Wird zu Erkältung geforscht?
Forschende beschäftigen sich unter anderem mit den Wechselwirkungen zwischen Virusinfektionen und dem Körper und wie sich Infektionen auf die Entwicklung chronischer Erkrankungen auswirken kann.
Wissenschaftliche Beratung:
Prof. Dr. med. Hortense Slevogt, Medizinische Hochschule Hannover, BREATH/DZL
Kein Gegenmittel gegen Erkältungen in Sicht
Auch wenn eine Erkältung kaum ernsthafte Komplikationen nach sich zieht, so ist doch fast jeder – manchmal mehrfach im Laufe eines Jahres – von ihr betroffen.
Durch Arbeitsausfall verursachen Erkältungen wirtschaftliche Schäden.
Es wäre wünschenswert, ein gutes Gegenmittel zu haben. Obgleich verschiedene antivirale Medikamente in der Entwicklung und Impfungen denkbar sind, gibt es bisher noch keine Möglichkeit, eine Erkältung ganz zu vermeiden oder zügig zu bekämpfen. Dies liegt unter anderem an der großen Vielzahl viraler Erreger, die eine Erkältung hervorrufen können.
Masken als Schutzmaßnahme
Masken haben sich als wirksame Schutzmaßnahme erwiesen. Wer sich selbst oder andere schützen möchte, kann durch das Tragen einer Maske in öffentlichen Räumen oder bei Kontakt zu erkrankten Personen das Risiko einer Ansteckung deutlich reduzieren.
Virale Infektionsmechanismen
In der Virologie beschäftigen sich weltweit Forschende damit, das Zusammenspiel zwischen Viren und den Körperzellen besser zu verstehen. Erkenntnisse darüber, wie ein Virus in eine Zelle eindringt, und ihr genetisches Material innerhalb der Zelle vermehrt, können dazu beitragen, antivirale Medikamente zu entwickeln.
Darüber hinaus beschäftigen sich Forschende mit den Auswirkungen einer Virusinfektion auf den menschlichen Organismus. Sie erarbeiten Strategien, wie sich Folgeerkrankungen leichter verhindern lassen oder erforschen, wie Virus-Infektionen beispielsweise mit Allergien zusammenhängen können.
Erkältungsviren als Auslöser von Asthma
Menschliche Rhinoviren stehen im Zusammenhang mit der Entstehung von Asthma, und auch mit dem Auslösen akuter Asthma-Schübe. Forschende untersuchen die Veränderungen, die eine Infektion mit Rhinoviren in den Epithelzellen der Atemwege auslöst, und wie diese zur Entstehung von Asthma beitragen können.
Rhinoviren
- begünstigen Entzündungen,
- schwächen die lokale Immunantwort und
- stören die Schutzfunktion, die die Epithelzellen der oberen Atemwege normalerweise ausüben.
So können Krankheitserreger und Allergene leichter eindringen. Auf diese Weise kann eine Erkältung auch beitragen, allergische Reaktionen auszulösen oder zu verstärken.
Forschungsprojekte untersuchen die individuellen Risikofaktoren bei Kindern, die eine Verschlechterung von Asthma auslösen können. Dieses Wissen hilft, neue Ansätze zur Vermeidung von Asthma-Schüben zu entwickeln.
Quellen
- Krug, J. et al.: TLR 7/8 regulates Type I and Type III Interferon Signalling in RV1b induced Allergic Asthma. In: European Respiratory Journal 2020, 57 (5): 2001562
- Michi, A.N. et al.: Rhinovirus-Induced Modulation of Epithelial Phenotype: Role in Asthma. In: Viruses 2020, 12 (11): 1328
- Jackson, D.J. et al.: Rhinovirus Infections and Their Roles in Asthma: Etiology and Exacerbations. In: J Allergy Clin Immunol Pract 2022, 10 (3): 673-681
- Baier, M. et al.: Effectiveness of Mask-Wearing on Respiratory Illness Transmission in Community Settings: A Rapid Review. In: Disaster Med Public Health Prep. 2022, 17: e96
Letzte Aktualisierung: 29.10.2025