Verschiedene Lebensmittel auf dunklem Hintergrund

Ernährung bei Lungenerkrankungen

Eine ausgewogene Ernährung ist ein wichtiger Faktor, um gesund zu bleiben. Für Menschen mit Lungenerkrankungen gibt es einige Gründe, ganz besonders auf die Zusammenstellung ihres Speiseplans zu achten.

Wissenschaftliche Beratung:
PD Dr. Judith Brock, Thoraxklinik Heidelberg, DZL

Video: COPD vorbeugen: Kann eine gesunde Ernährung vor COPD schützen?

Hinweis zu Werbung in Videos

Auf Werbeinhalte, die vor, während oder nach Videos von WEBSITE-URL eingeblendet werden, hat WEBSITE-URL keinen Einfluss. Wir übernehmen keine Gewähr für diese Inhalte. Weitere Informationen finden Sie hier.

Transkript

Die Ernährung allein kann COPD nicht heilen. Vor allem bei Menschen, die lange Zeit die Krankheit haben und auch sehr lange der Luftverschmutzung ausgesetzt sind. Aber eine gesunde Ernährung spielt eine wichtige Rolle in der Prävention. Eine ausgewogene Ernährung besteht zum Beispiel aus Obst, Gemüse, viel trinken, Vitamine und Antioxidantien und natürlich Omega-3-Fettsäuren. Sie werden das Immunsystem stärken und das reduziert Entzündungsprozesse im Körper. Das unterstützt auch die Lungengesundheit. Deshalb ist eine gesunde Lebensweise – eine gesunde Ernährung, Bewegung und Vermeidung von Schadstoffen – ein wichtiger Teil der Prävention chronischer Lungenerkrankungen. Ich kann jeden Menschen nur ermutigen, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

Welche Ernährung ist gesund für die Lunge?

Eine gute Ernährung kann zur Unterstützung der Lungengesundheit beitragen. Wichtige schützende Faktoren sind unter anderem:

  • Ausgewogene Ernährung
  • Antioxidantien – Vitamine, Spurenelemente, sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe
  • Entzündungshemmende Nahrungsbestandteile wie Omega-3-Fettsäuren oder bestimmte Spurenelemente
  • Angemessene Flüssigkeitsversorgung (weder zu viel noch zu wenig)
  • Unterernährung vermeiden

Ernährung kann oxidativen Stress reduzieren

Eine Reihe von Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen helfen, oxidativen Stress „abzubauen“. Diese sogenannten Antioxidantien fangen in unserem Körper freie Radikale ab. Freie Radikale sind aggressive Sauerstoffverbindungen. Antioxidantien helfen, dabei, diese aggressiven Verbindungen in ungefährliche Moleküle umzuwandeln.

Besonders viele Antioxidantien finden sich zum Beispiel in Obst und Gemüse wie 

  • Datteln, 
  • roten Weintrauben,
  • Cranberries,
  • Äpfeln, 
  • Bananen, 
  • Tomaten, 
  • Paprika und 
  • Beeren.

Beispiele für Antioxidantien und Lebensmittel, die sie enthalten

  • Vitamin C: Zitrusfrüchte, Kiwi, Brokkoli, grüner Pfeffer
  • Flavonoide: Äpfel, Beeren 
  • Beta-Karotin: Aprikosen, Melonen, Mango, Karotten, Pfeffer, Spinat, Süßkartoffel
  • Anthocyane: Blaubeeren, Schwarze Johannisbeeren 
  • Vitamin E: Weizenkeime, Getreide, Margarine, Pflanzenöl, Mandeln, Erdnüsse
  • Lykopin: Tomaten und Tomatenprodukte
  • Selen: Getreide, Innereien, Meeresfrüchte, Paranüsse (max. zwei pro Tag, da sie radioaktives Radium anreichern) 

Omega-Fettsäuren – auf das Verhältnis kommt es an

Um gesund zu bleiben, benötigt der menschliche Körper essenzielle, mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren. Essenziell bedeutet, dass der Körper sie nicht selbst herstellen kann. Sie müssen daher über die Nahrung zugeführt werden.

Entscheidend ist das optimale Verhältnis: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt ein Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren von 5:1. Häufig liegt das Verhältnis in der modernen Ernährung heute aber bei 20:1. Der Verzehr von Omega-6–Fettsäuren sollte deshalb reduziert werden.

In welchen Lebensmitteln stecken Omega-Fettsäuren?

Wichtige Lieferanten für Omega-3-Fettsäuren sind:

  • Kaltwasserfische wie Makrele, Lachs oder Hering
  • pflanzliche Öle (Lein-, Raps-, Hanf-, Walnussöl)
  • Samen und Nüsse wie Chia- und Leinsamen, Walnüsse
  • Algen 

Reich an Omega-6-Fettsäuren sind:

  • andere Pflanzenöle wie Distel-, Sonnenblumen- oder Kürbiskernöl
  • Nüsse und Samen wie Walnüsse, Sonnenblumenkerne, Mohn, Seam
  • fettreiche tierische Lebensmittel wie Schweineschmalz, Butter, Eier, Käse
  • Margarine (je nach verwendetem Pflanzenöl)

Welche Rolle spielen Phosphor und Magnesium für die Lunge?

Phosphor wird im Körper zur Regulierung zahlreicher Stoffwechselvorgänge benötigt, beispielsweise für

  • den Sauerstoffaustausch der roten Blutkörperchen,
  • die Energieversorgung sowie
  • den Aufbau von Knochen, Zähnen und Zellmembranen.

Im menschlichen Körper sowie in Lebensmitteln liegt Phosphor meist in Form von Phosphat vor. Wer sich ausgewogen ernährt, hat in Deutschland in der Regel keinen Phosphor-Mangel, da sehr viele Nahrungsmittel Phosphor oder Phosphat enthalten. 

Phosphor-reiche Lebensmittel

Besonders viel Phosphor liefern:

  • Nüsse und Samen wie Sonnenblumenkerne
  • Mageres Fleisch
  • Hülsenfrüchte, zum Beispiel Sojabohnen
  • Milchprodukte wie Käse
  • Vollkorngetreide

Funktionen von Magnesium

Magnesium stabilisiert Entzündungsprozesse, fördert die Aktivität der Enzyme sowie die Immunabwehr im Körper und kann zur Entspannung der Atemwege beitragen.

Magnesium-reiche Lebensmittel

Gute Magnesiumlieferanten sind beispielsweise:

  • Nüsse wie Paranuss, Cashew, Mandeln, Erdnüsse
  • Samen und Kerne wie Kürbis- oder Sonnenblumenkerne, Sesam, Leinsamen
  • Vollkorngetreide
  • Hülsenfrüchte wie Kidneybohnen, Linsen, Erbsen
  • Grünes Blattgemüse wie Spinat, Mangold
  • Fisch und Meeresfrüchte

Trinkwasser kann je nach Quelle und Härtegrad ebenfalls viel Magnesium liefern.

Vitamin D – Effekt bei COPD und Asthma ungewiss

Immer wieder wird diskutiert, ob Vitamin D einen Effekt auf chronische Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD haben könnte. Fakt ist: Die Datenlage ist dünn. 

Eine frühere Übersichtsarbeit der renommierten internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane kam zu dem Ergebnis, dass Vitamin D das Risiko für Krankheitsverschlechterungen senken und die Asthma-Kontrolle verbessern könnte. Eine aktuellere Cochrane-Auswertung fand hingegen keinen Zusammenhang, sodass hierzu aktuell keine Empfehlung möglich ist.

Auch für einen Effekt auf COPD fanden Cochrane-Forschende zuletzt keine Belege. Ein Vitamin D-Mangel ist bei Menschen mit COPD weit verbreitet. Studien zeigen, dass Betroffene mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel häufig eine reduzierte Lungenfunktion aufweisen und häufiger akute Krankheitsverschlechterungen (Exazerbationen) erleiden. Eine aktuelle Cochrane-Auswertung kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass die Einnahme von Vitamin D keine bis geringe Effekte auf die Häufigkeit mittlerer bis schwerer COPD-Exazerbationen zeigt. Auch auf das Lungenvolumen konnten die Forschenden keine Wirkung finden.

Wasserhaushalt und Trinkverhalten – nicht zu viel und nicht zu wenig

Um die Produktion von dünnflüssigem Schleim anzuregen, ist es für Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma, COPD oder chronischer Bronchitis wichtig, genug zu trinken. Eine Austrocknung des Körpers kann außerdem Asthmaanfälle nach sich ziehen. 

Ein Zuviel an Flüssigkeit belastet die Lunge jedoch ebenfalls, da sich der Druck in den Blutgefäßen erhöht. Entsprechend sollten Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen darauf achten, nicht zu viel zu trinken.

Das Körpergewicht lastet auch auf der Lunge

Das Körpergewicht hat einen erheblichen Einfluss auf die Lungengesundheit. Dabei wirkt sich sowohl ein zu niedriges als auch ein zu hohes Gewicht ungünstig aus. 

Mangelernährung kann 

  • die Lungenfunktion verschlechtern, 
  • die Atemmuskulatur schwächen, 
  • die Immunabwehr erschweren und somit die Erkrankung zusätzlich verkomplizieren. 

Übergewicht kann dagegen Atemprobleme verstärken, weil das Herz-Kreislaufsystem und der Lungenkreislauf mehr arbeiten müssen, und das Gewicht mechanisch auf die Lunge drückt.

Gewichtsverlust bei chronischen Lungenkrankheiten – ein Teufelskreis

Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen verlieren häufig unbeabsichtigt Gewicht und entwickeln eine sogenannte pulmonale Kachexie. Dafür spielen verschiedene Faktoren eine Rolle:

  • Erhöhte Atmungsarbeit durch einen größeren Atemwiderstand: Bereits im Ruhezustand oder bei Alltagsaktivitäten verbrauchen Betroffene mehr Energie als Gesunde. 
  • Geringere Kalorienzufuhr: Eine Überblähung der Lunge, Zwerchfellhochstand, Hustenattacken beim Essen sowie allgemeine Erschöpfung können dazu führen, dass schnell eine Sättigung eintritt und nur kleine Mahlzeiten verzehrt werden.

Die Folge des Gewichtsverlusts kann unter anderem sein, dass Muskeln abgebaut werden, um die Energiezufuhr zu gewährleisten – darunter auch die Atemmuskulatur. Damit gerät ein Teufelskreis in Gang: Eine geschwächte Atmungsmuskulatur führt zu allgemeiner Schwäche und verstärkt Müdigkeit und Atemnot. Die fehlende muskuläre Stabilität kann die Bewegungsfähigkeit im Alltag erheblich einschränken.

Gewichtsverlust entgegenwirken

Auch die Muskulatur des Zwerchfells, welches bei der Atmung eine maßgebliche Rolle spielt, leidet unter Mangelernährung – ein weiterer Grund für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten und die geschwächte Atemmuskulatur im Rahmen einer physiotherapeutischen Atemtherapie zu kräftigen.

Spezielle Ernährung bei Lungenerkrankungen

Bei der Mukoviszidose (Cystische Fibrose) ist die Ernährungstherapie bereits ein wichtiger und etablierter Bestandteil des Krankheitsmanagements. 

Mehr zur Ernährung bei Mukoviszidose

Geforscht wird außerdem zum Beispiel an den Auswirkungen der Ernährung auf die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD oder auf Lungenkrebs. 

Ernährung bei COPD

Viele Menschen mit fortgeschrittener COPD verlieren stetig an Körpergewicht. Die Ursachen sind multifaktoriell. So besteht beispielsweise ein erhöhter Energieverbrauch durch die Atemarbeit sowie eine verminderte Nahrungsaufnahme durch Appetitlosigkeit und Atemnot während der Mahlzeiten. 

Untergewicht geht bei COPD mit einem erhöhten Risiko für längere Krankenhausaufenthalte und für das Versterben einher.
Bei einem krankheitsbedingten Gewichtsverlust von 

  • mehr als fünf Prozent des Körpergewichtes 
  • innerhalb eines halben Jahres 

empfiehlt die Versorgungsleitlinie COPD eine hochkalorische und proteinreiche Nahrungsergänzung, um der Gewichtsabnahme gegenzusteuern.

Generell soll Betroffenen bei Untergewicht und auch bei Übergewicht eine Ernährungsberatung angeboten werden, um das Körpergewicht zu optimieren. 

Proteinreiche Ernährung kann Muskelabbau entgegenwirken

Menschen mit zu geringem Gewicht können krankheitsanfälliger werden. Erhält der Körper zu wenig Energie über die Nahrung, greift er auf seine Reserven zurück und baut unter anderem Muskulatur ab. Das führt auch zu einer Schwächung der Atemmuskulatur. Der Krankheitsverlauf verschlechtert sich. In einem fortgeschrittenen Stadium können Krankenhausaufenthalte oder eine Beatmung erforderlich werden. 

Um dem Muskelabbau entgegenzuwirken, ist eine proteinreiche Ernährung empfehlenswert. Hochwertige Proteinquellen wie 

  • Milchprodukte,
  • Eier,
  • Hülsenfrüchte,
  • Fisch,
  • mageres Fleisch und
  • Nüsse

liefern auch essenzielle Aminosäuren. Diese Proteinbausteine können vom menschlichen Körper nicht selbst hergestellt werden, sondern müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Auch hochkalorische und/oder Protein-Drinks können als Nahrungsergänzung sinnvoll sein.

Ernährung bei Asthma

Für Menschen mit Asthma gibt es bislang keine besonderen Ernährungsempfehlungen. Sie sollten sich generell 

  • gesund und ausgewogen ernähren, 
  • Übergewicht vermeiden und 
  • nicht rauchen. 

Bei einem allergischen Asthma sollten Lebensmittel gemieden werden, die allergische Reaktionen auslösen.

Übergewicht bei Asthma

Übergewicht 

  • ist als Risikofaktor für ein Asthma bronchiale bekannt, 
  • kann ein zusätzlicher Faktor für Luftnot sein und
  • kann die Kontrolle der Asthma-Erkrankung erschweren. 

Bestehen eine Asthma-Erkrankung und Übergewicht gleichzeitig, kann bei Atemnot unter Belastung nicht immer gut unterschieden werden, ob dies durch eine unzureichende Asthmakontrolle oder durch das Übergewicht bedingt ist. Auch gibt es Hinweise, dass das Ansprechen auf inhalative Kortikosteroide bei Übergewicht reduziert sein könnte. 

Bei Übergewicht empfehlen Fachleute Menschen mit Asthma daher eine Gewichtsreduktion. Dies kann häufig über körperliche Aktivität oder eine Ernährungsumstellung alleine nicht immer bewältigt werden; in diesen Fällen kommen auch operative Verfahren der bariatrischen Chirurgie oder medikamentöse Optionen in Frage. Ein Gewichtsverlust ist im Umkehrverschluss mit einer Verbesserung der Asthmakontrolle verbunden.

Asthmaanfälle durch Nahrungszusätze?

Nahrungsmittelzusatzstoffe stehen immer wieder im Verdacht, Asthmaanfälle auslösen zu können. Als ungünstige Nahrungszusätze für Menschen mit Asthma werden zum Beispiel diskutiert:

  • Sulfite
  • Tartrazin
  • Glutamat
  • Benzoesäure und Benzoate

Die Studienlage hierzu ist jedoch uneindeutig, sodass kein genereller Verzicht auf diese Zusätze notwendig ist.

Sulfite bei schwerem Asthma problematisch

Einzig für Sulfite wird häufig berichtet, dass sie Asthmaanfälle bei einer bestimmten Gruppe von Betroffenen auslösen können: Am häufigsten kommt es zu Problemen bei schwerem Asthma. 

Sulfite (Schwefeldioxid, Natrium- und Kaliummetabisulfite sowie Bisulfite) werden in der Nahrungsmittelindustrie als Konservierungs- und Antioxidationsmittel eingesetzt. Sie kommen zum Beispiel vor in

  • Fertigprodukten mit verarbeiteten Kartoffeln,
  • Garnelen, 
  • Trockenfrüchten,
  • Bier und
  • Wein.

Rolle weiterer Nahrungsmittelzusatzstoffe unklar

Für die anderen Zusatzstoffe gibt es kaum Belege, die eine generelle Rolle bei der Verschlimmerung von Asthma stützen. In doppelblinden, Placebo-kontrollierten Interventionsstudien mit gängigen Zusatzstoffen wie 

  • Glutamat (zum Beispiel enthalten als Glutamat-Salz), 
  • Benzoate (Konservierungsstoff, zum Beispiel in Softdrinks) und 
  • Tartrazin (zum Beispiel in Süßwaren und Getränken) 

waren die Reaktionen mit denen in den Kontrollgruppen vergleichbar.

Ernährung bei Lungenkrebs

Viele Menschen mit Lungenkrebs verlieren durch die Erkrankung oder die Behandlung Gewicht. Daher ist es wichtig, eine Mangelernährung zu vermeiden. Wie das genau erreicht werden kann, ist individuell sehr verschieden und sollte daher mit den behandelnden Fachleuten besprochen werden.

Wichtig ist, 

  • Mangelernährung vorzubeugen,
  • auch unter der Krebstherapie ausgewogen zu essen und 
  • die Freude am Essen nicht zu verlieren sowie
  • auf Interaktionen zwischen Nahrungsmitteln und Medikamenten zu achten.

Bislang gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass die Ernährung eine Krebserkrankung direkt günstig beeinflussen kann. Einseitige Diäten, die zu einer Mangelernährung führen können, sollten vermieden werden. Auch für ein „Krebsfasten“ gibt es keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege. Sie können den Therapieerfolg gefährden.

Eine gesunde Ernährung kann die Verträglichkeit der Krebsbehandlung positiv beeinflussen. Dadurch verbessert sich auch die Lebensqualität. Wenn Appetitstörungen und Übelkeit beispielsweise während einer Chemotherapie-Phase zu starkem Gewichtsverlust führen, können Ärztinnen und Ärzte spezielle kalorienreiche Kost verschreiben. 

Wie viel trinken bei Lungenkrebs?

Für Menschen mit Lungenkrebs kann es sinnvoll sein, mehr als die allgemein empfohlenen 1,5 Liter pro Tag zu trinken, zum Beispiel

  • während einer Chemotherapie, da viele Medikamente über die Nieren und die Blase wieder ausgeschieden werden,
  • bei Beschwerden wie Durchfall oder Erbrechen, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen,
  • bei Fieber, da der Flüssigkeitsbedarf steigt.

Ernährung nach einer Lungentransplantation

Menschen, denen eine Lunge transplantiert wurde, müssen ein Leben lang Medikamente nehmen, die das Immunsystem drosseln (Immunsuppressiva). Das soll verhindern, dass der Körper das neue Organ abstößt. Gleichzeitig wird der Körper dadurch aber anfälliger für Infektionen. Das gilt auch für Nahrungsmittelinfektionen. 

Strenge Vorgaben zur Ernährung – häufig zu streng?

Transplantationszentren empfehlen häufig im ersten Jahr nach der Lungentransplantation strenge Ernährungseinschränkungen. Spezielle randomisierte Studien oder systematische Übersichtsarbeiten zur Ernährung nach einer Lungentransplantation gibt es jedoch nicht. 

Studien mit Menschen, die eine Stammzelltransplantation erhalten haben, zeigen bei weniger strengen Vorgaben zur Ernährung keine erhöhten Infektionsraten. Gleichzeitig waren die Betroffenen insgesamt zufriedener, wenn sie weniger strikte Einschränkungen einhalten mussten. 

Allerdings ist nicht klar, ob sich diese Ergebnisse auf Menschen mit einer Lungentransplantation übertragen lassen.

Das empfiehlt die Leitlinie nach einer Lungentransplantation

Die S3-Leitlinie „Nachsorge von Erwachsenen nach Lungentransplantation“ empfiehlt daher auf Basis der Einschätzung von Fachleuten („Expertenkonsens“), dass Menschen nach einer Lungentransplantation vorbeugende Maßnahmen ergreifen sollten, um durch Nahrungsmittel übertragene Infektionen zu vermeiden. Dazu zählt insbesondere der Verzicht auf 

  • rohes Fleisch, 
  • rohen Fisch und 
  • nicht-pasteurisierte Milchprodukte.

Küchenhygiene nach Lungentransplantation besonders wichtig

Die Hygiene bei der Lagerung und Zubereitung von Speisen spielt eine weitere wichtige Rolle. Als wesentliche Maßnahmen empfiehlt die Leitlinie die Regeln zum sicheren Umgang mit Lebensmitteln der Weltgesundheitsorganisation (WHO):

Auf Sauberkeit achten

  • Händewaschen vor und während der Zubereitung von Essen
  • Händewaschen nach der Toilette
  • Reinigung aller Flächen und Geräte, die für das Zubereiten der Speisen verwendet werden (vorher, nachher und währenddessen)
  • Küche und Lebensmittel vor Insekten, Haus- und anderen Tieren schützen

Trennung von rohen und gekochten Lebensmitteln

  • Rohes Fleisch, Geflügel und Meeresfrüchte getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahren und zubereiten
  • Getrennte Utensilien für die Verarbeitung von rohen Lebensmitteln (zum Beispiel eigene Messer, Schneidebretter)
  • Lebensmittel in Behältern lagern, um den Kontakt zwischen rohen und gekochten Speisen zu vermeiden

Gründlich erhitzen

  • Lebensmittel gründlich erhitzen, besonders Fleisch, Geflügel, Eier und Meeresfrüchte
  • Suppen und Eintöpfe mindestens über 70 ° Celsius erhitzen
  • Idealerweise ein Küchenthermometer verwenden
  • Beim Wiederaufwärmen gekochter Lebensmittel auf ausreichende Durcherhitzung achten

Lagerung bei sicheren Temperaturen

  • Lagerung zubereiteter Speisen maximal zwei Stunden bei Raumtemperatur lagern
  • Gekochte und verderbliche Lebensmittel umgehend kühlen (unter 5 ° Celsius)
  • Gekochte Speisen bis zum Servieren heiß halten (über 60 ° Celsius)
  • Lebensmittel nicht zu lange lagern (auch nicht im Kühlschrank)
  • Gefrorene Lebensmittel nicht bei Raumtemperatur, sondern im Kühlschrank auftauen

Sicheres Wasser und unbehandelte Zutaten verwenden

  • Sicheres Wasser verwenden; gegebenenfalls abkochen beziehungsweise anderweitig behandeln, damit es sicher wird
  • Frische, gesunde Lebensmittel verwenden
  • Bei verarbeiteten Nahrungsmitteln, sichere Varianten wählen, zum Beispiel pasteurisierte Milch(-produkte)
  • Früchte und Gemüse gründlich waschen und gegebenenfalls schälen, insbesondere, wenn sie roh verzehrt werden

Mehr zum Leben mit einer Lungenerkrankung

AdobeStock_177541964.jpeg

Yoga, Autogenes Training und Co.

Entspannungstechniken

Welche Entspannungstechniken sind wirksam bei chronischen Lungenerkrankungen? Was bringen Yoga, Autogenes Training, Hypnotherapie und mehr?

Mehr erfahren

Happy face smiling comment on speech bubble and blue background.

Chronische Lungenerkrankungen

Finanzielle Unterstützung

Antworten auf finanziellen Fragen. Von Gebührenfreistellung und Kosten für Rehabilitation bis hin zu Krankengeld und Erwerbsminderungsrente.

Mehr erfahren

love and relationships concept - closeup of couple cupped hands showing paper man family

Familienplanung

Kinderwunsch und Schwangerschaft

Was müssen Menschen mit einer Lungenkrankheit beachten, wenn sie eine Familie gründen wollen? Das Wichtigste zu Fruchtbarkeit & Schwangerschaft.

Mehr erfahren

Sneakers, water, towel and earphones on the wooden background

Spezielle Bewegungstherapie

Lungensport

Die spezielle Bewegungstherapie kann sich in vielerlei Hinsicht positiv auf das Leben von Menschen mit Lungenkrankheiten auswirken.

Mehr erfahren

AdobeStock_208344805.jpeg

Den Alltag meistern

Motivation

Warum ist Motivation wichtig? Wie kann ich mich selbst motivieren? Welche Motivationshilfen gibt es?

Mehr erfahren

Developing emotional intelligence concept

Hilfe suchen und annehmen

Psychische Belastungen

Wie geht man mit der psychischen Belastung einer chronischen Lungerkrankung um? Psychotherapien und Austausch mit anderen Betroffenen kann helfen.

Mehr erfahren

A Modern rehabilitation physiotherapy worker with senior client

Pneumologische Reha

Rehabilitation

Rehabilitation bei Lungenerkrankungen kann die Lebensqualität verbessern. Unterschiede zur Kur & das Wichtigste zu Kosten, Rehasport und mehr.

Mehr erfahren

Hand choosing green happy smiley face paper cut, product, user, service feedback rating and customer reveiw, experience, satisfaction survey, psychology mental health test concept

Sozialrechtliche Fragen bei Asthma, COPD etc.

Soziale Fragen

Welche Rechte habe ich gegenüber meinem Arzt/ meiner Ärztin? Brauche ich eine behindertengerechte Wohnung? Macht ein Wohnortwechsel Sinn?

Mehr erfahren

PNEUMOLOGIE CONSULTATION SENIOR, Lungeninformationsdienst

Schmerzen im Brustkorb

Thoraxschmerzen

Woher können Thoraxschmerzen, also alle Schmerzen im Brustkorb kommen? Welche Medikamente und Behandlungsmethoden gibt es bei Thoraxschmerzen?

Mehr erfahren

partial view of woman in white tshirt with paper crafted lungs on blue backdrop

Ernährung, Bewegung, Nachsorge

Leben mit Lungenkrebs

Supportive Therapie, Ernährung, körperliche Aktivität, Krankheitsbewältigung: was kann man selbst tun?

Mehr erfahren

Single beautiful senior woman in white rolled up long sleeve blouse practicing breathing exercises outside with eyes closed on green grass with copy space

Das Atmen erleichtern

Atemtechniken und Atemschulung

Spezielle Atemübungen und Atemtechniken erleichtern die Atmung und bieten Hilfe in Notfallsituationen bei chronischen Lungenerkrankungen.

Mehr erfahren

Quellen

  • Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie COPD – Teilpublikation der Langfassung, 2. Auflage. Version 1. 2024
  • Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma, Version 5.0. 2024
  • Chen, M. et al.: The study of the relationship between food additives and the childhood asthma based on metabolome analysis. In: Front Immunol. 2025, 16: 1671022
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.: Gut essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE (Letzter Abruf: 30.03.2026)
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.: Fett, essenzielle Fettsäuren (Letzter Abruf: 30.03.2026)
  • Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (Hrsg.): S2k-Leitlinie Fachärztliche Diagnostik und Therapie der COPD 2026. Langversion 5.2. 2026
  • Foer, D. et al.: Weight Loss Interventions for Adults With Obesity-Related Asthma. In: J Allergy Clin Immunol Pract. 2024,12 (4): 840 – 847
  • Global Initiative for Asthma (GINA): Global Strategy for Asthma Management and Prevention 2025
  • Gottlieb, J., Kneidinger, N. et al.: S3-Leitlinie D-A-CH-Leitlinie (S3): Nachsorge von Erwachsenen nach Lungentransplantation. Langversion 1.0, Stand: 07/2025
  • Heefner, A. et al.: The Role of Nutrition in the Development and Management of Chronic Obstructive Pulmonary Disease. In: Nutrients. 2024 Apr 11;16(8):1136.
  • Krebsinformationsdienst: Ernährung für Tumorpatienten: Essen und Trinken bei Krebs (Letzter Abruf: 30.03.2026)
  • Krebsinformationsdienst: Ernährung bei Krebs: Was ist wichtig? Informationsblatt vom 15.01.2026
  • Kahnert, K. et al.: S2k-Leitlinie Fachärztliche Diagnostik und Therapie der COPD, 2026
  • Lommatzsch, M. et al.: Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V., S2k-Leitline zur fachärztlichen Diagnostik und Therapie von Asthma, 2023
  • Netzer, S. et al.: Indications for the evaluation and supplementation of hypophosphatemia: an umbrella systematic review of reviews and guidelines. In: BMC Med, 23(1):591, 2025
  • Patchen, B.K. et al.: Investigating Associations of Omega-3 Fatty Acids, Lung Function Decline, and Airway Obstruction. In: Am J Respir Crit Care Med, 15;208(8):846-857, 2023
  • Tuna,T. et al.: The Role of Nutrition and Nutritional Supplements in the Prevention and Treatment of Malnutrition in Chronic Obstructive Pulmonary Disease: Current Approaches in Nutrition Therapy. In: Curr Nutr Rep, 25;14(1):21, 2025
  • Williamson, A. et al.: Vitamin D for the management of asthma. In: Cochrane Database of Systematic reviews 2023
  • Williamson, A. et al.: Vitamin D for the management of chronic obstructive pulmonary disease. In: Cochrane Database of Systematic reviews 2024
  • World Health Organization (WHO, Hrsg.): Fünf Schlüssel zu sicheren Lebensmitteln (PDF) (Letzter Abruf: 12.06.2026)
  • Zhang, Y. et al.: Higher ratio of plasma omega-6/omega-3 fatty acids is associated with greater risk of all-cause, cancer, and cardiovascular mortality: A population-based cohort study in UK Biobank. In: Elife, 12:RP90132, 2024

Letzte Aktualisierung: 12.06.2026

News aus der Lungenforschung

Jetzt unseren Newsletter abonnieren und unserem WhatsApp-Kanal folgen!