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Verbesserte Lungenkrebsdiagnostik durch Gentest

Amerikanische Wissenschaftler stellten im New England Journal of Medicine einen Gentest vor, der die Diagnostik von Lungenkrebs unterstützen soll und den Patienten weitergehende invasive Methoden erspart. Durch eine Lungenspiegelung (Bronchoskopie) lässt sich die Erkrankung bislang in nur 70 Prozent der Fälle sicher erkennen.

Die Lungenspiegelung als solche ist eine für Patienten relativ wenig belastende Diagnosemethode, bei welcher unter Narkose ein biegsamer Schlauch in die Atemwege eingeführt wird. Lungenkrebs-Läsionen oder Knötchen, die im CT auffällig waren, können jedoch oft nur schwer aufgespürt werden, da sie häufig sehr klein sind und an unzugänglichen Stellen der Lunge liegen. Durch eine Spülung mit Salzlösung und nachfolgendes Einsaugen der Bronchial-Flüssigkeit in ein steriles Röhrchen können Zellen ausgespült und für weitere Untersuchungen verwendet werden.
Das Wissenschaftler-Team des Boston University Medical Center hat einen Gentest entwickelt, der 23 Gene umfasst, welche bei Patienten mit Lungenkrebs häufig verändert sind.

In zwei Studien testeten sie die kombinierte Diagnostik an insgesamt fast 650 Patienten. Durch den Gentest an den ausgespülten Zellen der Bronchoskopie konnte die Quote richtig erkannter erkrankter Personen  von 75 Prozent auf 97 Prozent erhöht werden.
Die Anzahl der Personen, bei welchen Lungenkrebs möglichst sicher ausgeschlossen werden kann, wächst demnach mit der neuen Methode. Diesen bleiben nun weiterführende, belastende und risikobehaftete Verfahren wie Lungenbiopsien aufgrund falsch-positiver Ergebnisse in der Erstdiagnostik erspart.

Quellen:

Silvestri et al.: A Bronchial Genomic Classifier for the Diagnostic Evaluation of Lung Cancer. In: N Engl J Med, 2015, 373:243-251

Aerzteblatt.de: Lungenkrebs: Gentest verbessert diagnostische Genauigkeit der Bronchiallavage, 19.05.2015 (letzter Abruf: 06.10.2015)

Weitere Informationen:

Untersuchungen bei Verdacht auf Lungenkrebs

Monatsschwerpunkt Bronchoskopie 

Lungenkrebs – Genaue Klassifizierung ist wichtig

Lungenkrebs - Derzeit keine Früherkennung für die breite Anwendung