Lungs preparation

Allergien und Atemwege: Aktuelle Forschungsansätze

Noch sind viele Fragen offen, was Entstehung und damit verbunden neue Möglichkeiten effektiver Therapieformen angeht. Eine entscheidende Frage, nämlich was einen Stoff überhaupt zum Allergen macht, kann bis heute noch nicht genau beantwortet werden. Auch weiß man noch nicht genau, warum zwischen den verschiedenen Allergenen so große Unterschiede in ihrem jeweiligen allergenen Potenzial bestehen.

Wissenschaftliche Beratung: 
Dr. med. Nicole Maison, Helmholtz MunichKlinikum der Universität München
Prof. Dr. Erika von Mutius, Helmholtz MunichKlinikum der Universität München

Noch sind viele Fragen offen, was Entstehung und damit verbunden neue Möglichkeiten effektiver Therapieformen angeht. Eine entscheidende Frage, nämlich was einen Stoff überhaupt zum Allergen macht, kann bis heute noch nicht genau beantwortet werden. Auch weiß man noch nicht genau, warum zwischen den verschiedenen Allergenen so große Unterschiede in ihrem jeweiligen allergenen Potenzial bestehen.

Wissenschaftliche Beratung: 
Dr. med. Nicole Maison, Helmholtz MunichKlinikum der Universität München
Prof. Dr. Erika von Mutius, Helmholtz MunichKlinikum der Universität München

Wichtige Fragestellungen

Auch die Frage, welche besondere Rolle verschiedene Umweltfaktoren wie zum Beispiel Luftschadstoffe oder ein Leben auf dem Bauernhof für das Allergiegeschehen tatsächlich spielen, steht im Blick der Forschenden.

Die immunologischen Mechanismen, welche der Toleranzentwicklung bei der Spezifischen Immuntherapie oder Hyposensibilisierung zugrunde liegen, sind ebenfalls bis heute nicht vollständig verstanden. Und natürlich gehört auch die Suche nach neuen oder besseren Therapiemöglichkeiten zu Forschungsvorhaben rund um Allergien.

Aktuelle Forschung zu Allergien

Hinweis zu Werbung in Videos

Auf Werbeinhalte, die vor, während oder nach Videos von WEBSITE-URL eingeblendet werden, hat WEBSITE-URL keinen Einfluss. Wir übernehmen keine Gewähr für diese Inhalte. Weitere Informationen finden Sie hier.

Transkript: Erblicher Risikofaktor entdeckt: Asthma früher erkennen und vorbeugen

Asthma bei Kindern entsteht häufig dort, wo das Immunsystem zuerst mit der Umwelt in Kontakt kommt, nämlich an der Nasenschleimhaut.
Wenn diese Barriere gestört ist, können selbst harmlose Virusinfektionen, die zum Beispiel durch Schnupfenviren ausgelöst werden, eine Entzündung bewirken, die sich festsetzt und Asthma begünstigt. Bei manchen Kindern ist diese Schutzfunktion genetisch beeinträchtigt.
Das heißt, sie haben von ihren Eltern einen Risikofaktor vererbt bekommen.
Ein zentraler Risikofaktor ist eine Veränderung im sogenannten 17 q 21 Genbereich.
Diese beeinflusst gezielt, wie Zellen in der Schleimhaut auf Virusinfektionen reagieren und schwächt dadurch die frühe Immunabwehr. 
Das eröffnet neue Möglichkeiten: Es wird verstärkt nun daran geforscht, wie diese Kinder mit erhöhtem Risiko in Zukunft zum einen früh erkannt werden, aber auch ganz gezielt behandelt werden können - 
sogar noch bevor sich die Krankheit im Schulalter entwickelt. Das ist ein sehr wichtiger Schritt hin zu einer Medizin, die früher ansetzt und besser auf das einzelne Kind zugeschnitten ist.

Hinweis zu Werbung in Videos

Auf Werbeinhalte, die vor, während oder nach Videos von WEBSITE-URL eingeblendet werden, hat WEBSITE-URL keinen Einfluss. Wir übernehmen keine Gewähr für diese Inhalte. Weitere Informationen finden Sie hier.

Transkript

Mich treibt schon lange die Frage um, warum Kinder überhaupt Asthma und Allergien entwickeln. Wir haben seit vielen Jahren gesehen, dass das nicht der Fall ist, wenn Kinder auf einem traditionellen Bauernhof aufwachsen. Und wir haben in vielen Studien herausgefunden, woran das liegt, nämlich, dass sie sich im Kuhstall schon früh im Leben aufhalten. Das ist aber ein vorbeugender Effekt und was wir nicht untersuchen können ist, ob ein Kind, das schon eine Allergie, ein Asthma hat, auf dem Bauernhof das vielleicht verlieren könnte. Also haben wir Zugriff genommen zu einem Tiermodell, in dem Fall zu der Maus. Was haben wir gemacht? Wir sind in den Kuhstall gegangen und in dem Kuhstall haben wir Proben genommen. Ich sage jetzt mal so salopp, wir haben den Dreck gesammelt und haben diesen Dreck ausgewaschen. Diese Substanzen enthalten keine Allergene mehr. Da kann man nicht mehr drauf allergisch reagieren. Und ja, es ist so: Die allergische Maus ist mit diesem Extrakt behandelbar und zwar so, dass alle diese Asthma-Merkmale, die so typisch sind, nämlich die Atemwegshyperreagibilität und die Atemwegszündung, insbesondere mit den sogenannten Eosenhilenzellen, ganz klar unterdrückt wird. Wir haben hier jetzt den Hinweis, dass wir nicht nur eine Vorbeugung erzielen können, sondern dass wir tatsächlich auch eine Behandlung erzielen können. Jetzt ist so ein Extrakt natürlich vielfältig und enthält zahlreiche Substanzen. Wir haben den hier im Helmholtz Zentrum München nach allen Regeln der Kunst zerlegt und denken, wir haben jetzt doch zwei, drei Substanzen, die tatsächlich diesen Schutz ausmachen. Und das ist jetzt unsere Arbeit: Zu beweisen, dass sie das können und das Ganze in eine Therapieentwicklung zu bringen. Das klingt jetzt alles ganz einfach und ganz logisch. Das ist aber wirklich ein langer Weg, kostspieliger Weg. Aber ich hoffe sehr, dass wir das, was wir in diesen vielen Jahren gelernt haben in der Beobachtung dieser Kinder und dieser Bauernpopulationen, dass wir das wirklich umsetzen können, dass auch Kinder, die von Asthma und Allergien geplagt sind und auch Erwachsene, dass die von so einer Behandlung profitieren könnten.

Neues Wissen aus der Genetik

Einige Gene beeinflussen vermutlich ganz allgemein die Neigung zur Entwicklung allergischer Erkrankungen. Darüber hinaus gibt es aber sehr wahrscheinlich auch Gene, die speziell für eine bestimmte allergische Erkrankung von Bedeutung sind und für andere keine Rolle spielen. Genorte zu finden, die sich auf das Allergierisiko auswirken ist daher ebenfalls zentraler Bestandteil der Forschung zu Allergien.

Ein zentrales Ziel des Deutschen Zentrums für Lungenforschung  ist es Entzündungskaskaden im Lungengewebe und daran involvierte zelluläre Faktoren zu identifizieren. Daraus könnten sich präventive Strategien ableiten lassen.

Aber nicht nur in der Vorsorge auch bei der Behandlung lassen sich durch Genanalysen hilfreiche Informationen gewinnen. So konnten Forschende beispielsweise zeigen, dass bestimmte genetische Varianten dazu führen können, dass Personen besser oder schlechter auf bestimmte Wirkstoffe ansprechen. 

Mehr zu Allergien erfahren Sie beimAllergieinformationsdienst von Helmholtz Munich.

Mehr zu Allergien

Allergien und Atemwege: Grundlagen

Grundlagen

Allergische Erkrankungen gehen auf eine fehlgeleitete Antwort des Immunsystems zurück. Mehr zur Entstehung und Symptomen des allergischen Schnupfens.

Mehr erfahren

Allergien und Atemwege: Diagnose

Diagnose

Wie wird eine allergische Atemwegserkrankung diagnostiziert? Welche Untersuchungen geben Hinweise auf eine Allergie?

Mehr erfahren

Allergien und Atemwege: Behandlung

Therapien

Die wichtigste Maßnahme bei allergischem Schnupfen ist, den Kontakt mit dem verantwortlichen Allergenen möglichst vollständig zu vermeiden.

Mehr erfahren

Allergien und Atemwege: Risikofaktoren

Risikofaktoren

Die Entstehung von Allergien ist ein komplexes Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren. Was sind Risikofaktoren für allergische Erkrankungen?

Mehr erfahren

Allergien und Atemwege: Vorbeugung

Allergieprävention

Was kann einer allergischen Erkrankung der Atemwege vorbeugen?

Mehr erfahren

Allergien und Atemwege: Häufigkeit

Verbreitung

Wie häufig sind allergische Erkrankungen der Atemwege in Deutschland und weltweit?

Mehr erfahren

Quellen

  • Deutsches Zentrum für Lungenforschung: Asthma und Allergien
  • Wang, Alberta L. et al.: DNA methylation is associated with inhaled corticosteroid response in persistent childhood asthmatics. In: Experimental Allergy, 2019, vol. 49 (9)
  • Gürlich, K. et al.: Respiratory and allergic diseases of children: Temporal trends, urban-rural differences, and in association with environmental tobacco smoke exposure. In: Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2016 Dec; 59(12):1566-1576.

Letzte Aktualisierung: 15.05.2020

News aus der Lungenforschung

Jetzt unseren Newsletter abonnieren und unserem WhatsApp-Kanal folgen!