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Neuer Wirkstoff gegen Lungenfibrose

Nintedanib (auch als BIBF 1120 bekannt), ein Tyrosin-Kinase-Inhibitor, könnte neuer Hoffnungsträger in der Therapie von Lungenfibrose sein. Eine kürzlich veröffentlichte Studie im New England Journal of Medicine bestätigt die Wirksamkeit und Sicherheit der Substanz.

Tyrosin-Kinasen sind Proteine, die durch Phosphorylierungsprozesse die Aktivität anderer Proteine beeinflussen. Da Tyrosin-Kinasen häufig eine Schlüsselrolle bei Signalübertragungen und Wachstumsprozessen spielen, ist ihre Hemmung ein etabliertes Therapieprinzip, z.B. gegen Tumorerkrankungen.

Auch bei der Lungenfibrose finden Tyrosin-Kinase-vermittelte Wachstumsprozesse statt. Geeignete Hemmstoffe sind daher ein neuer Ansatzpunkt, um diese Lungenerkrankung zu behandeln. Ein solcher Hemmstoff ist das Nintedanib.

Die INPULSIS-Studie hat nun die Wirksamkeit von Nintedanib bestätigt. Bei den behandelten Patienten zeigte sich ein verlangsamter Krankheitsprozess und gegenüber der Kontrollgruppe eine längere Aufrechterhaltung der Lungenfunktion. Als Nebenwirkung gaben die Patienten als häufigstes Symptom Magen-Darm-Beschwerden an.

Noch ist die Substanz nur in den USA zugelassen, das Zulassungsverfahren durch die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat aber bereits begonnen.

Quelle:
Richeldi, L. et al.: Efficacy and Safety of Nintedanib in Idiopathic Pulmonary Fibrosis, In NEJM, 2014, DOI: 10.1056/NEJMoa1402584