Lungs preparation

COPD-Therapie: Wie wird COPD behandelt?

Trotz intensiver Forschungsbemühungen ist COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) bis heute nicht heilbar.

Wissenschaftliche Beratung:
Prof. Dr. med. Timm Greulich,Universitätsklinikum Gießen und Marburg,
PD Dr. med. Henrik Watz,LungenClinic Grosshansdorf

Video: Wie wird COPD behandelt?

Interview mit Prof. Klaus Rabe

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Ziele der COPD-Therapie

Die Ziele der COPD-Therapie sind:

  • das Fortschreiten der Erkrankung zu verringern,
  • die körperliche Belastbarkeit der Patient:innen zu verbessern,
  • die COPD-Symptome zu lindern,
  • den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern,
  • COPD-Exazerbationen, Komplikationen und Begleiterkrankungen vorzubeugen und
  • eine möglichst hohe Lebensqualität zu erhalten.

Um dies zu erreichen, stehen verschiedene nicht-medikamentöse und medikamentöse Möglichkeiten für die COPD-Therapie zur Verfügung. Die wichtigste therapeutische Maßnahme ist nach wie vor der Rauchstopp.

COPD-Therapie: Mit dem Rauchen aufhören

Die Tabakentwöhnung ist die wirksamste Maßnahme, um eine COPD zu verhindern und auch, um das weitere Voranschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Denn Rauchen ist noch immer der wichtigste Risikofaktor für COPD.

Testen Sie Ihr COPD-Risiko

Für eine relevante Verbesserung der COPD ist ein vollständiger und dauerhafter Rauchstopp notwendig.

Akute Exazerbationen und Krankenhauseinweisungen nehmen nach dem Rauchstopp statistisch deutlich ab. Daneben führt er zu weniger Lungenkrebs-bedingten Todesfällen und zu weniger Herzinfarkten oder Schlaganfällen. 

Nach den aktuellen Leitlinien soll die Tabakentwöhnung bei COPD verhaltenstherapeutische und medikamentöse Maßnahmen umfassen. Dazu gehören beispielsweise

  • Gruppen- oder Einzelgespräche
  • Nikotinersatztherapie, beispielsweise in Form von Pflastern und Kaugummis
  • spezielle Medikamente, die die Entwöhnung unterstützen
  • Apps, die einen beim Rauchstopp unterstützen

Auch am Arbeitsplatz sollten Menschen mit COPD vor Schadstoffen in der Luft, zum Beispiel durch Passivrauchen, geschützt werden.

COPD-Therapie: Weitere nicht-medikamentöse Behandlungsverfahren

Neben dem Rauchstopp gibt es eine ganze Reihe weiterer nicht-medikamentöser Ansätze, die in der COPD-Therapie von Bedeutung sind. Hierzu gehören:

Regelmäßige körperliche Aktivität

Regelmäßige Bewegung ist für Menschen mit COPD von großer Bedeutung. Bei geringgradiger COPD kann regelmäßige Bewegung dabei helfen, eine medikamentöse Langzeittherapie hinauszuzögern. Besonders für Menschen mit schwerer COPD gilt, dass ein bisschen körperliche Aktivität immer besser ist als gar keine Bewegung.

Alltagsbewegung zählt!

Körperliche Aktivität bedeutet nicht gleich unbedingt Sport, sondern beinhaltet auch Aktivitäten des täglichen Lebens wie beispielsweise

  • Spaziergänge,
  • Fußwege zum Einkaufen oder zur Apotheke,
  • Treppensteigen,
  • Gartenarbeit und
  • Haushaltstätigkeiten.

Jede:r Patient:in kann entsprechend der persönlichen Neigungen die Tätigkeit verfolgen, die am meisten Spaß macht und zu der er oder sie sich noch in der Lage fühlt. So können regelmäßige Spaziergänge in einem der Luftnot angepassten Tempo schon sehr gute Effekte erzielen.

Lungensport bei COPD

Auch die Teilnahme in einer Lungensportgruppe kann dabei helfen, sich mehr zu bewegen.

Ausführliche Informationen zu Lungensport

Video: Praktische Tipps für Lungensport und Rehabilitation

Interview mit Michaela Frisch

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Transkript: Praktische Tipps für Lungensport und Rehabilitation

Aufgrund der wissenschaftlichen Datenlage ist nach wie vor erwiesen, dass körperliches Training bei Atemwegspatienten den gleichen Stellenwert wie medikamentöse Therapie und Sauerstoff-Langzeittherapie hat. Entsprechend sollten Patienten im Rahmen einer Rehabilitation an körperliches Training herangeführt werden und nach Rehabilitation übergeleitet werden in den Rehasport, also in dem Fall den Lungensport, wo sie auf der einen Seite lernen, weiterhin sich körperlich zu betätigen, auf der anderen Seite auch Schulungen bekommen über Lungenhygiene, Nasenhygiene, über das richtige Treppen steigen, über Hilfsmittel und aber auch Entspannungsverfahren kennenlernen, um in Alltags- und Stresssituationen ihren Atem wieder zu beruhigen und in den Griff zu bekommen. Gleichzeitig brauchen gerade Atemwegspatienten oft den "Gruppenzwang". Dieser eine Termin in der Woche, wo man aus dem Haus geht, um an einem körperlichen Training teilzunehmen und entsprechend dann auch mit Spaß und Freude Übungen kennenzulernen, die sie dann auch zu Hause als Heimtraining durchführen können. Wenn man dann für sich einfach den inneren Schweinehund überwindet, dass man sagt, ich nutze alle Lehrlaufzeiten in meinem Alltag, immer dann, wenn ich ein Handtuch in der Hand habe, mache ich Übungen mit dem Handtuch. Es können ein, zwei, drei Minuten sein. Immer dann, wenn ich einen Kochtopf oder einen Kochlöffel in der Hand habe, mache ich ein paar Minuten was. Abends, wenn ich auf dem Sofa sitze, habe ich meine Wasserflasche vor mir stehen. Mit der kann man wunderbar Übungen machen. Das Eigengewicht der Extremitäten - Arme und Beine - ist genauso zum Training vorhanden und ich kann wirklich in meinen Alltag integriert ein, zwei, drei Übungen machen. Ganz wichtig natürlich im Lungensport ist der Erfahrungsaustausch unter Betroffenen, denn, ich denke, wir Übungsleiter können oft viel sagen, was in den Lehrbüchern steht, aber Mitpatienten haben ihre eigenen Erfahrungen und davon kann man eben auch über diese Gruppenübungen profitieren. Auf der anderen Seite ist es sicher auch entlastend in so einem Gruppenangebot, dass man einfach auch feststellt, dass ich nicht der einzige bin, der dieses Problem hat. Generell: Lungensport kann auf der einen Seite zu Hause vom Haus- oder Lungenfacharzt verordnet werden mit dem sogenannten Formular 56 mit einer Version mit 50 Einheiten in 18 Monaten, für schwergradig Erkrankte mit 120 Einheiten in 36 Monaten. Das heißt, man ist sehr lange darüber versorgt. Wer über eine Rehabilitationsmaßnahme in einer Atemwegsklinik Lungensport verordnet bekommen möchte, diese Möglichkeit besteht über die Rentenversicherung - ob Bund oder Land. Hier kann der Lungensport für 6 Monate verordnet werden. Kostenträger ist dann die Rentenversicherung und anschließend kann man dann über Haus- oder Lungenfacharzt mit dem Formular 56 natürlich erneut einen Antrag stellen.

Pneumologische Rehabilitation

Die pneumologische Rehabilitation ist in der COPD-Therapie ein wichtiger Ansatz mit unterschiedlichen Maßnahmen, um der Abwärtsspirale der Erkrankung entgegenzuwirken. Patient:innen lernen im Rahmen einer pneumologischen Rehabilitation beispielsweise, 

  • in Situationen der Atemnot besser zu reagieren,
  • ihre körperliche Belastbarkeit zu steigern und
  • psychisch gut mit der Erkrankung umzugehen.

Eine pneumologische Reha verbessert nachgewiesenermaßen die Lebensqualität und auch die Prognose der COPD. Dies gilt besonders, wenn die Maßnahme im Anschluss an eine schwere COPD-Exazerbation mit Krankenhausbehandlung erfolgt. Weitere Krankenhauseinweisungen sind nach einer Reha seltener notwendig.

Die pneumologische Reha umfasst unter anderem Maßnahmen wie

Neuere Trainingstherapien wie neuromuskuläre Elektrostimulation und Vibrationstraining wirken dem Muskelabbau auch bei schwerstkranken COPD-Betroffenen entgegen. 

Video: Pneumologische Reha bei Lungenkrankheiten

Interview mit Tessa Schneeberger

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Transkript: Pneumologische Reha bei Lungenkrankheiten

Nach einer pneumologischen Rehabilitation erleben lungenkranke Patienten wissenschaftlich nachgewiesen weniger Atemnot, fühlen sich körperlich leistungsstärker und erfahren eine höhere Lebensqualität. Bei COPD-Patienten nach einer Exazerbation reduziert sich sogar das Risiko innerhalb der ersten Monate nach der erlebten Exazerbation eines erneuten Krankenhausaufenthaltes um 50%.

Die pneumologische Rehabilitation wird von einem multiprofessionellen Team, bestehend aus Ärzten, Fachärzten, Physiotherapeuten, Sporttherapeuten, Atmungstherapeuten und Psychologen betreut. Der Inhalt des Programms ist individuell auf die Bedürfnisse chronisch lungenkranker Patienten abgestimmt. Eine pneumologische Rehabilitation ist für die Patienten gedacht, die trotz adäquater Krankenbehandlung neben ihrer eingeschränkten Lungenfunktion weitere körperliche psychische oder soziale Auswirkungen erleben und nur noch eingeschränkt an ihrem Leben teilnehmen können. Vor allem COPD-Patienten, die eine Exazerbation erleiden, sollten möglichst frühzeitig - am besten noch während der Akutenphase - über die Möglichkeit der pneumologischen Rehabilitation aufgeklärt werden, denn hier kann eine umfassende und gut durchgeführte Reha-Maßnahme den nachfolgenden Verlauf maßgeblich verbessern.

Ein vorangegangener Krankenhausaufenthalt ist nicht zwingend notwendig. Bei COPD-Patienten, die eine stationär behandlungspflichtige Exazerbation erleiden, ist es jedoch ratsam, einen Reha-Antrag im Sinne einer Anschlussheilbehandlung noch direkt in der Klinik zu stellen.

Grundsätzlich kann eine pneumologische Rehabilitation alle vier Jahre bewilligt werden. Erfolgt ein vorzeitiger Reha-Antrag, sollte dieser entsprechend begründet werden, etwa mit einer Verschlechterung der Erkrankung oder einem neuen Dazukommen der Erkrankung. Falls Patienten in eine bestimmte Klinik zur Reha kommen möchten, sollte dieser Vorschlag im Antrag entsprechend ergänzt werden. Patienten haben laut dem Sozialgesetzbuch ein Wunsch- und Wahlrecht bezüglich der Klinik. Sollte dennoch der Reha-Antrag abgelehnt werden, lohnt sich für gewöhnlich ein Widerspruch, bei dem sich der Hausharzt oder Facharzt auf die Ablehnungsgründe beziehen sollte.

Atemphysiotherapie und Patientenschulungen

Selbsthilfetechniken wie die dosierte Lippenbremse und atmungserleichternde Körperstellungen helfen Menschen mit COPD, akut auftretende Atemnot zu vermeiden beziehungsweise zu reduzieren und in der Situation gut zu reagieren.

Abgesehen von der Rehabilitation werden Selbsthilfetechniken zum Beispiel auch im Rahmen von Schulungen, Lungensport oder der Atemphysiotherapie vermittelt. Dort können Patient:innen auch lernen, wie man – zum Beispiel mit sogenannten PEP-Geräten – die Atemwege von zähem Schleim befreit.

Strukturierte Schulungsprogramme können helfen, besser mit der eigenen Erkrankung zurecht zu kommen.

Lesen Sie dazu mehr im Kapitel „Patientenschulungen“.

Videos: Atemphysiotherapie zum Mitmachen

mit Sabine Weise

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Transkript: Atemphysiotherapie: Übungen zur Mobilisation der Brustwirbelsäule

Die Mobilisation der Brustwirbelsäule ist besonders wichtig, denn jede Veränderung dieser Brustwirbelsäule verändert auch die Stellung der Rippen und bewegt somit den Brustkorb und auch die Lungen.

Wenn wir anfangen, dann sollten wir uns in eine gute Ausgangsstellung bringen, am liebsten auf einem Hocker. Wenn Sie auf einem Stuhl sitzen, dann setzen Sie sich auf die vordere Sitzfläche, damit die Lehne nicht im Weg ist. Die Beine sollten hüftbreit auseinander sein, die Füße fest auf dem Boden unter den Knien und wenn die Füße fest auf dem Boden unter den Knien sind, dann können Sie die Wirbelsäule gut aufrichten und dies ist sehr... das ist sehr wichtig für diese Übung, denn eine gebeugte Wirbelsäule blockiert die Bewegung. Die Schultern sollten locker auf dem Brustkorb liegen. Und um das noch mal selber auszuprobieren, ziehen wir vielleicht alle mal die Schultern Richtung Ohren und lassen sie dann locker auf den Brustkorb sinken. Die Hände sollten sich jetzt seitlich neben dem Brustbein befinden. Ob Sie sie über Kreuz oder so hinlegen, ist egal. Die Atmung sollte während dieser Übungsserien unabhängig von dem Bewegungsrhythmus fließen und das Tempo können Sie langsam und ruhig bis zum Bewegungsende machen oder eben auch zügig und relativ schnell. Noch mal, wir beginnen jetzt mit der Rotationsbewegung der Brustwirbelsäule und dafür ist die Aufrichtung ganz besonders, denn die Beugehaltung würde die Rotationsbewegung blockieren. Haben Sie das Gefühl, dass ein Faden hier Ihre Wirbelsäule wie ein Marionettenfaden nach oben zieht? Jetzt beginnen wir mit der Drehung. Der Kopf sollte im Raum stehen bleiben. Um das zu gewährleisten, ist es sehr sinnvoll, wenn Sie einen einen Punkt mit den Augen fixieren, den Sie beibehalten. Und jetzt machen Sie erstmal eine weite langsame Drehung, unterm Kopf und überm Becken, weit hin und her. Und das kann jetzt auch zügig passieren. Unterm Kopf und überm Becken locker hin und her. Das machen Sie vielleicht mal zehn Mal zu jeder Seite.

Das mobilisiert Ihre Rippen, Ihren unteren Brustkorb und damit auch die Lungen. Und um das festzustellen, nehmen Sie jetzt vielleicht Ihre Hände und machen bei der Mobilisation... fassen Sie mal Ihren Brustkorb unten an und dann werden Sie sehen: Eine Seite wird eng, die andere Seite wird breit. Dabei heben und senken sich sogar auch die Rippen. Das heißt, kommen in Ein- und Ausatemstellung. Und jetzt bleiben wir mal rechts hinten stehen und dann werden Sie vielleicht merken, die rechte Brustkorbseite ist jetzt eng geworden und die linke Brustkorbseite hat sich weit aufgedehnt. Noch mal, noch mal ungefähr zehn Mal. Das ist eine schöne Übung, die man so täglich beim Aufstehen am Bettrand oder vor dem Frühstück noch durchziehen kann, so dass Sie, ja, mobil... Die ganzen Strukturen, nicht nur die Rippen, sondern eben auch die Interkostal-, die Zwischenrippenmuskeln, alles wird dabei aktiviert und gedehnt. Kurz zwischenatmen.

Möglichst freier Sitz. Beine, hüftbreit. Füße fest auf dem Boden. Wirbelsäule aufgerichtet. Schultern liegen locker auf dem Brustkorb und diesmal sollen jetzt die Hände so neben das Brustbein, dass sie das Brustbein so links und rechts wie so ein grober Kamm praktisch festhalten. Und jetzt bewegen Sie die Wirbel, die Brustwirbelsäule im Sinne der Seitneigung. Die Augenachse bleibt horizontal, sowie auch die Beckenachse. Unter dem Kopf und über dem Becken bewegen Sie nur den Brustkorb hin und her. Unter dem Kopf und über dem Becken, hin und her. Das ist eine Mobilisationsübung im Sinne der Seitneige, die nicht belastend ist, kein Krafttraining, sondern eine reine Mobilisationsübung. Dabei werden die Strukturen des Brustkorbs, auch die passiven Strukturen, Bindegewebsstrukturen bewegt und natürlich auch die Lunge. Und insofern sind diese beiden Übungen durchaus auch ganz sinnvoll, wenn Sekret in der Lunge besteht. Also so 10 bis 20 Mal, sowohl die Seitneige als auch die Rotation nach dem Aufstehen. Bei der Seitneige kann man auch noch mal spüren, was da... wie sich da die Rippen anfühlen. Die fühlen sich so ein bisschen an wie eine Ziehharmonika. Auf der einen Seite werden sie zusammengedrückt und auf der anderen Seite auseinander gebracht.

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Transkript: Atemphysiotherapie: Atemerleichternde Positionen und PEP-Atmung

Nach ein bisschen körperlicher Aktivität kann es sein, dass der eine oder andere in Atemnot kommt. Dann wäre, vor allen Dingen, wenn wir Kräftigungsübung machen würden, eine atemerleichternde Körperstellung sehr wichtig. Die zeichnet sich aus, dass die Arme abgestützt sind. Die können auf den Oberschenkeln abgestützt werden, sie können in der Taille abgestützt werden, man kann sich auch auf dem Kopf abstützen oder wo auch immer. Und wenn man forciert nach einer Anstrengung atmet, dann können Patienten mit Atemwegsenge zur Überblähung neigen, zur zusätzlichen dynamischen Überblähung und deswegen ist eine PEP-Atmung da sehr sinnvoll.

PEP steht für "positive expiratory pressure", also positiver Ausatemdruck. Das hält die Atemwege offen durch einen Rückstau, der durch eine Bremse am Mund erzeugt wird. Die wohl bekannteste PEP-Atmung ist die Lippenbremse. Sie entwickelt aber nur einen geringen PEP. Man kann das ein bisschen vergrößern, indem man den Fausttunnel nimmt zur Erhöhung des Ausatemdrucks. Den würde man... da würde man die Faust bündig über den Mund legen und dort reinblasen und es müssten sich die Wangen aufblasen. Den kann man so strukturieren, dass er sehr eng ist. Dann hat man einen hohen Widerstand. Oder man kann ihn auch ein bisschen lockerer machen.

So würde das...

Wenn man einen höheren PEP braucht, man kann auch kleine Röhrchen nehmen oder Geräte, die vom Handel angeboten werden.

Die Dosierte Lippenbremse ist sicher die bekannteste PEP-Technik und wenn ich meine Patienten frage, dann höre ich also sehr unterschiedlichste Ausführungsarten und vielleicht machen wir die gerade alle noch mal zusammen. Bei entspannten Wangen und locker aufeinanderliegenden Lippen möglichst ruhig durch die Nase ein kleines Atemzugvolumen einatmen. Und die Lippen... und jetzt durch die locker aufeinander liegenden Lippen ausströmen lassen. Und dabei kann so ein kleines "P" entstehen.

Dabei blähen sich die Wangen und die Oberlippen. Und das, was man hier so als Blähung sieht, das ist eben auch in den Atemwegen dann zu spüren, die dann aufgebläht werden durch diese Technik. Vielleicht spüren Sie das sogar ein bisschen in dem Zäpfchenbereich im Rachen. Bei der Lippenbremse sollte der Atemrhythmus nicht beeinflusst werden.

Ernährung bei COPD

Eine Folge der COPD kann sein, dass Patient:innen ungewollt Gewicht verlieren. Bei Untergewicht kann laut Leitlinie eine energiereiche Zusatznahrung sinnvoll sein, um das Körpergewicht wieder zu erhöhen.

Auch übergewichtige oder fettleibige (adipöse) COPD-Patient:innen profitieren von einer Ernährungsberatung. Diese kann dabei helfen, ungünstige Ernährungsgewohnheiten umzustellen und das Körpergewicht zu reduzieren, denn Übergewicht kann die Atemnot verstärken.

Mehr zur Ernährung bei Lungenkrankheiten

Langzeit-Sauerstofftherapie bei COPD

Menschen mit schwerer COPD und chronischem Sauerstoffmangel im Blut (Hypoxämie) wird eine Langzeit-Sauerstofflangzeittherapie (LTOT) empfohlen. Über einen dünnen Schlauch unter der Nase erhalten sie zusätzlichen Sauerstoff, um den Körper ausreichend zu versorgen und auch die Atemmuskulatur zu entlasten. 

Mehr zur Langzeit-Sauerstofftherapie (LTOT)

Lungenvolumenreduktion und Transplantation bei COPD

Bei Personen, die sehr schwer an COPD erkrankt sind und bei denen die Lunge stark überbläht ist (ausgeprägtes Lungenemphysem), kann es in Einzelfällen sinnvoll sein, die Lunge „zu verkleinern“. Hierfür stehen verschiedene endoskopische und operative Verfahren der Lungenvolumenreduktion (LVR) zur Verfügung.

Wenn alle anderen Behandlungsoptionen ausgeschöpft sind, kann auch eine Lungentransplantation notwendig sein.

Impfen bei COPD

Schutzimpfungen werden für Menschen mit COPD unbedingt empfohlen, denn sie können Infektionen vermeiden und damit auch das Risiko für akute Exazerbationen verringern.

Fachleute empfehlen bei COPD insbesondere:

Im Einzelfall kann auch eine Varicella-Zoster-Impfung als Schutz vor Gürtelrose sinnvoll sein. 

COPD-Medikamente

Verschiedene COPD-Medikamente können 

  • die Symptome lindern,
  • akuten Krankheitsschüben (Exazerbationen) vorbeugen
  • und so das Leben der betroffenen Menschen erleichtern. 

Die medikamentöse COPD-Therapie stellen Ärzt:innen individuell auf die Betroffenen ein. Welches Medikament eingesetzt wird, hängt von 

  • den COPD-Symptomen,
  • der Schwere und Häufigkeit der Exazerbationen und von eventuellen COPD-Begleiterkrankungen ab.

Viele COPD-Medikamente werden eingeatmet (inhaliert). Dadurch können sie direkt in der Lunge wirken. Dabei ist die richtige Inhalationstechnik wichtig, damit genug Wirkstoff in die Atemwege gelangt. Eine genaue Einweisung gehört daher bei jedem neuen Inhalationsgerät dazu. 

Basistherapie: Beta-2-Sympathomimetika und Anticholinergika

Die Basistherapie zur Linderung der COPD-Symptome besteht aus inhalierbaren, bronchienerweiternden Medikamenten – den sogenannten Bronchodilatatoren.

Diese verringern die Muskelspannung der Bronchien, sodass sich die Atemwege erweitern und sich weniger Luft in der Lunge staut. Menschen mit COPD bekommen dadurch besser Luft und sind körperlich deutlich belastbarer.

Die wichtigsten Bronchodilatatoren sind

Ihre bronchienerweiternde Wirkung ist vergleichbar. Sie unterscheiden sich jedoch in ihrem Wirkmechanismus, sodass sie auch kombiniert werden können, um eine optimale Wirkung zu erzielen.

Bei geringen Symptomen kann es ausreichen, kurzwirksame Bronchodilatatoren bei akuter Atemnot als Bedarfsspray (SAMA oder SABA) zu inhalieren. Meist kommen sie jedoch täglich als langwirksame Bronchodilatatoren (LAMA oder LABA) zum Einsatz. Die langwirksamen Bronchodilatatoren sind auch als Inhalationspräparate in Kombination (LAMA plus LABA) oder als Dreifachtherapie mit inhalierbarem Cortison (ICS) als LAMA/LABA/ICS Triple-Therapie erhältlich.  

Langwirksamen Bronchodilatatoren werden als Pulver-Inhalatoren oder Dosieraerosole (Spray) eingeatmet.

Cortison bei COPD

Entzündungshemmende Kortikosteroide, allgemein oft kurz als Cortison bezeichnet, kommen in der COPD-Therapie ebenfalls zum Einsatz.

Cortison-Spray (inhalatives Cortison) bei COPD

Inhalatives Cortison (kurz ICS) empfehlen die Leitlinien nur für Personen mit höheren COPD-Stufen, bei denen trotz langwirksamer Bronchodilatatoren (LAMA und LABA) gehäuft akute Verschlechterungen (Exazerbationen) auftreten. Mittlerweile gibt es die Dreifachtherapie (Triple-Therapie) aus LAMA/LABA/ICS auch als fixe Kombinationstherapie. 

Bei der reinen COPD (wenn eine asthmatische Komponente nicht vorliegt) ohne aufgetretene Exazerbationen wird inhalatives Cortison generell nicht empfohlen.

Studien weisen darauf hin, dass die Zahl bestimmter Zellen des Immunsystems, der eosinophilen Granulozyten im Blut, ein guter Marker dafür ist, ob die Therapie mit einem Cortison-Spray erfolgversprechend ist oder nicht. So lässt sich prüfen, ob die COPD-Behandlung mit ICS weiterhin nötig ist:

  • Liegt die Zahl der Eosinophilen im Blutbild unter 100 Zellen pro Mikroliter und zeigen sich keine zusätzlichen Asthma-Symptome, soll kein Cortison-Spray eingesetzt werden.
  • Man muss die Therapie mit einem ICS auch dann genau hinterfragen, wenn in der Vergangenheit unter inhalierbarem Cortison eine Lungenentzündung aufgetreten ist.

Außerdem sollen Cortison-Sprays in der COPD-Therapie nie alleine, ohne weiter COPD-Medikamente eingesetzt werden. 

Cortison als Tablette oder Infusion

Bei akuten Exazerbationen mit starker Atemnot kann, sofern die bronchienerweiternden Medikamente nicht ausreichen, auch Cortison in Form von Tabletten – oder im Notfall als Spritze –hilfreich sein. Dies ist aber nur eine kurzzeitige Therapieoption.

Roflumilast und Antibiotika

In seltenen Fällen, wenn trotz einer Dreifachtherapie (Triple-Therapie) aus zwei bronchienerweiternden Medikamenten (LABA/LAMA) und einem Cortison-Spray (ICS) weiterhin Exazerbationen (akute Krankheitsverschlechterungen) auftreten, kann zur Behandlung von COPD auch Roflumilast eingesetzt werden. Dies ist ein entzündungshemmender Wirkstoff aus der Gruppe der Phosphodiesterase-4-(PDE-4)-Inhibitoren.

In bestimmten Fällen kann ein langfristiger Einsatz Makrolid-Antibiotika dabei helfen, schweren Exazerbationen vorzubeugen. Angesichts der möglichen Nebenwirkungen und zunehmenden Antbiotika-Resistenzen raten Fachleute davon in der Regel jedoch ab. 

Monoklonale Antikörper bei COPD

Monoklonale Antikörper gehören zu den sogenannten Biologika. Diese speziellen Proteine binden sich an bestimmte Zellstrukturen (Antigene) und können so unter anderem in Entzündungsprozesse eingreifen. Viele monoklonale Antikörper kommen bereits seit Jahren erfolgreich in der Therapie von Krebs und chronisch entzündlichen Erkrankungen zum Einsatz.

Seit Juni 2024 ist der erste monoklonale Antikörper für COPD zugelassen worden: Dupilumab. Der Wirkstoff kommt ursprünglich aus der Therapie der atopischen Dermatitis (Neurodermitis). Nun ist er unter anderem auch für COPD zugelassen – allerdings nur für COPD-Betroffene, bei denen eine LABA/LAMA/ICS-Dreifachtherapie nicht ausreichend hilft und die eine erhöhte Zahl von eosinophilen Granulozyten im Blut aufweisen.

Stufentherapie bei COPD

Wann welches Medikament eingesetzt werden soll, wird in der aktuellen COPD-Leitlinie sehr genau in einem Stufenschema beschrieben und richtet sich nach der Schwere der Symptome und der Häufigkeit der Exazerbationen.

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Letzte Aktualisierung: 01.10.2025

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