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Partikel in der Innenraumluft von Schulen

Feine Partikel kommen in Innenräumen oft in größeren Konzentrationen vor als in der Außenluft. Zudem zeigen sie eine größere biologische Aktivität und haben damit möglicherweise auch eine größere gesundheitliche Bedeutung für die Nutzer der Räume als die gut untersuchten Partikel der Außenluft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie Münchner Wissenschaftler in Kooperation mit Rostocker und spanischen Kollegen an Münchner Grundschulen. Die Ergebnisse wurden vor einiger Zeit im Amerikanischen Journal of Respiratory Cell and Molecular Biology veröffentlicht.

Schullkinder verbringen täglich im Schnitt fünf bis sechs Stunden in Klassenzimmern und atmen dort rein rechnerisch etwa 60 Prozent der insgesamt aufgenommenen Partikelmengen ein. Da sich der kindliche Organismus noch in Entwicklung befindet, ist es als besonders empfindlich gegenüber Luftverunreinigungen einzuschätzen.

Für ihre Studie nahmen die Wissenschaftler während des Schulunterrichts Luftproben aus den Klassenräumen sechs Münchner Grundschulen sowie Proben aus der Umgebungsluft der Schulen. Die Proben untersuchten sie nach ihrem Gehalt an feinen Partikeln (PM10), polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, Endotoxinen und Katzenallergenen. Zudem bestimmten sie an menschlichen Lungenzellen, die mit den reellen PM10-Gehalten der Innen- und Außenluft exponiert wurden, entzündungsrelevante Gene sowie allergische Reaktionen auf die feinen Partikel.

Generell war der Gehalt an feinen Partikeln im Innenraum um das Sechsfache höher als in der Außenluft und rief mehr entzündliche und allergische Reaktionen hervor. Die erhöhten Entzündungsantworten sind nach Einschätzung der Wissenschaftler den Endotoxinen zuzuschreiben. Diese chemischen Verbindungen haften an den Partikeln.
Als Ergebnis der Studie empfehlen die Wissenschaftler vorbeugende Maßnahmen zur Reduzierung des Gehalts an feinen Partikeln in Klassenräumen beispielsweise durch verstärkte Lüftung.

Quelle:
Oeder et al: Airborne Indoor Particles from Schools Are More Toxic than Outdoor Particles. In: Am J Respir Cell Mol Biol, 2012, 47,5: 575–582