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Immuntherapie

Das menschliche Immunsystem ist ein komplexes biologisches Abwehrsystem, das normalerweise vor Krankheit schützt. Durch eine Immuntherapie kann ein geschwächtes Immunsystem aktiviert oder ein überschießendes Immunsystem, wie bei Allergikern, abgeschwächt werden.

Das Immunsystem schützt den Organismus vor Fremdkörpern wie Bakterien, Viren und Parasiten. Zur komplexen Struktur des Immunsystems gehören Thymus, Milz, Knochenmark, Lymphknoten und -bahnen, Mandeln und der Darm. Die Abwehr läuft in mehreren Schritten ab, an denen unterschiedliche Immunzellen beteiligt sind, die über Botenstoffe „kommunizieren.“ Entscheidend ist das richtige Erkennen von „echten“ und „falschen“ Krankheitserregern. So fällt beispielsweise bei einer Allergie die Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Allergene (z. B. Pollen) übertrieben aus.

Die Immuntherapie zielt darauf ab, die Aktivität des Immunsystems zu beeinflussen. Sie wird eingesetzt, wenn das menschliche Immunsystem versagt. Dabei kann die Wirkung des Immunsystems gestärkt (Aktivierung) oder geschwächt (Suppression) werden.

Genauer unterscheidet man unter dem Begriff Immuntherapie verschiedene Behandlungsformen:

Das stimulierende (aktivierende) Verfahren wie die aktive Impfung mit abgetöteten oder lebenden Erregern stärkt das Immunsystem. Es wird so programmiert, dass es spätere Infektionen schon im Ansatz bekämpfen kann.

Die supprimierende Immuntherapie oder Immunsuppression spielt nach Transplantationen eine entscheidende Rolle. Nach einer (Lungen)Transplantation müssen die Patienten dauerhaft Immunsuppressiva nehmen. Diese Medikamente dämpfen die körpereigene Abwehr und verhindern so, dass das fremde Organ abgestoßen wird. Auch bei vielen entzündlichen Krankheiten (z.B. der COPD) kommen immunsuppressive Medikamente zum Einsatz. Ziel ist dabei, die Entzündungsreaktion einzudämmen.

Zur modulierenden Immuntherapie zählt die Hyposensibilisierung oder spezifische Immuntherapie (SIT) zur Behandlung von Allergien. Durch wiederholte subkutane Injektion des Allergens in ansteigenden Dosen entwickelt der Patient eine Toleranz gegenüber dem Allergen.

Die substituierende (ersetzende) Immuntherapie steigert die Immunfunktion durch Übertragung immunologisch aktiver Zellen oder Moleküle – das körpereigene Immunsystem erhält also Unterstützung von außen. Hierzu zählt beispielsweise die passive Immunisierung oder die Verabreichung monoklonaler Antikörper.