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LOT: Unzureichende Therapietreue gefährdet den Behandlungserfolg

30 bis 55 Prozent der Patienten wenden die Sauerstofftherapie nicht in dem verordneten Umfang an. Das kann fatale Folgen haben.

 

Die Langzeit-Sauerstofftherapie (LOT) kann das Leben von Patienten mit schweren Lungenerkrankungen verlängern und zu einer besseren Lebensqualität beitragen. Voraussetzung für den Therapieerfolg ist jedoch die konsequente Sauerstoffgabe von täglich mindestens 16 Stunden. Nur durch Einhaltung dieses Richtwerts kann der chronische Sauerstoffmangel und die damit verbundene Überbelastung des rechten Herzens weitgehend kompensiert werden. Die mangelnde Therapietreue kann fatale Folgen haben: So haben aktuelle britische Untersuchungen ergeben, dass bereits ein zweistündiger Sauerstoffmangel bei COPD-Patienten Entzündungsreaktionen sowie erhöhte Thromboseneigung hervorrufen kann.

Trotzdem liegt die Quote der Patienten, die die Sauerstofftherapie seltener als die notwendigen 16 Stunden anwenden, bei bis zu 55 Prozent.

Italienischen Studien zufolge ist die häufigste Ursache für unzureichende Therapie ein persönliches Schamgefühl: 37 Prozent der Patienten gaben an, sich mit dem Sauerstoffgerät in der Öffentlichkeit zu schämen. Weitere Gründe waren die Schwere der mobilen Geräte (26 Prozent), oder das Gefühl, den positiven Effekt der Sauerstoffgabe nicht unmittelbar zu spüren. Darüber hinaus nannten Patienten die Angst vor Abhängigkeit sowie eine eingeschränkte Unabhängigkeit durch die Mitnahme der Sauerstoffsysteme als Grund für ihre Nachlässigkeit bei der Sauerstofftherapie.


Quelle:
Lang, S.: Langzeit-Sauerstofftherapie - Warum die Therapietreue so wichtig ist. - Vortrag auf dem 4. Symposium-Lunge 2011 (zur Verfügung gestellt von Lungenemphysem-COPD Deutschland)