von vielen Parametern ab, so dass eine generelle Aussage zur Wartezeit bei Lungentransplantationen kaum möglich ist:

  • Größe, Blutgruppe und verschiedene Gewebemerkmale des Spenderorgans müssen zum Empfänger/zur Empfängerin passen.
  • Ebenso wird berücksichtigt, wie dringend die Operation benötigt und wie die Erfolgsaussicht ist - also das Ergebnis des Lung Allocation Scores (LAS).

Ist eine Spenderlunge gefunden, bleibt nur wenig Zeit - in der Regel weniger als zwölf Stunden - bis zur Lungentransplantation. Denn die Lungenflügel können außerhalb des Körpers nicht so lange konserviert werden wie etwa Nieren, da Lungenzellen nur vorübergehend das Fehlen der Blut- beziehungsweise Sauerstoffversorgung verkraften.

Historie der Lungentransplantation

Bereits 1963 führte der Amerikaner James Hardy die erste Operation durch, bei der einem Menschen ein fremder Lungenflügel übertragen wurde. Der Empfänger verstarb jedoch früh und das Verfahren blieb bis in die 1980er Jahre hinein experimentell. Die wenigen Patient:innen, bei denen der Eingriff versucht wurde, überlebten meist nur einige Wochen.

Erst die Einführung von Ciclosporin, dem ersten Medikament, das wirksam die Immunabwehr unterdrückte und so einer Abstoßung des fremden Organs entgegenwirkte, brachte Anfang der 1980er Jahre eine Wende. 1983 wurde in Toronto die erste erfolgreiche Transplantation eines einzelnen Lungenflügels vorgenommen.

Die internationale Gesellschaft für Herz- und Lungentransplantation (ISHLT) verzeichnet in ihrer Statistik seit Mitte der 1980er Jahre bis Juni 2016 weltweit knapp über 60.100 Lungentransplantationen.

Mehr zur Lungentransplantation

Wie verläuft die Operation?

Lungentransplantation - Die Operation

Lungentransplantationen werden in Transplantationszentren durchgeführt. Die Operation ist anspruchsvoll und dauert mehrere Stunden.

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Welche Komplikationen können bei einer Lungentransplantation auftreten?

Komplikationen

Eine Lungentransplantation ist mit Risiken verbunden. Mögliche Komplikationen sind Abstoßung oder auch das chronische Transplantatversagen (CLAD).

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Lebenslange Immunsuppression unabdingbar

Immunsuppression bei Lungentransplantation

Nach einer Lungentransplantation müssen die Patient:innen dauerhaft Immunsuppressiva einnehmen, damit das neue Organ nicht abgestoßen wird.

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Überlebensraten und Erfolgsaussichten

Erfolgsaussichten einer Lungentransplantation

Das Überleben nach einer Lungentransplantation hängt von vielen Faktoren ab, hat sich seit den 1980er Jahren aber kontinuierlich verbessert.

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Wohin geht die Forschung?

Forschungsansätze zur Lungentransplantation

Im Fokus der Forschung zur Lungentransplantation stehen insbesondere die Entstehung und der Verlauf des chronischen Transplantatversagens (CLAD).

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Quellen

  • Chambers, D. C. et al.: The Registry of the International Society for Heart and Lung Transplantation: thirty-first adult lung and heart-lung transplant report—2017. In: Journal of Heart and Lung Transplantation, 2017, 36 (10)
  • Weill, D, et al.: A consensus document for the selection of lung transplant candidates: 2014--an update from the Pulmonary Transplantation Council of the International Society for Heart and Lung Transplantation. In: The Journal of Heart and Lung Transplantation, 2015, Volume 34 (1):1-15

Letzte Aktualisierung: 18.05.2022

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