Lungs preparation

Allergien und Atemwege: Vorbeugung

Um Allergien zu vermeiden werden von führenden Fachgesellschaften einige Maßnahmen zum Schutz vor Allergien empfohlen, im Wesentlichen in Hinblick auf Lebensgewohnheiten und Ernährung.

Wissenschaftliche Beratung: 
Dr. med. Nicole Maison, Helmholtz MunichKlinikum der Universität München
Prof. Dr. Erika von Mutius, Helmholtz MunichKlinikum der Universität München

Um Allergien zu vermeiden werden von führenden Fachgesellschaften einige Maßnahmen zum Schutz vor Allergien empfohlen, im Wesentlichen in Hinblick auf Lebensgewohnheiten und Ernährung.

Wissenschaftliche Beratung: 
Dr. med. Nicole Maison, Helmholtz MunichKlinikum der Universität München
Prof. Dr. Erika von Mutius, Helmholtz MunichKlinikum der Universität München

Schadstoffbelastung minimieren

Viele Studien geben Hinweise darauf, dass Tabakrauchexposition, ein Schimmelpilz-förderndes Raumklima sowie Luftschadstoffe im Innen- und Außenraum das Allergierisiko erhöhen. Diese Risiken sollten daher insbesondere in der Schwangerschaft minimiert werden.

Stillen und vaginale Geburt können vorbeugen

Kinder sollten  für vier bis sechs Monate voll gestillt werden, denn über die Muttermilch erhalten sie wichtige Stoffe für ihr Immunsystem, das zu Beginn des Lebens noch nicht vollständig entwickelt ist. Ab Beginn des fünften Monats, spätestens ab dem siebten Monat wird die Beikostfütterung empfohlen, um den steigenden Nährstoffbedarf zu decken. Sojanahrung zur Allergieprävention für Säuglinge einzusetzen, wird nicht empfohlen.

Ein Kaiserschnitt birgt im Vergleich zur normalen Geburt ein höheres Allergierisiko für das Kind. Forschende vermuten, dass dabei eine andere, spätere oder weniger vielfältige Bakterienbesiedelung im Darm und auf der Haut eine wesentliche Rolle spielt. Denn im Geburtskanal bekommen Säuglinge wichtige Bakterien für ihr Immunsystem mit, was das Risiko für spätere Atemwegs- und Verdauungsprobleme senkt. Daher wird von einem Kaiserschnitt ohne medizinischen Grund abgeraten.

Haustiere und Übergewicht als Risikofaktoren

Laut aktueller Studienlage muss man nicht generell auf Haustiere verzichten um Allergien vorzubeugen. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass Katzen im Haushalt das Risiko für Allergien erhöhen könnten. Bei Risikokindern sollte man Katzen daher laut Leitlinie nicht halten.

Übergewicht zu vermeiden, wird ebenfalls - insbesondere bei Kindern – zur Allergieprävention empfohlen. Zahlreiche Studien geben zum Beispiel Hinweise darauf, dass deutlich Übergewichtige eher zu Asthma neigen.

Schützt das Leben auf dem Bauernhof?

Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe von Empfehlungen, wie das Immunsystem stimuliert und damit vor der Ausbildung allergischer Krankheitsbilder geschützt werden kann. Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, haben beispielsweise ein geringeres Risiko für Asthma. Auch der Besuch einer Kindertagesstätte in den ersten zwei Lebensjahren oder eine höhere Anzahl älterer Geschwister hat positive Aspekte.

Video: Vom Stall zum Medikament: Bauernhofstaub-Extrakt zur Prävention und Therapie von Asthma und Allergien

mit Prof. Erika von Mutius

Hinweis zu Werbung in Videos

Auf Werbeinhalte, die vor, während oder nach Videos von WEBSITE-URL eingeblendet werden, hat WEBSITE-URL keinen Einfluss. Wir übernehmen keine Gewähr für diese Inhalte. Weitere Informationen finden Sie hier.

Transkript

Mich treibt schon lange die Frage um, warum Kinder überhaupt Asthma und Allergien entwickeln. Wir haben seit vielen Jahren gesehen, dass das nicht der Fall ist, wenn Kinder auf einem traditionellen Bauernhof aufwachsen. Und wir haben in vielen Studien herausgefunden, woran das liegt, nämlich, dass sie sich im Kuhstall schon früh im Leben aufhalten. Das ist aber ein vorbeugender Effekt und was wir nicht untersuchen können ist, ob ein Kind, das schon eine Allergie, ein Asthma hat, auf dem Bauernhof das vielleicht verlieren könnte. Also haben wir Zugriff genommen zu einem Tiermodell, in dem Fall zu der Maus. Was haben wir gemacht? Wir sind in den Kuhstall gegangen und in dem Kuhstall haben wir Proben genommen. Ich sage jetzt mal so salopp, wir haben den Dreck gesammelt und haben diesen Dreck ausgewaschen. Diese Substanzen enthalten keine Allergene mehr. Da kann man nicht mehr drauf allergisch reagieren. Und ja, es ist so: Die allergische Maus ist mit diesem Extrakt behandelbar und zwar so, dass alle diese Asthma-Merkmale, die so typisch sind, nämlich die Atemwegshyperreagibilität und die Atemwegszündung, insbesondere mit den sogenannten Eosenhilenzellen, ganz klar unterdrückt wird. Wir haben hier jetzt den Hinweis, dass wir nicht nur eine Vorbeugung erzielen können, sondern dass wir tatsächlich auch eine Behandlung erzielen können. Jetzt ist so ein Extrakt natürlich vielfältig und enthält zahlreiche Substanzen. Wir haben den hier im Helmholtz Zentrum München nach allen Regeln der Kunst zerlegt und denken, wir haben jetzt doch zwei, drei Substanzen, die tatsächlich diesen Schutz ausmachen. Und das ist jetzt unsere Arbeit: Zu beweisen, dass sie das können und das Ganze in eine Therapieentwicklung zu bringen. Das klingt jetzt alles ganz einfach und ganz logisch. Das ist aber wirklich ein langer Weg, kostspieliger Weg. Aber ich hoffe sehr, dass wir das, was wir in diesen vielen Jahren gelernt haben in der Beobachtung dieser Kinder und dieser Bauernpopulationen, dass wir das wirklich umsetzen können, dass auch Kinder, die von Asthma und Allergien geplagt sind und auch Erwachsene, dass die von so einer Behandlung profitieren könnten.

Impfungen bei Allergierisiko

Bislang konnte kein Beleg dafür erbracht werden, dass Impfungen das Allergierisiko erhöhen. Vielmehr gibt es Hinweise, dass Impfungen das Allergierisiko sogar senken können. Daher wird allen Kindern, auch Risikokindern, die Impfung gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission empfohlen.

Mehr zu Allergien erfahren Sie beimAllergieinformationsdienst von Helmholtz Munich.

Mehr zu Allergien

Allergien und Atemwege: Grundlagen

Grundlagen

Allergische Erkrankungen gehen auf eine fehlgeleitete Antwort des Immunsystems zurück. Mehr zur Entstehung und Symptomen des allergischen Schnupfens.

Mehr erfahren

Allergien und Atemwege: Diagnose

Diagnose

Wie wird eine allergische Atemwegserkrankung diagnostiziert? Welche Untersuchungen geben Hinweise auf eine Allergie?

Mehr erfahren

Allergien und Atemwege: Behandlung

Therapien

Die wichtigste Maßnahme bei allergischem Schnupfen ist, den Kontakt mit dem verantwortlichen Allergenen möglichst vollständig zu vermeiden.

Mehr erfahren

Allergien und Atemwege: Risikofaktoren

Risikofaktoren

Die Entstehung von Allergien ist ein komplexes Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren. Was sind Risikofaktoren für allergische Erkrankungen?

Mehr erfahren

Allergien und Atemwege: Häufigkeit

Verbreitung

Wie häufig sind allergische Erkrankungen der Atemwege in Deutschland und weltweit?

Mehr erfahren

Allergien und Atemwege: Was wird geforscht?

Forschungsansätze

Was sind Forschungsansätze zum Thema Allergien und Atemwege?

Mehr erfahren

Quellen

Letzte Aktualisierung: 15.05.2020

News aus der Lungenforschung

Jetzt unseren Newsletter abonnieren und unserem WhatsApp-Kanal folgen!