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Langzeit-Therapie mit Antibiotika bei COPD – wer profitiert?

Die langfristige Behandlung mit Antibiotika kann bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung akute Verschlechterungen des Gesundheitszustands – so genannte Exazerbationen – verhindern. Wegen der damit einhergehenden Risiken sollte diese Therapie aber nur einem kleinen, ausgewählten Patientenkreis vorbehalten bleiben, so das Fazit einer jetzt vorgestellten Übersichtsarbeit.

Exazerbationen sind nicht nur die häufigste Ursache für Arztbesuche, sondern auch der Hauptgrund für die erhöhte Sterblichkeit von Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD). Deshalb gehört es zu den wichtigsten Zielen in der Therapie der COPD, diesen oft durch Infektionen mit Bakterien bedingten Episoden entgegenzuwirken. Ob und inwieweit eine langfristige prophylaktische Behandlung mit Antibiotika das vermag, haben jetzt zwei Wissenschaftler aus Spanien und den USA in einer Übersichtsarbeit, welche die aktuelle Studienlage analysiert, unter die Lupe genommen. Insgesamt fanden die Forscher acht klinische Untersuchungen, die zu dieser Fragestellung seit dem Jahr 2000 veröffentlicht wurden.

Sie alle zeigten, dass die dauerhafte Gabe von Antibiotika über sechs bis zwölf Monate die Häufigkeit von Exazerbationen und von damit verbundenen Krankenhausaufenthalten tatsächlich deutlich reduziert. Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass die Behandlung mit einem erhöhten Risiko von teils schwerwiegenden Nebenwirkungen einhergeht. Darüber hinaus begünstigt die Langzeittherapie die Entstehung bakterieller Resistenzen, also von Krankheitserregern, die gegen einen oder mehrere antibiotische Wirkstoffe unempfindlich sind. Aus diesen Gründen handle es sich um eine Behandlung, die, so die Studienautoren, „ auf eine ausgewählte Minderheit von Patienten mit besonders schwerer COPD und einem hohen Risiko für ernste, infektiöse Exazerbationen beschränkt bleiben muss.“

Quelle:
Miravitlles, M. et al.: Antibiotic prophylaxis in COPD: Why, when, and for whom? In: Pulmonary Pharmacology and Therapeutics, 2014, DOI: 10.1016/j.pupt.2014.05.002