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Lungenkrebs: kein Nutzen von Impfung gegen Tumorantigen

Die MAGRIT-Studie untersuchte den Effekt einer Impfung gegen ein spezifisches Antigen beim Lungenkrebs. Das Ergebnis ist leider enttäuschend: die Immunisierung schafft trotz effektiver Immunantwort keinen Überlebensvorteil für die betroffenen Patienten. Die Daten wurden im Rahmen der Jahrestagung der European Society for Medical Oncology in Madrid vorgestellt.

Das Konzept der Impfung beruht darauf, dass sich bei einem Teil der Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) das Tumorantigen MAGE-3 findet. Eine Immunisierung mit dem spezifischen Antigen soll die körpereigene Abwehr gegen die Krebszellen mobilisieren, mit dem Ziel, das krankheitsfreie Überleben nach der operativen Entfernung des Tumors zu verlängern.

Für die Studie wurden über 13.800 Patienten mit operiertem Bronchialkarzinom überprüft. Bei über 4.000 von ihnen fand sich das Tumorantigen; mehr als 2.200 Patienten wurden in die Studie eingeschlossen. Zwei Drittel dieser Patienten erhielten die Impfung mit dem Tumorantigen, ein Drittel bekam eine Placebo-Impfung. Bei den MAGE-3-geimpften Teilnehmern konnte eine Immunantwort gemessen werden, d.h. es wurden entsprechende Abwehrzellen und Antikörper gegen das Tumorantigen gebildet.

Allerdings zeigte der Vergleich der beiden Studiengruppen keinen signifikanten Unterschied in der krankheitsfreien Überlebenszeit. Diese lag bei durchschnittlich 57,9 Monaten in der Placebo-Gruppe gegenüber 60,5 Monaten in der Impfgruppe.

Die Wissenschaftler zeigten sich enttäuscht über das negative Studienergebnis. Frühere Tests hätten vielversprechende Ergebnisse geliefert, so einer der Studienleiter. Die Experten erklären sich das Scheitern der Impfstrategie damit, dass die Tumorzellen in ihrer Umgebung eine immunsupprimierende Wirkung haben und Abwehrmechanismen des Körpers unterdrücken.


Quelle:
Größte Studie zur Impfung gegen Tumorantigen bei Bronchialkarzinom hat negatives Ergebnis. In: Deutsches Ärzteblatt, Artikel vom 02.10.2014