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Übertragung von RS-Viren von der Mutter auf das ungeborene Kind

Das Respiratorische Syncytial-Virus (RSV), die häufigste Ursache für Infektionen der unteren Atemwege bei Säuglingen und Kleinkindern, kann während der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind übertragen werden. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler des Cleveland Clinic Children´s Hospital in einer Studie, die nun im Fachmagazin PLOS ONE veröffentlicht wurde.

Im Tierversuch zeigte sich, dass sich das RS-Virus von den Atemwegen der Mutter über die Plazenta auf den Fötus überträgt und nach der Geburt in der Lunge der Neugeborenen nachweisbar ist. RSV ist einer der Hauptgründe für kindliche Lungenentzündungen und wird mit der Entwicklung von Asthma und pfeifenden Atemgeräuschen (sogenanntes Wheezing) in Zusammenhang gebracht.

Für die Untersuchung wurde Ratten in der Mitte der Schwangerschaft das RS-Virus geimpft. Unter den infizierten Tieren fand sich bei 30 Prozent der Föten das RS-Virus. In der Lunge konnte das Virus bei 40 Prozent der Neugeborenen nachgewiesen werden und bei 25 Prozent war das Virus auch noch im Erwachsenenalter in der Lunge auffindbar.

Diese Ergebnisse hinterfragen die derzeitige Annahme, dass RSV-Infektionen erst nach der Geburt erworben werden können. Sie ziehen die Aufmerksamkeit auch auf mögliche vorgeburtliche Auswirkungen des RS-Virus, die sich in schwereren und langfristigen gesundheitlichen Folgen niederschlagen könnten, da hier in den kritischen Entwicklungsprozess des ungeborenen Kindes eingegriffen wird.

Quelle:
Piedimonte, G. et al.: Vertical Transmission of Respiratory Syncytial Virus Modulates Pre- and Postnatal Innervation and Reactivity of Rat Airways. In: PLOS ONE, April 2013; 8 (4): e61309. doi: 10.1371/journal.pone.0061309