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Rauchen in der Schwangerschaft kann noch in der dritten Generation Asthma auslösen

Rauchen während der Schwangerschaft schadet nicht nur dem eigenen Nachwuchs, sondern kann auch das Asthmarisiko der Enkel und Urenkel erhöhen. Grund dafür sind epigenetische Veränderungen des Erbguts. Das berichten amerikanische Wissenschaftler im Fachmagazin `American Journal of Physiology´.

Weltweit sind rund 300 Millionen Menschen an Asthma erkrankt. Bisherige Untersuchungen im Tiermodell gingen davon aus, dass durch Nikotin ausgelöstes Asthma lediglich bis in die zweite Generation vererbt werden kann. Und zwar auch dann, wenn die Nachkommen selbst keinem Zigarettenrauch oder Nikotin ausgesetzt waren. Um zu überprüfen, ob dieser Effekt auch bei den Nachkommen der Enkelkinder auftritt, teilten die Forscher trächtige Rattenweibchen in zwei Gruppen ein. Einer Gruppe injizierten sie täglich eine Dosis Nikotin, die andere erhielt ein Placebo. Anschließend züchteten sie Nachkommen der Rattenkinder, die alle nie Nikotin ausgesetzt waren. In Tests zeigten die Urenkel der Rattenweibchen mit Nikotininjektion deutlich mehr typische Zeichen für Asthma.  

Dass der Einfluss von Rauchen und Nikotin auf das Asthma-Risiko noch weitreichender ist als angenommen, konnte nun erstmals nachgewiesen werden.  Die genauen Mechanismen sind bisher allerdings nicht hinreichend erforscht. Das Forscherteam vermutet, dass sich Rauchen auf die Aktivität bestimmter Gene auswirkt und dabei auch die Gene in Spermien und Eizellen beeinflusst. Die Studie liefert einen weiteren Grund, um in der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören, so das Resümee der Wissenschaftler.

Quelle:
Rehan, V. K. et al.: Perinatal Nicotine-Induced Transgenerational Asthma. AJP: Lung Cellular and Molecular Physiology, 2013; DOI: 10.1152/ajplung.00078.2013