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Alpha-1-Antitrypsin-Mangel: Forschungsansätze

Die Forschung zur Behandlung von Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AATM) konzentriert sich vor allem auf die Entwicklung einer Gentherapie. Da die Erkrankung durch eine einzige definierte Genmutation verursacht wird, suchen Forschende nach Möglichkeiten, diese Mutation zu korrigieren und so die Erkrankung zu heilen.

Wissenschaftliche Beratung:
PD Dr. med. Timm Greulich, Universitätsklinikum Marburg
Dipl.-Biol. Martina Veith,  Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL)

Gentherapie

Um genetische Informationen zu verändern, werden sogenannte Genvektoren eingesetzt. Diese sollen die korrekte genetische Information in die Zielzellen einschleusen. Als Vektoren eignen sich vor allem Viren, da diese in der Lage sind, in Zellen einzudringen und das genetische Material anzugreifen. Das optimale Virus darf aber nur diese eine korrigierende Information einbringen, ohne sonstige zusätzlich schädigende Effekte zu haben.

Ein Ansatz ist, den Genvektor direkt in den Organismus einzubringen. Der Genvektor findet dann selbstständig seine Zielzelle. Wechselwirkungen – mit anderen Zellen und auch anderen Erregern – sind dabei allerdings schwer kontrollierbar.

Bei einem zweiten Ansatz werden im Labor zunächst Stammzellen des betroffenen Gewebes herangezüchtet. Anschließend werden diese unter kontrollierten Bedingungen mit Hilfe eines Genvektors mit der korrekten genetischen Information ausgestattet. Erst dann werden diese Zellen dem Organismus zurückgeführt.

Die Gentherapie befindet sich derzeit allerdings noch in der Entwicklung und bislang stehen keine sicheren Verfahren für den Menschen zur Verfügung.

Inhalation von AAT

Ein zweiter therapeutischer Ansatz, an dem Forschende arbeiten ist die Inhalation von AAT. So soll das fehlende Eiweiß direkt an den Ort mit dem größten Bedarf, nämlich in die Lunge, gebracht werden. Auch zu diesem Ansatz sind jedoch noch weitere Forschungsarbeiten nötig bevor ein solches Medikament eventuell im klinischen Alltag eingesetzt werden kann.

Patientenregister

Patientenregister sollen dabei helfen, mehr über Krankheiten zu erfahren. So zum Beispiel über den Verlauf, mögliche Risikofaktoren oder auch die therapeutische Versorgung der Betroffenen. Gerade bei seltenen Erkrankungen wie dem Alpha-1-Antitrypsin-Mangel sind Patientenregister hilfreich, denn mit ihrer Hilfe ist es möglich, die Daten von größeren Patientenzahlen zu erfassen und auszuwerten, um so verlässliche Rückschlüsse auf die Erkrankung ziehen zu können.

In Deutschland gibt es zum Bespiel das Deutsche Alpha-1-Antitrypsin Register.

Auf europäischer Ebene wurde 2019 das Projekt EARCO gestartet, kurz für European Alpha-1 Research Collaboration. Dies ist ein paneuropäisches Netzwerk aus Forschenden und klinischen Experten zum AATM. Ein Kerninhalt des Projektes ist der Aufbau eines europäischen AAT-Registers. Ziel ist es innerhalb von 3 Jahren 3.000 Patientinnen und Patienten aus mehr als 20 Ländern zu erfassen und damit in Zukunft noch mehr über den Alpha-1-Antitrypsin-Mangel zu erfahren. 

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Mehr zum Alpha-1-Antitrypsin-Mangel

Alpha-1-Antitrypsin-Mangel: Was ist das?

Grundlagen

Bei AAT-Mangel wird das Protein Alpha-1-Antitrypsin durch einen Gen-Defekt nicht mehr oder nicht in ausreichender Menge hergestellt.

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Alpha-1-Antitrypsin-Mangel erkennen

Diagnose

Für die Diagnose von Alpha-1-Antitrypsin-Mangel wird zunächst der AAT-Spiegel im Blut gemessen. Ist dieser erniedrigt folgen weitere Untersuchungen.

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Alpha-1-Antitrypsin-Mangel behandeln

Therapie

Bislang gibt es keine ursächliche Therapie für den Alpha-1-Antitrypsin-Mangel. Die Behandlung richtet sich vor allem nach den Empfehlungen für die Behandlung von COPD.

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Alpha-1-Antitrypsin-Mangel: Was erhöht das Risiko?

Risikofaktoren

Alpha-1-Antitrypsin-Mangel entsteht durch einen angeborenen Gendefekt. Risikofaktoren wie Rauchen oder Alkohol können die Krankheit negativ beeinflussen.

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Wie häufig ist Alpha-1-Antitrypsin-Mangel?

Verbreitung

Der Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AATM) ist eine seltene Erkrankung. In Deutschland sind schätzungsweise zwischen 8.000 und 20.000 Personen von AATM betroffen.

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Quellen

  • European Respiratory Society: EARCO: European Alpha -1- Research Collaboration. 
  • Miravirelle, M. et al.: The European Alpha-1 Research Collaboration (EARCO): a new ERS Clinical Research Collaboration to promote research in alpha-1 antitrypsin deficiency. Eur Respir J. 2019 Feb 14;53(2):1900138. doi: 10.1183/13993003.00138-2019. 
  • Banuls, Lucia et al.: Gene Therapy in Rare Respiratory Diseases: What Have We Learned So Far? J Clin Med 2020 Aug 8;9(8):2577. doi: 10.3390/jcm9082577. Choi, S.M. et al.: Efficient drug screening and gene correction for treating liver disease using patient-specific stem cells. In: Hepatology, 2013, doi: 10.1002/hep.26237.
  • Podolska, K. et al.: Gene therapy prospects – intranasal delivery of therapeutic genes. In: Advances in Clinical and Experimental Medicine, 2012, 21 (4), 525-34.
  • Stolk, J. et al.: Efficacy and safety of inhaled α1-antitrypsin in patients with severe α1-antitrypsin deficiency and frequent exacerbations of COPD. Eur Respir J. 2019 Nov 21;54(5):1900673. doi: 10.1183/13993003.00673-2019. 

Letzte Aktualisierung: 30.11.2020

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