Atmung: Wie funktioniert die Atemmechanik?
Die Atemmechanik ist ein komplexes Zusammenspiel der Muskeln im Oberkörper. Beim Menschen funktioniert das Luftholen über eine sogenannte Unterdruckatmung.
Das passiert beim Einatmen
Um einatmen zu können, muss sich die Lunge ausdehnen. Dafür wird der Brustkorb aktiv erweitert, indem sich Muskeln zusammenziehen. Mehrere Muskelgruppen sind daran beteiligt, zum Beispiel
- die Zwischenrippenmuskeln und
- die Atemhilfsmuskulatur.
Durch ihr Zusammenwirken hebt sich der Brustkorb (Brustatmung). Zum anderen zieht sich das Zwerchfell (Atemmuskel) zusammen und macht Platz, sodass sich die Lunge auch nach unten ausdehnen kann (Bauchatmung).
Funktion von Rippen- und Lungenfell
Um die Lungenflügel herum befindet sich eine schützende, dünne Haut, das sogenannte Lungenfell (Pleura visceralis). Dieses und das auf der Innenseite des Brustkorbes und des Zwerchfells liegende Rippenfell (Pleura parietalis) sind für die Funktion der Atmung sehr wichtig. Denn beide "kleben" durch einen Flüssigkeitsfilm, der den Spalt zwischen ihnen – die Pleurahöhle – füllt, wie zwei Glasplatten aneinander.
Durch den Flüssigkeitsfilm in der Pleurahöhle ist auch gewährleistet, dass sich Lungen- und Rippenfell problemlos gegeneinander verschieben lassen. Bewegt sich nun die eine Haut, etwa durch das Heben des Brustkorbes, zieht sie automatisch die andere mit sich. Dadurch wird ein Unterdruck erzeugt und Luft in die Lunge gesogen.
Das passiert beim Ausatmen
Beim Ausatmen entspannt sich die Atemmuskulatur, das Lungenvolumen verkleinert sich, und die Luft wird wieder durch die Atemwege hinausgedrückt. Das Ausatmen ist somit eigentlich eine passive Tätigkeit, die keine Anstrengung erfordert.
Quellen
- Clauss, W. und Clauss, C. (2018): Humanbiologie kompakt. 2. Auflage, Springer Spektrum, Berlin, Heidelberg, ISBN: 978-3-662-55849-2
- Urry, L.A. et al. (2025): Campbell Biologie. 12., aktualisierte Auflage, Pearson Studium, München, ISBN: 978-3-86894-451-8
Letzte Aktualisierung: 20.05.2026