Nanopartikel sind kleinste Teilchen, die bis in entlegene Körperpartien vordringen können. In der Forschung werden verschiedene Ansätze erprobt, wie Nanopartikel medizinisch genutzt werden können – beispielsweise um Substanzen an einen speziellen Ort zu befördern.
Die Wissenschaftler haben Nanotransporter entwickelt, die den mitgeführten Wirkstoff nur in einem bestimmten Milieu freisetzen – und zwar im Bereich eines <link>Lungentumors. In Tumorgewebe der Lunge finden sich hohe Konzentrationen bestimmter Proteasen – Eiweiße, die Moleküle spezifisch abbauen und zerschneiden können. Diese machten sich die Forscher zunutze, indem sie die Nanotransporter mit einer Hülle versahen, die nur von diesen Proteasen gespalten wird – erst dann wird der Wirkstoff freigesetzt. Im übrigen Lungengewebe sind die Protease-Konzentrationen zu niedrig, um eine Spaltung der Transporthülle zu erreichen.
So können Wirkstoffe, beispielsweise ein Chemotherapeutikum, ganz gezielt am Wirkungsort, also im Tumor, freigesetzt werden. Man habe eine zehn- bis 25-fache Steigerung der Effektivität des Wirkstoffs im Tumorgewebe beobachtet, so die Autoren. Gleichzeitig biete dieser Ansatz auch die Chance, die Gesamtdosis von Medikamenten zu reduzieren und damit unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.
Weitere Studien werden nun die Sicherheit der Nanotransporter und die klinische Wirksamkeit im Tumormodell überprüfen.
Quellen:
van Rijt, S. et al.: Protease Mediated Release of Chemotherapeutics From Mesoporous Silica Nanoparticles to Ex Vivo Human and Mouse Lung Tumors. In: ACS Nano, 2015, doi: 10.1021/nn5070343
Pressemitteilung des Helmholtz Zentrums München vom 02.03.15: <link http: www.helmholtz-muenchen.de aktuelles uebersicht pressemitteilungnews article index.html diesem link verlassen sie den>Medizinische Nanopartikel: Präzise und lokale Therapiemöglichkeit bei Lungenkrebs