Skip to main content
Chloride channels conducting chloride ions across a cell membrane
Juan Gärtner - stock.adobe.com

Können Medikamente gegen Mukoviszidose bei COPD helfen?

COPD und Mukoviszidose haben eine Gemeinsamkeit, die zu neuen Behandlungsansätzen für die bisher unheilbare COPD führen könnte: ein Problem mit einem bestimmten Protein namens CFTR.

CFTR steht für Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator. Das CFTR-Gen sorgt dafür, dass auf der Oberfläche von Zellen ein wichtiger Kanal für den Salztransport gebildet wird. Bei Mukoviszidose entsteht die Krankheit durch Veränderungen (Mutationen) im CFTR-Gen.

Bei COPD und chronischer Bronchitis kann es ebenfalls zu Problemen mit CFTR kommen, allerdings nicht durch Mutationen, sondern durch äußere Einflüsse wie

Ähnliche Symptome – gleiche Behandlung?

Dadurch ähneln sich die Symptome von Mukoviszidose und COPD. Beide Krankheiten können auch andere Organe beeinträchtigen, wie

  • die Bauchspeicheldrüse,
  • den Magen-Darm-Trakt und
  • die Knochen.

Es besteht die Hoffnung, dass CFTR-modulierende Medikamente, die bereits bei Mukoviszidose erfolgreich eingesetzt werden, auch bei COPD wirksam sein könnten. Es wird angenommen, dass diese Mukoviszidose-Medikamente die Begleiterkrankungen, die mit der CFTR-Problematik zusammenhängen, bei Menschen mit COPD und chronischer Bronchitis verbessern könnten.

Diese Annahme basiert bisher auf Literaturauswertungen. Weitere Forschung ist erforderlich, bevor CFTR-Modulatoren bei Menschen mit COPD eingesetzt werden können.

Quellen:

  • Miravitlles, M. et al.: Potential systemic effects of acquired CFTR dysfunction in COPD. In: Respiratory Medicine 2023, doi: 10.1016/j.rmed.2023.107499