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Was ist eine Grippe (Influenza)

Grippe (Influenza) ist eine akute Erkrankung der Atemwege. Auslöser ist eine Infektion mit Influenza-Viren. Diese werden durch Tröpfcheninfektion übertragen und breiten sich in den Atemwegen aus.

Wissenschaftliche Beratung:
Prof. Dr. med. Hortense Slevogt, Medizinische Hochschule Hannover, BREATH/DZL

Grippe-Symptome

Die Symptome einer Grippe sind unspezifisch – das heißt, sie können auch durch andere Atemwegsviren verursacht werden. Typisch für eine Grippe ist, dass die Symptome sehr plötzlich einsetzen. Zu Beginn äußert sich die Influenza häufig durch Beschwerden wie

  • Fieber,
  • Husten,
  • Halsschmerzen,
  • Kopfschmerzen und
  • Muskelschmerzen.

Darüber hinaus können weitere Beschwerden auftreten, wie allgemeine Schwäche oder Schweißausbrüche.

Seltener kann eine Grippe-Erkrankung auch Symptome am Magen-Darm-Trakt wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall hervorrufen.

Mögliche Komplikationen der Grippe

Bei Kindern mit Grippe tritt häufig eine Mittelohrentzündung als Grippe-Komplikation auf. 

Mögliche Komplikationen eines schweren Grippe-Verlaufs sind zum Beispiel:

  • Lungenentzündung durch das Influenza-Virus selbst (primäre Influenza-Pneumonie)
  • Lungenentzündung durch Bakterien, die den geschwächten Körper zusätzlich infizieren können (Superinfektion)
  • akute Verschlechterung (Exazerbation) einer bestehenden chronischen Lungenerkrankung wie COPD oder Asthma

Grippeviren sind weltweit verbreitet. Durch das Auftreten neuer Virus-Stämme, die von Tieren auf den Menschen überspringen können, kam es in der Vergangenheit mehrfach zu Pandemien, die weltweit sehr viele Krankheitsfälle und Todesfälle ausgelöst haben. 

Video: Was passiert im Körper bei einer Lungenentzündung?

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Transkript: Was passiert im Körper bei einer Lungenentzündung

Mit der Atemluft gelangen neben dem lebensnotwendigen Sauerstoff auch Krankheitserreger in die Atemwege. Meist kann der Körper sie durch seine Selbstreinigungsmechanismen entfernen oder durch das Immunsystem unschädlich machen.

Gelingt das nicht, können sich die Krankheitserreger in den Atemwegen ausbreiten. Die betroffenen Abschnitte entzünden sich. Breiten sich die Krankheitserreger bis in die tiefen Atemwege aus, kann eine Lungenentzündung auftreten.

Die häufigste Ursache einer Lungenentzündung sind bestimmte Bakterien, die Pneumokoken, aber auch andere Bakterienarten. Viren, Pilze, eingeatmete Fremdkörper oder chemische Reize sind mögliche Ursachen einer Lungenentzündung.

Es können sich verschiedene Bereiche der Lunge entzünden, etwa die Lungenbläschen, die Bronchien oder auch das Lungenzwischengewebe.

Ist ein Lungenlappen komplett entzündet, sprechen Fachleute von einer Lobärpneumonie.

In schweren Fällen kann eine Lungenentzündung zu einem akuten Lungenversagen führen. Dabei sammelt sich Flüssigkeit in der Lunge an. Die Atmung ist erschwert und der Körper erhält nicht genügend Sauerstoff. Ein akutes Lungenversagen ist lebensbedrohlich und muss schnellstmöglich behandelt werden.

Bis zum Lungenversagen muss es aber nicht kommen. In der Regel lässt sich eine Lungenentzündung gut behandeln, wenn sie rechtzeitig erkannt wird.

Gegen eine bakterielle Lungenentzündung helfen Antibiotika. Sind Viren oder Pilze die Krankheitsursache, gibt es auch dagegen spezielle Medikamente.

Besser als behandeln ist aber Vorbeugen. Gegen die wichtigsten Erreger der Lungenentzündung, die Pneumokoken, gibt es eine Schutzimpfung.

Grippe-Verlauf

  • Der Verlauf einer Grippe-Erkrankung kann unterschiedlich aussehen. Er kann symptomlos,
  • mild oder
  • schwer sein. 

Wie lange ist man ansteckend bei Grippe?

Bei Grippe beträgt die Inkubationszeit – also die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome – ein bis drei Tage. 

Infizierte Personen sind im Mittel bereits einige Stunden vor den ersten Beschwerden und vier bis fünf Tage nach Auftreten der ersten Grippe-Symptome ansteckend. Manche Menschen mit Grippe sind aber auch länger ansteckend. Das gilt insbesondere für Kinder.

Wie lange dauert eine Grippe?

Eine Grippe dauert normalerweise zwischen fünf und sieben Tagen. Manchmal dauert es aber auch mehrere Wochen, bis Betroffene sich wieder erholt haben.

Bei Menschen mit einem schweren Grippe-Verlauf verschlechtert sich der Zustand häufig etwa drei bis zehn Tage nach dem Symptombeginn.

Unterschiedliche Grippe-Viren

Es sind vier verschiedene Typen von Influenza-Viren (A-D) bekannt. Für die saisonalen Grippewellen sind die Influenza-Viren der Typen A und B relevant.

Das Influenza Virus A ist für schwerere Verläufe verantwortlich und hat in der Vergangenheit weltweite Pandemien ausgelöst. Es ist genetisch stark wandelbar, und kann sowohl Menschen als auch Tiere infizieren – insbesondere 

  • Vögel, die als natürliche Reservoirwirte dienen, und
  • Schweine, die als Zwischenwirte („Mischgefäße“) die Entstehung neuer Virusvarianten durch Neukombinationen der Virusbestandteile (sogenannte Reassortments) begünstigen.

Solche Varianten können anschließend wieder auf den Menschen übergehen.
Bekannte Beispiele hierfür sind 

Influenza Virus B zeigt geringere genetische Veränderungen und befällt nahezu ausschließlich den Menschen. Es führt zu eher milden Krankheitsverläufen und hat nicht das Potenzial, Pandemien hervorzurufen. 

Influenza Virus C führt zu harmlosen Atemwegserkrankungen, die meist bei Kindern auftreten. Es spielt für die jährliche Grippewelle keine Rolle. 

Influenza Virus D wurde bisher nur bei Tieren nachgewiesen. 

Infektionsweg der Grippeviren

Erkrankte geben beim Niesen, Husten oder Sprechen Tröpfchen und Aerosole (winzige, in der Luft schwebende Tröpfchen) ab, welche die hochansteckenden Krankheitserreger enthalten. Nehmen andere Personen über die Atemluft oder anderen Schleimhautkontakt diese Tröpfchen auf, können sie sich anstecken und selbst erkranken. Auch kontaminierte Flächen, wie zum Beispiel Türgriffe, spielen als Übertragungsweg eine Rolle.

Influenza-Viren unterscheiden sich durch Oberflächenstrukturen

Influenza-Viren besitzen eine Eiweiß-Hülle, welche das virale Genmaterial umgibt. Auf dieser Hülle befinden sich bestimmte Oberflächenproteine, mit deren Hilfe das Virus in Körperzellen des Wirtes eindringen kann. Diese Oberflächenstrukturen heißen

  • Neuraminidase (N) und
  • Hämagglutinin (H).

Innerhalb der Körperzellen vermehrt sich das Virus, und die neuen Viren werden wieder aus der Zelle freigesetzt, um weitere Zellen zu infizieren.

Vom Hämagglutinin sind 18 Unterarten (Subtypen) bekannt (H1 – H18), von der Neuraminidase elf (N1 – N11). 

Die Kombination dieser Subtypen charakterisiert die Grippeviren, welche die jährliche Grippewelle auslösen. In den letzten Jahrzehnten waren hier hauptsächlich die Subtypen A(H1N1) und A(H3N2) verantwortlich. 

Der Subtyp A (H5N1) bezeichnet zum Beispiel ein hochansteckendes Vogelgrippe-Virus, welches auch Menschen infizieren kann.

Oberflächenproteine schützen vor der Immunabwehr

Die Oberflächenproteine dienen gleichzeitig als Erkennungszeichen für das menschliche Immunsystem. Die Strukturen von Hämagglutinin und Neuraminidase behalten durch fortlaufende Veränderungen (Mutationen) zwar ihre Funktion. Ihre Form kann sich jedoch verändern. Dadurch erkennt das Immunsystem eines zuvor infizierten Menschen die veränderten Viren bei einer erneuten Infektion oft nicht mehr. So kann sich das Influenza-Virus der Immunabwehr entziehen.

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Die Übertragung der Grippe (Influenza) erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Gefährdet sind besonders ältere Menschen und chronisch Kranke.

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Verbreitung

Verbreitung der Grippe (Influenza) in Deutschland und weltweit.

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Forschungsansätze

Neben der jährlichen Produktion von passenden Impfstoffen, wird auch Grundlagenforschung betrieben, die neue Ansatzpunkte für Medikamente bringen soll.

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Quellen

Letzte Aktualisierung: 28.10.2025

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