Bronchitis: Risikofaktoren
Viren sind mit 90 Prozent die häufigste Ursache für eine akute Bronchitis. Bei der chronischen Bronchitis ist das Rauchen Risikofaktor Nummer 1.
Wissenschaftliche Beratung:
Prof. Dr. Jessica Rademacher, Medizinische Hochschule Hannover, BREATH/DZL
Akute Bronchitis: Risikofaktor „schwache Abwehr“
In der kalten Jahreszeit ist die Wahrscheinlichkeit höher, an einer akuten Bronchitis zu erkranken. Auch längere Aufenthalte in trockener Luft (zum Beispiel in einem klimatisierten Büro und auf Langstreckenflügen) können Infekte mit Viren und Bakterien begünstigen. Die trockene Luft reizt die Schleimhaut in den Atemwegen und schwächt ihre Abwehrmechanismen gegen Krankheitserreger.
Kinder haben ein noch nicht voll entwickeltes Immunsystem und kommen in der Krippe, Kindertagesstätte oder Schule mit zahlreichen Krankheitserregern in Kontakt. Daher sind akute Bronchitis-Erkrankungen bei Kindern (und ihren Eltern) nicht selten. Die Gefahr, dass eine harmlose Erkältung zur Bronchitis wird, steigt durch Vorschädigungen der Atemwege – etwa durch
- Luftverschmutzung und
- Passivrauch,
- wiederholte Atemwegsinfekte oder
- bestehende Lungenerkrankungen.
Großer Risikofaktor: Rauchen
Ein großer Risikofaktor für eine akute und auch für eine chronische Bronchitis ist das Rauchen. So erkranken Kinder, die durch rauchende Eltern Passivrauch ausgesetzt sind, doppelt so oft an Infektionen. Außerdem zeigen zahlreiche Untersuchungen, dass Husten und Auswurf mit der Zahl der gerauchten Zigaretten zunehmen.
Reizstoffe und Luftverschmutzung
Auch Menschen, die etwa an ihrem Arbeitsplatz vielen Reizstoffen ausgesetzt sind, haben ein höheres Erkrankungsrisiko für eine chronische Bronchitis. In Großstädten lebende Personen erkranken häufiger als Landbewohner. Das könnte auf die erhöhte Feinstaubbelastung in Städten zurückzuführen sein. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mahnt, dass Luftverschmutzung vor allem in Entwicklungsländern einen der wichtigsten Risikofaktoren für chronische Bronchitis und COPD darstellt – und dass die Situation sich durch den Klimawandel und die steigenden Schadstoffwerte weltweit verschärfen wird.
Weitere Bronchitis-Risikofaktoren
Zudem steigt mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit, an einer chronischen Bronchitis zu erkranken. Auch eine vererbte Überempfindlichkeit der Bronchien oder Genmutationen wie ein Alpha-1-Antitrypsin-Mangel sind ein Risikofaktor.
Daneben können verschiedene Medikamente als Nebenwirkungen Husten auslösen und Symptome einer chronischen Bronchitis begünstigen, zum Beispiel blutdrucksenkende Medikamente wie ACE-Hemmer und Betablocker. Auch die Wirkstoffe Methotrexat, der das Immunsystem unterdrückt, und Amiodaron (gegen Herzrhythmusstörungen) haben diverse mögliche Nebenwirkungen, zu denen auch chronischer Husten zählt.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM): S3-Leitlinie Akuter und chronischer Husten. AWMF-Registernr. 053 - 013, Stand 02/2021
- Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) et al.: S2k-Leitlinie Fachärztliche Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit Husten. AWMF-Registernr. 020-003, Stand 01/2025
- Morice, A.H. et al.: ERS guidelines on the diagnosis and treatment of chronic cough in adults and children. Eur Respir J. 2020, 55 (1): 1901136
- Sin, D.D. et al.: Air pollution and COPD: GOLD 2023 committee report. Eur Respir J. 2023, 61 (5): 2202469
- Robert Koch-Institut (RKI): Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Daten und Fakten: Ergebnisse der Studie Gesundheit in Deutschland aktuell 2012. (Letzter Abruf: 22.09.2025)
Letzte Aktualisierung: 22.09.2025