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COPD-App auf Rezept

Im Dezember 2022 wurde eine Smartphone-App für Menschen mit der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) vorläufig in das Verzeichnis der digitalen Gesundheitsanwendungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgenommen. In einer randomisierten, kontrollierten Studie konnte der positive Versorgungseffekt der App bereits nachgewiesen werden.

Es gibt einige Hinweise darauf, dass eine pneumologische Rehabilitation die körperliche Leistungsfähigkeit sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität von COPD-Patient:innen verbessern kann. Allerdings ist es für die Betroffenen oft schwierig, ihre körperliche Aktivität nach der Reha beizubehalten und ein regelmäßiges Bewegungstraining in ihren Alltag zu integrieren. Auch fehlt es oftmals an ausreichenden Anweisungen, um das Bewegungstraining zu Hause fortzusetzen. Abhilfe könnte die regelmäßige Nutzung einer Smartphone-Anwendung schaffen.

„Positiver Versorgungseffekt“: Verbesserung der Lebensqualität

Die in dem BfArM-Verzeichnis der digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) gelistete COPD-App enthält ein körperliches Trainingsprogramm (Video-Tutorials), Schulungs- und Entspannungseinheiten sowie die Funktion, Schrittziele vorzugeben. Um in das DiGA-Verzeichnis aufgenommen zu werden, muss ein „positiver Versorgungseffekt“ für die Anwender:innen der jeweiligen App nachgewiesen werden.

Beim Lungeninformationsdienst berichteten wir bereits über die Studie zur Wirksamkeit der App. In einer randomisierten, kontrollierten Studie mit COPD-Betroffenen nach einer pneumologischen Rehabilitation konnten bereits positive Effekte nachgewiesen werden. So verbesserten sich die körperliche Aktivität (Schrittanzahl) und das Wohlbefinden. Auch berichteten die Teilnehmenden über weniger Atemnot und Müdigkeit.

Kosten für App übernimmt die Krankenkasse

Dass die App als DiGA (Digitale Gesundheitsanwendung) in das Verzeichnis des BfArM aufgenommen wurde, hat auch einen finanziellen Vorteil: Sie kann nun zur Therapiebegleitung neben der medikamentösen Therapie verschrieben werden. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Da die App zunächst vorläufig in das Verzeichnis aufgenommen wurde, muss der Effekt der App in weiteren Studien nachgewiesen werden.

Quellen:

  • Spielmanns M. et al.: Using a smartphone application maintains physical activity following pulmonary rehabilitation in patients with COPD: a randomised controlled trial, In: Thorax, 2022, doi: 10.1136/thoraxjnl-2021-218338
  • BfArM: DiGA-Verzeichnis (letzter Abruf: 03.02.2023)

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