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Helfen E-Zigaretten beim Rauchstopp?

Schon lange werden Nutzen und Risiken von E-Zigaretten zur Rauchentwöhnung diskutiert. In einer kürzlich erschienenen Aktualisierung einer Cochrane-Übersichtsarbeit fassen Forschende die aktuelle Studienlage zum Thema „Elektronische Zigaretten zur Rauchentwöhnung“ zusammen. Die neue Version enthält nun 78 Studien aus 14 verschiedenen Ländern mit insgesamt 22.052 Studienteilnehmenden.

Die Zusammenfassung der Studien ergibt: Die Wahrscheinlichkeit, mindestens sechs Monate nicht zu rauchen, ist beim Konsum nikotinhaltiger E‐Zigaretten höher als beim Einsatz von Ersatztherapien, wie nikotinhaltiger Pflaster oder Kaugummis. Im direkten Vergleich bedeutet dies, dass 6 von 100 ausstiegswilligen Raucher:innen mit Nikotinersatztherapien nach sechs bis zwölf Monaten aufhören zu rauchen. Mit nikotinhaltigen E-Zigaretten sind es 10 von 100 (basierend auf sechs Studien mit 2.378 Teilnehmenden). Diese Studienergebnisse wurden als hoch vertrauenswürdig eingestuft.

Nikotinhaltige E-Zigaretten erwiesen sich zudem als nützlicher als ihr nikotinfreies Pendant: 14 von 100 Personen schafften den Rauchstopp im Vergleich zu 7 von 100 über ein Jahr, basierend auf fünf Studien mit 1.447 Teilnehmenden. Jedoch ist die Vertrauenswürdigkeit dieser Studien nur als moderat einzustufen.

Beim Vergleich der E-Zigarette mit verhaltenstherapeutischer Unterstützung oder gar keiner Unterstützung beim Rauchstopp ist die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz niedrig (3 von 100 versus 1 von 100) (sieben Studien, 3.126 Teilnehmende). Der Grund dafür ist: In einigen Studien war die unbedingte Motivation zu einem Rauchstopp ein Einschlusskriterium für Teilnehmende, in anderen nicht. Eine Vergleichbarkeit der Studien ist somit erschwert.

Fragen über Rückfallquoten bleiben offen

Die Zahlen zeigen jedoch auch, dass die Tabakentwöhnung mit E-Zigaretten kein Wundermittel ist. Nur jeder Zehnte schafft es, mindestens sechs Monate nicht zu rauchen. Auch fehlen Studien mit einer längeren Laufzeit. Lediglich eine Studie lief 24 Monate. Zu langfristigen Rückfallquoten können also keine Aussagen gemacht werden.

Meinungen über Nutzen von E-Zigaretten sind geteilt

Während der National Health Service in Großbritannien die elektronischen Verdampfer als nützlich zur Rauchentwöhnung erwägt, sind deutsche Fachgesellschaften, wie das Deutsche Zentrum für Lungenforschung und die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin gegensätzlicher Meinung. In einem aktuellen Positionspapier von April 2022 sprechen sie sich dagegen aus, Raucher:innen die E-Zigarette zur Tabakentwöhnung zu empfehlen, da die langfristigen Gesundheitsrisiken nicht abschätzbar sind.

 

Quellen:

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