Bronchitis: Forschungsansätze
Ziel der Forschung zur akuten und chronischen Bronchitis ist es, die Entstehungsmechanismen besser zu verstehen sowie Diagnose und Therapie zu verbessern.
Wissenschaftliche Beratung:
Prof. Dr. Jessica Rademacher, Medizinische Hochschule Hannover, BREATH/DZL
Forschung zur akuten Bronchitis
Die Forschung rund um die akute Bronchitis bezieht sich meist auf akute Atemwegsinfekte im Allgemeinen. Trotz ihrer Häufigkeit spielen Erkältungskrankheiten und Bronchitiden in der Medizinforschung eine eher untergeordnete Rolle.
Eine aktualisierte große Übersichtsarbeit zu verschiedenen Studien – ein sogenannter Cochrane-Review – bestätigt, dass Antibiotika bei akuten Atemwegsinfekten kaum Vorteile bieten.
Im Bereich der chronischen Bronchitis stehen vor allem die Entstehungsmechanismen im Fokus. Hier gibt es starke Überschneidungen zur COPD-Forschung, da die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung in der Regel mit einer chronischen Bronchitis beginnt. Bisher ist es noch immer oft nicht leicht zu unterscheiden, ob eine chronische Bronchitis, ein Lungenemphysem oder eine COPD vorliegt.
Die Mechanismen der einzelnen Krankheitsbilder zu erforschen, soll auch hier dabei helfen, neue Diagnose- und Therapieformen zu entwickeln. Unter anderem konnte ein Forschungsteam aus Marburg zwei Biomarker identifizieren, mit denen sich Risikopatient:innen für einen schweren Verlauf der COPD identifizieren lassen: die Durchlässigkeit für Kohlenmonoxid und die sogenannte Überblähung der Lunge. Auch bei Menschen mit chronischer Bronchitis könnte ein Augenmerk auf verschiedene Risikofaktoren sinnvoll sein, um zu verhindern, dass sich eine COPD entwickelt.
Mehr dazu: Was macht die COPD-Forschung?
Quellen
- Spurling, G.K et al.: Immediate versus delayed versus no antibiotics for respiratory infections. Cochrane Database Syst Rev. 2023, 10 (10):CD004417
- Pott, H. et al.: Diffusion capacity and static hyperinflammation as markers of disease progression predict 3-year mortality in COPD: Results from COSYCONET. In: Respirology 2025, 30 (2): 134-146
Letzte Aktualisierung: 22.09.2025