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Lungenkrebs ist häufigste Krebstodesursache bei Frauen

Lungenkrebs hat bei Frauen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen und löst nun Brustkrebs als häufigste Krebstodesursache ab, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) berichtet.

Trotz allgemein sinkender Krebssterblichkeitsraten, steigt die errechnete Sterblichkeit für Lungenkrebs bei Frauen in diesem Jahr um etwa neun Prozent. Damit wird Lungenkrebs den Brustkrebs, der Lange an der Spitze der Krebstodesursachen beim weiblichen Geschlecht stand, wahrscheinlich ablösen. Für Brustkrebs sinkt die Sterblichkeitsrate kontinuierlich.

Diese Entwicklung wurde von einigen Experten bereits seit längerem vorhergesehen. Sie kritisieren nun, dass zu wenig präventive Maßnahmen ergriffen worden seien, denn etwa 90 Prozent der Lungenkrebsfälle gelten als tabakbedingt und damit als vermeidbar.

Erst seit 2003 ist ein leichter Rückgang des Zigarettenkonsums von 25- bis 69-jährigen Frauen zu verzeichnen, die Lungenkrebssterblichkeit wird daher erst mit einiger Verzögerung und nicht in naher Zukunft sinken.

Bei den Männern geht die Raucherrate bereits seit Ende der 1970er-Jahre zurück, daher sinkt auch seit etwa 1990 die Krebssterblichkeit für Lungenkrebs bei Männern. Dennoch zählt Lungenkrebs auch bei Männern nach wie vor zu den häufigsten Krebstodesursachen.

Ein Blick auf die Zahlen der Krebsstatistik zeigt: die Gesamtzahl an Krebserkrankungen steigt – Hauptursache hierfür ist die steigende Lebenserwartung. Die Gesamtsterblichkeit durch Krebserkrankungen ist jedoch seit Jahren sinkend aufgrund intensiver Forschung und neuer Therapieansätze.


Quellen:
Malvezzi, M. et al.: European cancer mortality predictions for the year 2015: does lung cancer have the highest death rate in EU women? In: Annals of Oncology, 2015, doi: 10.1093/annonc/mdv001

Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums vom 02.02.2015: Wechsel an der Spitze: Lungenkrebs löst Brustkrebs als Hauptkrebstodesursache bei Frauen ab
 
Krebsstatistiken des Krebsinformationsdienstes am Deutschen Krebsforschungszentrum