Bronchitis: Therapie
Nicht-medikamentöse Maßnahmen sind sowohl bei einer akuten als auch einer chronischen Bronchitis von besonderer Bedeutung.
Wissenschaftliche Beratung:
Prof. Dr. Jessica Rademacher, Medizinische Hochschule Hannover, BREATH/DZL
Akute Bronchitis: Symptomlinderung als Therapieziel
Eine akute Bronchitis heilt häufig ohne medikamentöse Behandlung aus. Die Bronchitis-Symptome lassen sich durch fiebersenkende Wickel und schleimlösende Mittel lindern. Wichtige Maßnahmen sind
- Bettruhe und
- viel trinken.
Antibiotika bei akuter Bronchitis oft nicht sinnvoll
Meistens sind Viren die Auslöser einer akuten Bronchitis. Antibiotika helfen nur gegen bakterielle Infektionen, nicht aber gegen Viren. Eine akute Bronchitis routinemäßig mit Antibiotika zu behandeln, ist daher nicht sinnvoll. Selbst bei einer bakteriellen Bronchitis brauchen Kinder und Erwachsene ohne Vorerkrankungen nicht zwingend eine Antibiotika-Therapie.
Laut den offiziellen Empfehlungen kann eine Behandlung der akuten Bronchitis mit Antibiotika im Einzelfall erwogen werden bei
- Menschen mit schweren Herz- oder Lungenkrankheiten,
- angeborenen oder erworbenen Immundefekten sowie
- bei älteren Personen.
Bei schweren Krankheitssymptomen sollte eine Lungenentzündung (Pneumonie) ausgeschlossen werden. Eine Pneumonie wird meist durch Bakterien ausgelöst. In diesem Fall ist eine rasche Antibiotika-Therapie notwendig.
Video: Was passiert im Körper bei einer Lungenentzündung?
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Transkript: Was passiert im Körper bei einer Lungenentzündung
Mit der Atemluft gelangen neben dem lebensnotwendigen Sauerstoff auch Krankheitserreger in die Atemwege. Meist kann der Körper sie durch seine Selbstreinigungsmechanismen entfernen oder durch das Immunsystem unschädlich machen.
Gelingt das nicht, können sich die Krankheitserreger in den Atemwegen ausbreiten. Die betroffenen Abschnitte entzünden sich. Breiten sich die Krankheitserreger bis in die tiefen Atemwege aus, kann eine Lungenentzündung auftreten.
Die häufigste Ursache einer Lungenentzündung sind bestimmte Bakterien, die Pneumokoken, aber auch andere Bakterienarten. Viren, Pilze, eingeatmete Fremdkörper oder chemische Reize sind mögliche Ursachen einer Lungenentzündung.
Es können sich verschiedene Bereiche der Lunge entzünden, etwa die Lungenbläschen, die Bronchien oder auch das Lungenzwischengewebe.
Ist ein Lungenlappen komplett entzündet, sprechen Fachleute von einer Lobärpneumonie.
In schweren Fällen kann eine Lungenentzündung zu einem akuten Lungenversagen führen. Dabei sammelt sich Flüssigkeit in der Lunge an. Die Atmung ist erschwert und der Körper erhält nicht genügend Sauerstoff. Ein akutes Lungenversagen ist lebensbedrohlich und muss schnellstmöglich behandelt werden.
Bis zum Lungenversagen muss es aber nicht kommen. In der Regel lässt sich eine Lungenentzündung gut behandeln, wenn sie rechtzeitig erkannt wird.
Gegen eine bakterielle Lungenentzündung helfen Antibiotika. Sind Viren oder Pilze die Krankheitsursache, gibt es auch dagegen spezielle Medikamente.
Besser als behandeln ist aber Vorbeugen. Gegen die wichtigsten Erreger der Lungenentzündung, die Pneumokoken, gibt es eine Schutzimpfung.
Was hilft bei akuter Bronchitis?
Während einer akuten Bronchitis sollte die erkrankte Person nicht rauchen – weder aktiv noch passiv. Denn die Inhaltsstoffe von Zigaretten reizen die Schleimhäute zusätzlich. Auch reizende oder allergieauslösende Stoffe (zum Beispiel am Arbeitsplatz) gilt es zu meiden.
Körperliche Schonung ist wichtig, damit die Bronchien sich erholen können. Zudem ist eine akute Bronchitis ansteckend. Für erkrankte Kinder und Erwachsene gilt daher: Einige Tage zu Hause bleiben und körperliche Anstrengung vermeiden, bis die Symptome abgeklungen sind.
Akute Bronchitis mit Medikamenten und Hausmitteln bekämpfen
Medikamente sind bei einer akuten Bronchitis in vielen Fällen nicht notwendig. Verschiedene Präparate können bei Bedarf helfen, die Symptome zu lindern:
- Bei Fieber und Schmerzen steroidale Antirheumatika (NSAR), zum Beispiel Ibuprofen, oder Paracetamol
- Bei Husten pflanzliche Präparate (zum Beispiel mit Efeu, Thymian oder Primelwurzel)
- Bei quälendem Husten nach ärztlicher Rücksprache Hustenstiller (wie Codein oder Dextrometorphan) oder Hustenlöser (wie Ambroxol und Acetylcystein) – aber nicht in Kombination
Auch Hausmittel wie Brustwickel, Dampfbäder und Inhalation können dabei unterstützen, den Schleim in den Bronchien zu lösen und abzuhusten. Menschen mit akuter Bronchitis sollten zudem viel trinken, zum Beispiel Tee. Das befeuchtet die Schleimhäute und hilft, den Schleim in den Atemwegen zu verflüssigen.
Behandlung der chronischen Bronchitis
Für die Therapie der chronischen Bronchitis gilt: Raucht die erkrankte Person, ist ein Rauchstopp die wichtigste Maßnahme. Das gilt auch für vermeintlich weniger schädliche Alternativen wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer. Auch diese setzen Schadstoffe frei, welche die geschädigte Bronchialschleimhaut weiter reizen.
Sollten chemische Reizstoffe, Stäube oder andere Luftschadstoffe die Ursache sein, sollten man diese künftig möglichst meiden. Nur so lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten. Wenn die chronische Bronchitis noch in einem frühen Stadium ist, heilt sie möglicherweise sogar ganz aus.
Medikamente bei chronischer Bronchitis
Bei belastenden Symptomen der chronischen Bronchitis können verschiedene Ansätze aus der COPD- und Asthma-Therapie Linderung schaffen.
Erweiterung der Bronchien
Bronchienerweiternde Medikamente – sogenannte Bronchodilatatoren – weiten die verengten Atemwege und erleichtern das Atmen. Die beiden wichtigsten Bronchodilatatoren sind
Sie werden in der Regel als Spray inhaliert. Die Wirkstoffe stehen sowohl als kurzfristig wirksame Akutmedikamente (SAMA oder SABA) als auch als vorbeugende Langzeit-Medikation (LAMA oder LABA) zur Verfügung.
Husten lösen – aber wie?
Schleimlösende Wirkstoffe wie Acetylcystein und Ambroxol sind nicht offiziell für die Behandlung der chronischen Bronchitis zugelassen. Nach ärztlicher Rücksprache können sie für kurze Zeiträume eingesetzt werden, um den Schleim in den Bronchien zu lösen und das Abhusten zu erleichtern.
Eine nachhaltige Hilfe bieten beispielsweise regelmäßige körperliche Bewegung, ein gesunder Lebensstil und Atemübungen, die das Abhusten und Durchatmen erleichtern.
Die chronisch obstruktive Bronchitis ist bisher nicht heilbar, aber das Fortschreiten der Erkrankung lässt sich bremsen. Mehr dazu: COPD-Therapie
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM): S3-Leitlinie Akuter und chronischer Husten. AWMF-Registernr. 053 - 013, Stand 02/2021
- Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) et al.: S2k-Leitlinie Fachärztliche Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit Husten. AWMF-Registernr. 020-003, Stand 01/2025
- Morice, A.H et al.: ERS guidelines on the diagnosis and treatment of chronic cough in adults and children. Eur Respir J. 2020, 55 (1): 1901136. doi: 10.1183/13993003.01136-2019
- Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Nationale VersorgungsLeitlinie COPD, Stand 09/2021
- Schorlemer, C. und Eber, E.: Akute virale Bronchiolitis und obstruktive Bronchitis bei Kindern. Monatsschr Kinderheilkd. 2020, 168 (12): 1147-1157
Letzte Aktualisierung: 22.09.2025