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Maksym Yemelyanov - stock.adobe.com

Asthma vorbeugen – dieses Bakterium kann schützen

Bestimmte Bakterien aus der Umwelt wie Acinetobacter lwoffii können vor der Entstehung von Asthma bronchiale schützen. Ein Forschungsteam ist nun der Frage nachgegangen, wie dieser Schutz vermittelt wird. Offenbar sorgt eine Anregung des Immunsystems dafür, dass der Körper widerstandsfähiger gegen chronische Entzündungserkrankungen wie Asthma bronchiale wird.

Die Forschenden verabreichten Mäusen das Bakterium Acinetobacter lwoffii als Nasenspray. Sie konnten zeigen, dass das Immunsystem der Mäuse darauf reagierte, indem es den Entzündungsmarker Interleukin-6 (IL-6) vermehrt produzierte. IL-6 wiederum regte bestimmte Abwehrzellen (CD4+-T-Zellen) dazu an, Interleukin-10 zu bilden. IL-6 und IL-10 gelten als Schutzfaktoren vor Asthma bronchiale.

Immunologische und mikrobielle Auswirkungen

Neben der Entzündungsreaktion hatte die bakterielle Anregung des Immunsystems weitere Auswirkungen: Die Wissenschaftler:innen fanden Veränderungen im Darm-Mikrobiom der Mäuse. Eine Auswirkung auf das Mikrobiom der Lunge zeigte sich dagegen nicht.

Darüber hinaus beobachteten sie, dass der Kontakt mit dem Bakterium Acinetobacter lwoffii zu einer genetischen Veränderung der T-Zellen führte, was sich auch auf die produzierten Entzündungsmarker auswirkte. Es ist daher nicht klar, ob sich die veränderte Darmflora direkt auf den Kontakt mit dem Bakterium zurückführen lässt oder auf die veränderten immunologischen Bedingungen.

Um diesen neu entdeckten Mechanismus in der Asthma-Prävention zu bestätigen, sind weitere Studien notwendig. Wenn sich die Vermutungen der Studienautor:innen bestätigen, können daraus neue vorbeugende Maßnahmen entwickelt werden.

Quelle:

  • Alhamwe B.A. et al.: Intranasal administration of Acinetobacter lwoffii in a murine model of asthma induces IL-6-mediated protection associated with cecal microbiota changes. In: Allergie 2022, doi: 10.1111/all.15606