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Lungenkrebspatienten am häufigsten von Depressionen betroffen

Schwere Erkrankungen wie Krebs können häufig Depressionen bei den Betroffenen verursachen. Besonders Lungenkrebspatienten leiden überdurchschnittlich häufig darunter, wie eine aktuelle Studie in Lancet Psychiatry zeigt. Problematisch sei die mangelnde Versorgung depressiver Symptome, wie die Studienautoren berichten.

Die britischen Wissenschaftler untersuchten das Auftreten von Symptomen einer Depression bei mehr als 21.000 Patienten mit Krebs der Lunge, der Brust, des Darms, des Genitalbereichs und der Harnwege. Am häufigsten von einer schweren Depression betroffen waren Lungenkrebspatienten – mehr als jeder achte zeigte entsprechende Symptome. Weitere Risikofaktoren für eine Depression waren junges Alter der Betroffenen, weniger stabile soziale Netzwerke sowie bei Lungen- und Darmkrebs weibliches Geschlecht.

Von etwa 1500 Krebspatienten mit Depression lagen vollständige Therapiedaten vor. Deren Auswertung ergab, dass 73 Prozent, also fast drei Viertel, keine ausreichend wirksame Therapie gegen die Depression erhielt.

Die Autoren folgern daher, dass die umfassende, auch psychologische Betreuung von Patienten mit Krebsleiden dringend verbessert werden müsse.


Quelle:
Walker, J. et al.: Prevalence, associations, and adequacy of treatment of major depression in patients with cancer: a cross-sectional analysis of routinely collected clinical data. In: The Lancet Psychiatry, 2014, 1(5):343-350