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Weltnichtrauchertag am 31. Mai – Rauchen beeinträchtigt auch Krebstherapien

Die Weltgesundheitsorganisation hat den 31. Mai zum Weltnichtrauchertag ausgerufen, um damit verstärkt auf die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens aufmerksam zu machen. Rauchen gilt als Risikofaktor Nummer Eins für zahlreiche chronische Lungenerkrankungen, darunter die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung COPD und Lungenkrebs. Was vielen aber nicht bekannt ist – Rauchen beeinträchtigt auch die Wirksamkeit verschiedener Krebstherapien, darunter Bestrahlung, Chemotherapie und Operationen. Darüber berichtete vor kurzem das Deutsche Ärzteblatt.

Der diesjährige Weltnichtrauchertag stand unter dem Motto „Gesundheit auf der Kippe – Tabaksteuern rauf, Tabakkonsum runter“. Umso besser, dass die Zahlen der Raucher deutlich rückläufig sind. So sank nach Angaben des Dt. Krebsforschungszentrums allein der Anteil rauchender Jugendlicher von 28 Prozent im Jahr 2001 auf nur mehr zwölf Prozent im Jahr 2012. 

Dennoch raucht immer noch knapp ein Drittel aller Erwachsenen in Deutschland, das sind etwa 20 Millionen Menschen. Wer im Laufe seines Raucherlebens an Krebs erkrankt, geht damit ein zusätzliches Risiko ein: Inhaltsstoffe des Rauches können die Effektivität einer Krebstherapie deutlich herabsetzen. So fördert das Rauchen Komplikationen während der Therapie ebenso wie die Entstehung sekundär auftretender Tumoren. Zudem müssen Raucher im Zuge einer Krebsbehandlung mit einem längeren Klinikaufenthalt rechnen als Nichtraucher, haben nach Krebsoperationen eine verschlechterte Wundheilung und ein erhöhtes Risiko für Komplikationen in der Lungenfunktion. 

Auch die Effizienz einer Chemotherapie ist bei Rauchern beeinträchtigt: Bei Patienten, die am Anfang ihrer Behandlung noch rauchten, war die Wirksamkeit verschiedener Krebsmedikamente, darunter Doxurubicin oder Erlotinib vermutlich rauchbedingt herabgesetzt. Und bei der Bestrahlung haben Raucher ebenfalls ein höheres Komplikationsrisiko beziehungsweise sprechen schlechter auf die Behandlung an.

Dagegen hilft das Aufhören auch kurzfristig. Schon nach wenigen Tagen und Wochen können sich die Sauerstoffversorgung und die Lungenfunktion im Körper verbessern, der Blutdruck kann sinken sowie das Immunsystem sich erholen. Auch ein Rauchstopp zu Beginn oder während der Krebstherapie macht noch Sinn und kann die Rückfallquote senken.

Quellen:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Weltnichtrauchertag  - online-Informationen (Letzter Abruf: 22.05.2014)

Deutsches Krebsforschungszentrum: Was wirkt wirklich gegen das Rauchen bei Jugendlichen? – Pressemitteilung vom 12. Februar 2014 (Letzter Abruf: 22.5.2014)

Deutsches Krebsforschungszentrum: Operationsrisiko Rauchen. (Letzter Abruf 26.05.2014)

Deutsches Krebsforschungszentrum: Motivation zum Rauchstopp vor Operationen fördern. (Letzter Abruf 26.05.2014)

Schaller, K.: Rauchen verschlechtert die Wirksamkeit von Krebstherapien. – In: Deutsches Ärzteblatt Jg. 110, H. 43:A2018f

Weitere Informationen
Lungeninformationsdienst: Tabakentwöhnung - Warum ist es so schwer aufzuhören? - Methoden zur Tabakentwöhnung

Deutsches Krebsforschungszentrum: Operationsrisiko Rauchen. (Letzter Abruf 26.05.2014)

Deutsches Krebsforschungszentrum: Motivation zum Rauchstopp vor Operationen fördern. (Letzter Abruf 26.05.2014)