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Nanopartikel: Verringerung ihres allergischen Potentials gelungen?

Nanopartikel, winzige Teilchen von einem Millionstel Millimeter, können eine Rolle bei der Entstehung allergischer Reaktionen spielen. Durch bestimmte chemische Veränderungen ihrer Oberfläche allerdings lässt sich dieser Effekt reduzieren. Dies haben Wissenschaftler um PD. Dr. Francesca Alessandrini vom Institut für Allergieforschung am Helmholtz Zentrum München in einer aktuellen Studie herausgefunden.

Nanopartikel finden immer neue Anwendungen und sind daher in der Umwelt weit verbreitet, jedoch sind die Effekte auf die Gesundheit, speziell im Zusammenhang mit Allergien, weitgehend unbekannt. Alessandrini und Kollegen haben nun erstmals die Bedeutung von Oberflächenstrukturen der Nanopartikel im Hinblick auf die allergische Sensibilisierung und allergische Entzündung untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass bestimmte Nanopartikel (unmodifizierte Silica-Nanopartikel) eine Immunreaktion fördern, die schließlich zu einer Allergie führt. Die Wissenschaftler beobachteten eine vermehrte Ansammlung von Entzündungszellen, im Lungengewebe und in der Folge auch strukturelle Veränderungen in der Lunge.

Interessanteweise konnte dieser gesundheitsschädigende Effekt deutlich reduziert werden, wenn die Oberfläche der Nanopartikel chemisch verändert wurde. Wie die Wissenschaftler berichten, führten Modifikationen mit Amino- und Phosphatgruppen zu einer Abschwächung der entzündlichen Reaktion. Das Projekt, das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde, leistet somit einen wichtigen Beitrag, um künftig gesundheitsschonende Nanopartikel zu entwickeln.

Weitere Informationen zur Nanopartikelforschung.

Quelle:
Marzaioli, V. et al: Surface modifications of silica nanoparticles are crucial for their inert versus proinflammatory and immunomodulatory properties. In: International Journal of Nanomedicine, 2014, doi:  10.2147/IJN.S57396