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Was ist das RS-Virus?

Das Respiratorische Synzytial-Virus (kurz RS-Virus oder RSV) ist ein weltweit verbreiteter Erreger von Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege. In Mitteleuropa treten RSV-Infektionen besonders oft zwischen Oktober und März auf.

Wissenschaftliche Beratung: 
Prof. Dr. med. Lutz Nährlich, UKGM Uniklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen

Bedeutender Erreger

Grundsätzlich können Infektionen mit RS-Viren jeden treffen – unabhängig vom Alter. Am häufigsten treten RS-Virus-Infektionen jedoch in den ersten zwei Lebensjahren auf.

Weltweit ist das RS-Virus in jedem Lebensalter ein häufiger Auslöser von akuten Atemwegsinfekten. Bei Säuglingen, Kleinkindern bis zum Alter von zwei Jahren und älteren Erwachsenen ist das RSV einer der bedeutendsten Erreger von Atemwegsinfektionen.

In den ersten sechs Lebensmonaten können diese besonders schwer verlaufen. Frühgeborene, Kinder mit Vorerkrankungen der Lunge (zum Beispiel bronchopulmonale Dysplasie oder zystische Fibrose) sowie Kinder mit Herzfehlern haben ein besonderes Risiko für schwere RSV-Verläufe.

Lesen Sie dazu mehr im Kapitel RS-Virus: Risikofaktoren.

Bis zum Ende des zweiten Lebensjahres haben nahezu alle Kinder mindestens eine RS-Virus-Infektion durchgemacht. Ein bis zwei Prozent von ihnen werden deshalb im Krankenhaus behandelt. Ältere Kinder und Erwachsene entwickeln in aller Regel nur leichte, erkältungsähnliche RS-Virus-Symptome

RS-Virus, Inkubationszeit und Übertragung

Das RS-Virus gehört zur Virenfamilie der Pneumoviridae. Der Erreger ist weltweit verbreitet. Die Übertragung erfolgt vor allem durch Tröpfcheninfektion von einer infektiösen Person auf eine andere Person oder indirekt über kontaminierte Hände, Gegenstände oder Oberflächen.

Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten erster Symptome beträgt in der Regel zwei bis acht Tage, im Durchschnitt etwa fünf Tage.

Drei bis acht Tage bleiben infizierte Personen ansteckend. Frühgeborene, Neugeborene und Menschen mit geschwächtem Immunsystem können das RS-Virus aber auch noch über mehrere Wochen, im Einzelfall sogar über Monate weitergeben.

RSV-Infektion: Krankheitsmechanismen

Das RS-Virus besitzt eine doppelschichtige Lipidhülle, die mit der Zellmembran der Wirtszelle verschmelzen kann. Auf diesem Weg wird das genetische Material des Virus in die Lungenzelle eingeschleust. Spezielle Eiweiße der Virusmembran führen darüber hinaus zum Verschmelzen benachbarter Zellen des Lungengewebes und damit zur Bildung von Riesenzellen mit mehreren Zellkernen (sogenannten Synzytien).

Abgestorbene Zellen, einwandernde Zellen des Immunsystems und Schleim verstopfen in der Folge die Bronchien. Im Verlauf von vier bis acht Wochen regenerieren sich die geschädigten Lungenzellen jedoch wieder.

RSV-Infektionen bei Kleinkindern

Bei sehr jungen Kindern greifen RS-Virus-Infektionen in den ersten Lebensmonaten leicht von den oberen auf die unteren Atemwege über.

Da die Atemwege von Säuglingen relativ eng sind, werden ihre Bronchiolen und ihr Lungengewebe bei RSV-Infektionen besonders in Mitleidenschaft gezogen. Es kommt zur Entzündung der kleinen Endäste des Bronchialbaums (Bronchiolitis) und zur Lungenentzündung und selten auch zu Atemaussetzern (Apnoen).

Auf Grund von normalen (physiologischen) Veränderungen – wie etwa der zunehmenden Größe der unteren Atemwege – nimmt diese Gefahr mit zunehmendem Lebensalter ab.

Mehr zum RS-Virus

RS-Virus: Symptome

Symptome

RS-Virus-Symptome sind meist Schnupfen, Husten, Halsschmerzen, Fieber. Bei Säuglingen oder Kleinkindern verläuft eine RSV-Infektion im Allgemeinen schwerer.

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RS-Virus-Infektion erkennen

Diagnose

Für den Nachweis des respiratorischen Syncytial-Virus (RS-Virus) haben sich in der Praxis vor allem der Genomnachweis und der Antigennachweis etabliert.

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RS-Virus-Infektion behandeln

Therapie

Die RS-Virus-Therapie besteht vor allem aus der Symptombehandlung, Krankenhausüberwachung, Versorgung mit Flüssigkeit oder Sauerstoff bei Atemnot.

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RS-Virus-Infektion vorbeugen

RSV-Prävention

Seit Sommer 2023 ist ein RSV-Impfstoff für Risikogruppen zugelassen. Für Hochrisiko-Babys gibt es zusätzlich eine Prophylaxe gegen das RS-Virus, die kurzfristig Schutz bietet.

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Schwerer Krankheitsverlauf

Risikofaktoren

Welche Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf einer RS-Virus-Infektion?

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Forschung zum RS-Virus

Forschungsansätze

Neue Ansätze in der Forschung zielen vor allem auf die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das RS-Virus ab.

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Quellen

 

Letzte Aktualisierung: 20.11.2024

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