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Ernährung bei Lungenerkrankungen

Eine ausgewogene Ernährung ist ein wichtiger Faktor, um gesund zu bleiben. Für Menschen mit Lungenerkrankungen gibt es einige Gründe, ganz besonders auf die Zusammenstellung ihres Speiseplans zu achten.

Video: COPD vorbeugen: Kann eine gesunde Ernährung vor COPD schützen?

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Transkript

Die Ernährung allein kann COPD nicht heilen. Vor allem bei Menschen, die lange Zeit die Krankheit haben und auch sehr lange der Luftverschmutzung ausgesetzt sind. Aber eine gesunde Ernährung spielt eine wichtige Rolle in der Prävention. Eine ausgewogene Ernährung besteht zum Beispiel aus Obst, Gemüse, viel trinken, Vitamine und Antioxidantien und natürlich Omega-3-Fettsäuren. Sie werden das Immunsystem stärken und das reduziert Entzündungsprozesse im Körper. Das unterstützt auch die Lungengesundheit. Deshalb ist eine gesunde Lebensweise – eine gesunde Ernährung, Bewegung und Vermeidung von Schadstoffen – ein wichtiger Teil der Prävention chronischer Lungenerkrankungen. Ich kann jeden Menschen nur ermutigen, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

Welche Ernährung ist gesund für die Lunge?

Die Ernährung kann die Lunge negativ, aber auch positiv beeinflussen. Wichtige schützende Faktoren sind unter anderem:

  • Antioxidantien – Vitamine, Spurenelemente, sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe
  • Entzündungshemmende Nahrungsbestandteile wie Omega-3-Fettsäuren oder bestimmte Spurenelemente
  • Gute Flüssigkeitsversorgung

Ernährung kann oxidativen Stress reduzieren

Eine Reihe von Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen helfen, oxidativen Stress „abzubauen“. Diese sogenannten Antioxidantien fangen in unserem Körper freie Radikale ab. Freie Radikale sind aggressive Sauerstoffverbindungen. Antioxidantien helfen, dabei, diese aggressiven Verbindungen in ungefährliche Moleküle umzuwandeln.

Besonders viele Antioxidantien finden sich zum Beispiel in Obst und Gemüse wie 

  • Datteln, 
  • roten Weintrauben,
  • Cranberries,
  • Äpfeln, 
  • Bananen, 
  • Tomaten, 
  • Paprika und 
  • Beeren. 

Beispiele für Antioxidantien und Lebensmittel, die sie enthalten

  • Vitamin C: Zitrusfrüchte, Kiwi, Brokkoli, grüner Pfeffer
  • Flavonoide: Äpfel, Beeren 
  • Beta-Karotin: Aprikosen, Melonen, Mango, Karotten, Pfeffer, Spinat, Süßkartoffel
  • Anthocyane: Blaubeeren, Schwarze Johannisbeeren 
  • Vitamin E: Weizenkeime, Getreide, Margarine, Pflanzenöl, Mandeln, Erdnüsse
  • Lykopin: Tomaten und Tomatenprodukte
  • Selen: Getreide, Innereien, Meeresfrüchte, Paranüsse (max. zwei pro Tag, da sie radioaktives Radium anreichern) 

Omega-Fettsäuren – auf das Verhältnis kommt es an

Um gesund zu bleiben, benötigt der menschliche Körper essenzielle, mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren. Essenziell bedeutet, dass der Körper sie nicht selbst herstellen kann. Sie müssen daher über die Nahrung zugeführt werden.

Entscheidend ist das optimale Verhältnis: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt ein Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren von 5:1. Häufig liegt das Verhältnis in der modernen Ernährung heute aber bei 20:1. Der Verzehr von Omega-6–Fettsäuren sollte deshalb reduziert werden.

In welchen Lebensmitteln stecken Omega-Fettsäuren?

Wichtige Lieferanten für Omega-3-Fettsäuren sind:

  • Kaltwasserfische wie Makrele, Lachs oder Hering
  • pflanzliche Öle (Lein-, Raps-, Hanf-, Walnussöl)
  • Samen und Nüsse wie Chia- und Leinsamen, Walnüsse
  • Algen 

Reich an Omega-6-Fettsäuren sind:

  • andere Pflanzenöle wie Distel-, Sonnenblumen- oder Kürbiskernöl
  • Nüsse und Samen wie Walnüsse, Sonnenblumenkerne, Mohn, Seam
  • fettreiche tierische Lebensmittel wie Schweineschmalz, Butter, Eier, Käse
  • Margarine (je nach verwendetem Pflanzenöl)

Welche Rolle spielen Phosphor und Magnesium für die Lunge?

Phosphor wird im Körper zur Regulierung zahlreicher Stoffwechselvorgänge benötigt, beispielsweise für

  • den Sauerstoffaustausch der roten Blutkörperchen,
  • die Energieversorgung sowie
  • den Aufbau von Knochen, Zähnen und Zellmembranen.

Im menschlichen Körper sowie in Lebensmittel liegt Phosphor meist in Form von Phosphat vor. Wer sich ausgewogen ernährt, hat in Deutschland in der Regel keinen Phosphor-Mangel, da sehr viele Nahrungsmittel Phosphor oder Phosphat enthalten. 

Bei COPD und Asthma kann ein niedriger Phosphorspiegel bei Exazerbationen in Zusammenhang mit einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes stehen. 

Phosphor-reiche Lebensmittel

Besonders viel Phosphor liefern:

  • Nüsse und Samen wie Sonnenblumenkerne
  • Mageres Fleisch
  • Hülsenfrüchte, zum Beispiel Sojabohnen
  • Milchprodukte wie Käse
  • Vollkorngetreide

Funktionen von Magnesium

Magnesium stabilisiert Entzündungsprozesse, fördert die Aktivität der Enzyme sowie die Immunabwehr im Körper und kann zur Entspannung der Atemwege beitragen.

Magnesium-reiche Lebensmittel

Gute Magnesiumlieferanten sind beispielsweise:

  • Nüsse wie Paranuss, Cashew, Mandeln, Erdnüsse
  • Samen und Kerne wie Kürbis- oder Sonnenblumenkerne, Sesam, Leinsamen
  • Vollkorngetreide
  • Hülsenfrüchte wie Kidneybohnen, Linsen, Erbsen
  • Grünes Blattgemüse wie Spinat, Mangold
  • Fisch und Meeresfrüchte

Trinkwasser kann je nach Quelle und Härtegrad ebenfalls viel Magnesium liefern.

Vitamin D – Effekt bei COPD und Asthma ungewiss

Immer wieder wird diskutiert, ob Vitamin D einen Effekt auf chronische Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD haben könnte. Fakt ist: Die Datenlage ist dünn. 

Eine frühere Übersichtsarbeit der renommierten internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane kam zu dem Ergebnis, dass Vitamin D das Risiko für Krankheitsverschlechterungen senken und die Asthma-Kontrolle verbessern könnte. Eine aktuellere Cochrane-Auswertung fand hingegen keinen Zusammenhang, sodass hierzu aktuell keine Empfehlung möglich ist.

Auch für einen Effekt auf COPD fanden Cochrane-Forschende zuletzt keine Belege. Ein Vitamin D-Mangel ist bei Menschen mit COPD weit verbreitet. Studien zeigen, dass Betroffene mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel häufig eine reduzierte Lungenfunktion aufweisen und häufiger akute Krankheitsverschlechterungen (Exazerbationen) erleiden. Eine aktuelle Cochrane-Auswertung kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass die Einnahme von Vitamin D keine bis geringe Effekte auf die Häufigkeit mittlerer bis schwerer COPD-Exazerbationen zeigt. Auch auf das Lungenvolumen konnten die Forschenden keine Wirkung finden.

Wasserhaushalt und Trinkverhalten – nicht zu viel und nicht zu wenig

Um die Produktion von dünnflüssigem Schleim anzuregen, ist es für Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma, COPD oder chronischer Bronchitis wichtig, genug zu trinken. Eine Austrocknung des Körpers kann außerdem Asthmaanfälle nach sich ziehen. 

Ein Zuviel an Flüssigkeit belastet die Lunge jedoch ebenfalls, da sich der Druck in den Blutgefäßen erhöht. Entsprechend sollten Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen darauf achten, nicht zu viel zu trinken.

Das Körpergewicht lastet auch auf der Lunge

Das Körpergewicht hat einen erheblichen Einfluss die Lungengesundheit. Dabei wirkt sich sowohl ein zu niedriges als auch ein zu hohes Gewicht ungünstig aus. 

Mangelernährung kann 

  • die Lungenfunktion verschlechtern, 
  • die Atemmuskulatur schwächen, 
  • die Immunabwehr erschweren und somit die Erkrankung zusätzlich verkomplizieren. 

Übergewicht kann dagegen Atemprobleme verstärken, weil das Herz-Kreislaufsystem und der Lungenkreislauf mehr arbeiten müssen.

Gewichtsverlust bei chronischen Lungenkrankheiten – ein Teufelskreis

Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen verlieren häufig unbeabsichtigt Gewicht. Dafür spielen verschiedene Faktoren eine Rolle:

  • Erhöhte Atmungsarbeit durch einen größeren Atemwiderstand: Bereits im Ruhezustand oder bei Alltagsaktivitäten verbrauchen Betroffene mehr Energie als Gesunde. 
  • Geringere Kalorienzufuhr: Eine Überblähung der Lunge, Zwerchfellhochstand, Hustenattacken beim Essen sowie allgemeine Erschöpfung können dazu führen, dass schnell eine Sättigung eintritt und nur kleine Mahlzeiten verzehrt werden.

Die Folge des Gewichtsverlusts kann unter anderem sein, dass Muskeln abgebaut werden, um die Energiezufuhr zu gewährleisten – darunter auch die Atemmuskulatur. Damit gerät ein Teufelskreis in Gang: Eine geschwächte Atmungsmuskulatur führt zu allgemeiner Schwäche und verstärkt Müdigkeit und Atemnot. 

Gewichtsverlust entgegenwirken

Auch die Muskulatur des Zwerchfells, welches bei der Atmung eine maßgebliche Rolle spielt, leidet unter Mangelernährung – ein weiterer Grund für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten und die geschwächte Atemmuskulatur im Rahmen einer physiotherapeutischen Atemtherapie zu kräftigen.

Spezielle Ernährung bei Lungenerkrankungen

Bei der Mukoviszidose (Cystische Fibrose) ist die Ernährungstherapie bereits ein wichtiger und etablierter Bestandteil des Krankheitsmanagements. 

Mehr zur Ernährung bei Mukoviszidose

Geforscht wird außerdem zum Beispiel an den Auswirkungen der Ernährung auf die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD oder auf Lungenkrebs. 

Ernährung bei COPD

Viele Menschen mit fortgeschrittener COPD verlieren stetig an Körpergewicht. Bei einem krankheitsbedingten Gewichtsverlust von 

  • mehr als fünf Prozent des Körpergewichtes 
  • innerhalb eines halben Jahres 

empfiehlt die Versorgungsleitlinie COPD eine hochkalorische und proteinreiche Nahrungsergänzung, um der Gewichtsabnahme gegenzusteuern.  

Generell soll Betroffenen bei Untergewicht und auch bei Übergewicht eine Ernährungsberatung angeboten werden, um das Körpergewicht zu optimieren. 

Proteinreiche Ernährung kann Muskelabbau entgegenwirken

Menschen mit zu geringem Gewicht können krankheitsanfälliger werden. Erhält der Körper zu wenig Energie über die Nahrung, greift er auf seine Reserven zurück und baut unter anderem Muskulatur ab. Das führt auch zu einer Schwächung der Atemmuskulatur. Der Krankheitsverlauf verschlechtert sich. In einem fortgeschrittenen Stadium können Krankenhausaufenthalte oder eine Beatmung erforderlich werden. 

Um dem Muskelabbau entgegenzuwirken, ist eine proteinreiche Ernährung empfehlenswert. Hochwertige Proteinquellen wie 

  • Milchprodukte,
  • Eier,
  • Hülsenfrüchte,
  • Fisch,
  • mageres Fleisch und
  • Nüsse

liefern auch essenzielle Aminosäuren. Diese Proteinbausteine können vom menschlichen Körper nicht selbst hergestellt werden, sondern müssen mit der Nahrung zugefügt werden.  

Ernährung bei Asthma

Für Menschen mit Asthma gibt es bislang keine besonderen Ernährungsempfehlungen. Sie sollten sich generell 

  • gesund und ausgewogen ernähren, 
  • Übergewicht vermeiden und 
  • nicht rauchen. 

Bei einem allergischen Asthma sollten Lebensmittel gemieden werden, die allergische Reaktionen auslösen.

Asthmaanfälle durch Nahrungszusätze?

Nahrungsmittelzusatzstoffe stehen immer wieder im Verdacht, Asthmaanfälle auslösen zu können. Als ungünstige Nahrungszusätze für Menschen mit Asthma werden zum Beispiel diskutiert:

  • Sulfite
  • Tartrazin
  • Glutamat
  • Benzoesäure und Benzoate

Die Studienlage hierzu ist jedoch uneindeutig. 

Sulfite bei schwerem Asthma problematisch

Einzig für Sulfite wird häufig berichtet, dass sie Asthmaanfälle auslösen können. Am häufigsten kommt es zu Problemen bei schwerem Asthma. 

Sulfite (Schwefeldioxid, Natrium- und Kaliummetabisulfite sowie Bisulfite) werden in der Nahrungsmittelindustrie als Konservierungs- und Antioxidationsmittel eingesetzt. Sie kommen zum Beispiel vor in

  • Fertigprodukten mit verarbeiteten Kartoffeln,
  • Garnelen, 
  • Trockenfrüchten,
  • Bier und
  • Wein.

Rolle weiterer Nahrungsmittelzusatzstoffe unklar

Für die anderen Zusatzstoffe gibt es kaum Belege, die eine generelle Rolle bei der Verschlimmerung von Asthma stützen. In doppelblinden, Placebo-kontrollierten Interventionsstudien mit gängigen Zusatzstoffen wie Glutamat, Benzoate und Tartrazin waren die Reaktionen mit denen in den Kontrollgruppen vergleichbar.

Eine neuere Studie fand Zusammenhänge zwischen verschiedenen Lebensmittelzusatzstoffen wie Benzoesäure und Asthma im Kindesalter. Allerdings handelt es sich hierbei um Grundlagenforschung, die erst durch klinische Studien bestätigt oder widerlegt werden muss.

Ernährung bei Lungenkrebs

Viele Menschen mit Lungenkrebs nehmen durch die Erkrankung oder die Behandlung Gewicht. Daher ist es wichtig, eine Mangelernährung zu vermeiden. Wie das genau erreicht werden kann, ist individuell sehr verschieden und sollte daher mit den behandelnden Fachleiten besprochen werden.

Wichtig ist, 

  • Mangelernährung vorzubeugen,
  • auch unter der Krebstherapie ausgewogen zu essen und 
  • die Freude am Essen nicht zu verlieren. 

Bislang gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass die Ernährung eine Krebserkrankung direkt günstig beeinflussen kann. Einseitige Diäten, die zu einer Mangelernährung führen können, sollten vermieden werden. Sie können den Therapieerfolg gefährden.

Eine gesunde Ernährung kann die Verträglichkeit der Krebsbehandlung positiv beeinflussen. Dadurch verbessert sich auch die Lebensqualität. Wenn Appetitstörungen und Übelkeit beispielsweise während einer Chemotherapie-Phase zu starkem Gewichtsverlust führen, können Ärztinnen und Ärzte spezielle kalorienreiche Kost verschreiben. 

Wie viel trinken bei Lungenkrebs?

Für Menschen mit Lungenkrebs kann es sinnvoll sein, mehr als die allgemein empfohlenen 1,5 Liter pro Tag zu trinken, zum Beispiel

  • während einer Chemotherapie, da viele Medikamente über die Nieren und die Blase wieder ausgeschieden werden,
  • bei Beschwerden wie Durchfall oder Erbrechen, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen,
  • bei Fieber, da der Flüssigkeitsbedarf steigt.

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Quellen

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  • Krebsinformationsdienst: Ernährung für Tumorpatienten: Essen und Trinken bei Krebs (Letzter Abruf: 30.03.2026)
  • Krebsinformationsdienst: Ernährung bei Krebs: Was ist wichtig? Informationsblatt vom 15.01.2026
  • Kahnert, K. et al.: S2k-Leitlinie Fachärztliche Diagnostik und Therapie der COPD, 2026
  • Lommatzsch, M. et al.: Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V., S2k-Leitline zur fachärztlichen Diagnostik und Therapie von Asthma, 2023
  • Netzer, S. et al.: Indications for the evaluation and supplementation of hypophosphatemia: an umbrella systematic review of reviews and guidelines. In: BMC Med, 23(1):591, 2025
  • Patchen, B.K. et al.: Investigating Associations of Omega-3 Fatty Acids, Lung Function Decline, and Airway Obstruction. In: Am J Respir Crit Care Med, 15;208(8):846-857, 2023
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Letzte Aktualisierung: 20.04.2026

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