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Was ist eine Bronchitis?

Bei einer Bronchitis handelt es sich um eine Entzündung der Schleimhaut in den unteren Atemwegen, genauer gesagt in den Bronchien.

Wissenschaftliche Beratung: 
Prof. Dr. Jessica Rademacher, Medizinische Hochschule Hannover, BREATH/DZL

Zwei Formen der Bronchitis: akut und chronisch

Generell unterscheiden Fachleute zwei Formen, die sich in Schwere und Dauer unterscheiden:

  • die akute Bronchitis, die plötzlich auftritt und
  • die chronische, also dauerhafte Bronchitis

Eine nicht ausgeheilte akute Bronchitis kann in eine chronische Bronchitis übergehen.

Akute Bronchitis

Bei der akuten Bronchitis sind die Schleimhäute der Bronchien akut entzündet. Auslöser der Entzündung sind in über 90 Prozent der Fälle Viren, nur selten Bakterien oder Pilze.

Folgende Viren, sind häufig Auslöser der akuten Bronchitis:

Daneben können auch andere Infektionskrankheiten wie Masern oder Keuchhusten eine Bronchitis nach sich ziehen. 

Manchmal dringen bei einer viralen Bronchitis zusätzlich Bakterien in die bereits geschädigten Schleimhäute ein. Dann sprechen Fachleute von einer Sekundärinfektion.

Video: Entzündungen bei Lungenerkrankungen: Das sollten Sie wissen

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Akute Bronchitis: Symptome

Typisches Symptom einer akuten Bronchitis ist Husten mit Auswurf. Weitere Bronchitis-Symptome sind:

  • Fieber
  • Halsschmerzen
  • Brustschmerzen beim Husten
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Schnupfen

Komplikationen und Verlauf einer akuten Bronchitis

Nicht selten entzünden sich bei einer Bronchitis auch die Schleimhäute im Kehlkopf (Laryngitis) und/oder in der Luftröhre. Eine gleichzeitige Entzündung von Luftröhre und Bronchien bezeichnen Ärzt:innen als Tracheobronchitis.

Atemnot gehört nicht zu den typischen Symptomen einer akuten Bronchitis. Bei einer vorbestehenden Lungenerkrankung wie Asthma kann sich die damit verbundene Atemnot durch eine zusätzliche akute Bronchitis verstärken. Bestehen keine Vorerkrankungen der Lunge, ist Atemnot ein möglicher Hinweis auf eine Lungenentzündung.

Was die Bronchitis-Dauer betrifft, so verschwindet die akute Form im Normalfall von selbst, meist ohne weitere Komplikationen. Die Symptome gehen in der Regel innerhalb von fünf bis zehn Tagen zurück. Durch eine Sekundärinfektion mit Bakterien kann sich der Krankheitsverlauf verlängern. Ein meist trockener Reizhusten kann als Folge einer akuten Bronchitis noch über mehrere Wochen anhalten.

Video: Was passiert im Körper bei einer Lungenentzündung?

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Transkript: Was passiert im Körper bei einer Lungenentzündung

Mit der Atemluft gelangen neben dem lebensnotwendigen Sauerstoff auch Krankheitserreger in die Atemwege. Meist kann der Körper sie durch seine Selbstreinigungsmechanismen entfernen oder durch das Immunsystem unschädlich machen.

Gelingt das nicht, können sich die Krankheitserreger in den Atemwegen ausbreiten. Die betroffenen Abschnitte entzünden sich. Breiten sich die Krankheitserreger bis in die tiefen Atemwege aus, kann eine Lungenentzündung auftreten.

Die häufigste Ursache einer Lungenentzündung sind bestimmte Bakterien, die Pneumokoken, aber auch andere Bakterienarten. Viren, Pilze, eingeatmete Fremdkörper oder chemische Reize sind mögliche Ursachen einer Lungenentzündung.

Es können sich verschiedene Bereiche der Lunge entzünden, etwa die Lungenbläschen, die Bronchien oder auch das Lungenzwischengewebe.

Ist ein Lungenlappen komplett entzündet, sprechen Fachleute von einer Lobärpneumonie.

In schweren Fällen kann eine Lungenentzündung zu einem akuten Lungenversagen führen. Dabei sammelt sich Flüssigkeit in der Lunge an. Die Atmung ist erschwert und der Körper erhält nicht genügend Sauerstoff. Ein akutes Lungenversagen ist lebensbedrohlich und muss schnellstmöglich behandelt werden.

Bis zum Lungenversagen muss es aber nicht kommen. In der Regel lässt sich eine Lungenentzündung gut behandeln, wenn sie rechtzeitig erkannt wird.

Gegen eine bakterielle Lungenentzündung helfen Antibiotika. Sind Viren oder Pilze die Krankheitsursache, gibt es auch dagegen spezielle Medikamente.

Besser als behandeln ist aber Vorbeugen. Gegen die wichtigsten Erreger der Lungenentzündung, die Pneumokoken, gibt es eine Schutzimpfung.

Akute Bronchitis bei Kindern – Spastische Bronchitis

Bei Kleinkindern und Babys mit akuter Bronchitis verengen sich die ohnehin schon kleinen Atemwege, wenn die Bronchialschleimhaut anschwillt. Dies ist besonders schwerwiegend, da der Durchmesser der Kinderbronchien von Natur aus kleiner ist. 

Zusätzlich kann sich die Bronchialmuskulatur verkrampfen. Dann liegt eine obstruktive oder spastische Bronchitis vor. Typische Symptome sind

  • Husten,
  • Kurzatmigkeit und
  • pfeifende oder brummende Geräusche beim Ausatmen.

Bei den meisten Kindern heilt eine spastische Bronchitis folgenlos aus. In manchen Fällen ist sie jedoch ein Vorbote für Asthma bronchiale. Ein erhöhtes Risiko haben Kinder mit 

  • einer erblichen Vorbelastung,
  • Allergien,
  • Neurodermitis oder
  • wiederholten spastischen Bronchitis-Erkrankungen.

Mehr zu Asthma bei Kindern und Jugendlichen

Chronische Bronchitis

Bei einer chronischen Bronchitis ist die Schleimhaut in den Bronchien dauerhaft entzündet. Die sogenannten Becherzellen in der Schleimhaut vermehren sich und produzieren übermäßig viel Schleim (Mucus). Gleichzeitig gehen die Flimmerhärchen (Zilien) verloren, die dabei helfen, Schleim und Fremdstoffe abzutransportieren. Die Selbstreinigungsfunktion der Bronchien funktioniert nicht mehr und es tritt ein chronischer Husten mit Auswurf auf.

Laut einer bereits etwas älteren Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt eine chronische Bronchitis vor, wenn Husten und Auswurf 

  • wenigsten drei Monate lang
  • in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahren anhalten und
  • andere Ursachen ausgeschlossen wurden.

Wie entsteht eine chronische Bronchitis?

Eine chronische Bronchitis ist häufig die Folge des regelmäßigen Rauchens. Die zahlreichen Schadstoffe im Zigarettenrauch reizen die Bronchialschleimhaut, die sich infolgedessen entzündet. Umgangssprachlich wird die Krankheit daher auch als „Raucherhusten“ bezeichnet. 

Neben Zigarettenrauch können auch regelmäßig eingeatmeter Feinstaub oder chemische Reizstoffe am Arbeitsplatz zu einer chronischen Bronchitis führen. Die Gefahr dafür steigt bei vorerkrankten Menschen mit wiederholten Atemwegsinfekten. Auch bestimmte erbliche Faktoren wie ein Alpha-1-Antitrypsin-Mangel begünstigen eine chronische Bronchitis.

Chronische Bronchitis: Symptome und Verlauf

Das vorherrschende Symptom bei einer chronischen Bronchitis ist Husten, zumeist mit schleimigem Auswurf. Häufig tritt er verstärkt morgens nach dem Aufstehen auf.

Da sie Selbstreinigungskraft der Lunge bei chronischer Bronchitis geschwächt ist und die Flimmerhärchen den Schleim der Bronchialschleimhaut nicht mehr richtig aus der Lunge abtransportieren können, kann sich eine chronische Bronchitis durch eine bakterielle Infektion noch weiter verschlimmern. Deswegen haben Menschen mit chronischer Bronchitis auch ein erhöhtes Risiko für eine Lungenentzündung oder andere schwere Lungeninfektionen.

Die chronische Bronchitis kann sich schleichend verschlimmern und sich zur einer chronisch-obstruktiven Bronchitis entwickeln, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird. Obstruktiv bedeutet, dass die Atemwege dauerhaft verengt sind. Diese Entwicklung der Erkrankung tritt bei etwa jeder fünften Person mit einer chronischen Bronchitis auf. Der Übergang zur chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD mit oder ohne Lungenemphysem ist dann fließend.

Mehr dazu: „COPD - Chronisch obstruktive Lungenerkrankung“.

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Forschnung zu Bronchitis

Forschungsansätze

Was sind Forschungsansätze zur akuten und chronischen Bronchitis?

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Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM): S3-Leitlinie Akuter und chronischer Husten. AWMF-Registernr. 053 - 013, Stand 02/2021
  • Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) et al.: S2k-Leitlinie Fachärztliche Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit Husten. AWMF-Registernr. 020-003, Stand 01/2025
  • Morice, A.H. et al. ERS guidelines on the diagnosis and treatment of chronic cough in adults and children. Eur Respir J. 2020, 55 (1): 1901136
  • Word Health Organization (WHO): Chronic obstructive pulmonary disease (COPD). Stand 11/2024
  • Widysanto, A. et al.: Chronic Bronchitis. StatPearls Publishing, Stand 02/2025
  • Schorlemer, C. uns Eber, E.: Akute virale Bronchiolitis und obstruktive Bronchitis bei Kindern. Monatsschr Kinderheilkd. 2020, 168(12): 1147-1157

Letzte Aktualisierung: 22.09.2025

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