Allergien und Atemwege: Grundlagen
Allergische Erkrankungen äußern sich in einer Vielzahl von Symptomen, die von Juckreiz und tränenden Augen bis zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock reichen können. Den unterschiedlichen Krankheitsbildern ist eines gemeinsam: Sie gehen auf eine fehlgeleitete Antwort des Immunsystems zurück, das ungefährliche Fremdstoffe als bedrohlich wahrnimmt und bekämpft.
Wissenschaftliche Beratung:
Dr. med. Nicole Maison, Helmholtz Munich, Klinikum der Universität München
Prof. Dr. Erika von Mutius, Helmholtz Munich, Klinikum der Universität München
Allergische Erkrankungen äußern sich in einer Vielzahl von Symptomen, die von Juckreiz und tränenden Augen bis zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock reichen können. Den unterschiedlichen Krankheitsbildern ist eines gemeinsam: Sie gehen auf eine fehlgeleitete Antwort des Immunsystems zurück, das ungefährliche Fremdstoffe als bedrohlich wahrnimmt und bekämpft.
Wissenschaftliche Beratung:
Dr. med. Nicole Maison, Helmholtz Munich, Klinikum der Universität München
Prof. Dr. Erika von Mutius, Helmholtz Munich, Klinikum der Universität München
Allergischer Schnupfen (allergische Rhinitis)
Das häufigste allergisch bedingte Krankheitsbild der Atemwege ist der allergische Schnupfen, in der Fachsprache auch allergische Rhinokonjunktivitis oder allergische Rhinitis genannt. Medizinisch unterscheidet man zwei Hauptformen des allergischen Schnupfens:
- der saisonal auftretende Heuschnupfen (Pollinosis)
- und die ganzjährige allergische Rhinitis (allergischer Schnupfen z.B. auf Tierhaare, Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen)
Symptome von allergischem Schnupen
Symptome des allergischen Schnupfens können sein:
- Niesreiz,
- Schnupfen mit wässrigem Nasensekret und behinderter Nasenatmung,
- Niesanfälle sowie
- ausgeprägter Juckreiz in Nase und Augen.
"Etagenwechsel" der allergischen Symptome
Wird ein allergischer Schnupfen nicht rechtzeitig und ausreichend behandelt, kann es zu einem sogenannten „Etagenwechsel“ kommen. Dabei breiten sich die Symptome von den oberen auch auf die unteren Atemwege, also in die Lunge aus. Man spricht dann vom allergischem Asthma bronchiale.
Ursachen von allergischem Asthma
Sowohl beim allergischen Schnupfen als auch beim allergischen Asthma tritt eine allergische Reaktion vom Typ I, die sogenannte Soforttyp-Reaktion auf. Diese wird auch als Frühtyp oder anaphylaktischer Typ bezeichnet und tritt innerhalb von wenigen Sekunden bis Minuten ein. Sogenannte IgE-Antikörper spielen dabei eine bedeutende Rolle, man spricht daher auch von Antikörper-vermittelter Sofortreaktion. Auch verschiedene Botenstoffe, insbesondere Histamin sind an dieser Reaktion beteiligt.
Mehr zu Allergien erfahren Sie beim Allergieinformationsdienst von Helmholtz Munich.
Video: Asthma früher erkennen und vorbeugen
mit PD Dr. Constanze Jakwerth
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Transkript: Erblicher Risikofaktor entdeckt: Asthma früher erkennen und vorbeugen
Asthma bei Kindern entsteht häufig dort, wo das Immunsystem zuerst mit der Umwelt in Kontakt kommt, nämlich an der Nasenschleimhaut.
Wenn diese Barriere gestört ist, können selbst harmlose Virusinfektionen, die zum Beispiel durch Schnupfenviren ausgelöst werden, eine Entzündung bewirken, die sich festsetzt und Asthma begünstigt. Bei manchen Kindern ist diese Schutzfunktion genetisch beeinträchtigt.
Das heißt, sie haben von ihren Eltern einen Risikofaktor vererbt bekommen.
Ein zentraler Risikofaktor ist eine Veränderung im sogenannten 17 q 21 Genbereich.
Diese beeinflusst gezielt, wie Zellen in der Schleimhaut auf Virusinfektionen reagieren und schwächt dadurch die frühe Immunabwehr.
Das eröffnet neue Möglichkeiten: Es wird verstärkt nun daran geforscht, wie diese Kinder mit erhöhtem Risiko in Zukunft zum einen früh erkannt werden, aber auch ganz gezielt behandelt werden können -
sogar noch bevor sich die Krankheit im Schulalter entwickelt. Das ist ein sehr wichtiger Schritt hin zu einer Medizin, die früher ansetzt und besser auf das einzelne Kind zugeschnitten ist.
Quellen
- Robert Koch-Institut: Allergien und atopische Erkrankungen
- Bachert, C., et al.: Allergische Rhinokonjunktivitis. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie. In: Allergo J 2003; 12: 182-194
Letzte Aktualisierung: 06.05.2020