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Idiopathische Lungenfibrose: Behandlung mit Pentraxin-2

Eine Behandlung mit Pentraxin-2 kann bei Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose (IPF) den Rückgang der Lungenfunktion verlangsamen. Das zeigen die Ergebnisse zweier Studien. Auch den 6-Minuten-Gehtest beeinflusst die Therapie positiv.

Bereits 2018 berichteten Forschende in der Fachzeitschrift „JAMA“ über ihre randomisierte, doppelblinde Phase-2-Studie, in der sie eine Behandlung mit dem Pentraxin-2-Protein und einem wirkstofffreien Placebo verglichen. 117 Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose nahmen an der Studie teil. 24 Wochen lang erhielten sie alle 28 Tage entweder eine intravenöse Therapie mit Pentraxin-2 oder das Placebo. Um einen möglichen Behandlungseffekt des Medikaments zu messen, prüften sie den Verlauf der forcierten Vitalkapazität (FVC) in beiden Gruppen. Nach 28 Wochen nahm der FVC-Wert in der Placebogruppe im Schnitt um 4,8 Prozent ab, mit Pentraxin-2 ging er nur um 2,5 Prozent zurück – ein statistisch eindeutiger Unterschied.

Jetzt wurden die Ergebnisse der anschließenden Open-Label-Verlängerungsstudie veröffentlicht: 111 Patientinnen und Patienten, die die erste Studie abgeschlossen hatten, nahmen daran teil. Alle erhielten Pentraxin-2 über weitere 19 Monate. Hauptziel der Studie war es, die langfristige Sicherheit und Verträglichkeit des Wirkstoffs zu testen. Hierfür werteten die Forschenden die unerwünschten Ereignisse aus. Nach Aussage der Studienautoren entsprachen diese im Wesentlichen den langfristigen Folgen einer IPF.

„Ergebnisse sprechen für weitere Studien mit mehr Teilnehmenden“

Außerdem wurde untersucht, wie sich die Pentraxin-2-Behandlung weiter auf die Lungenfunktion und den 6-Minuten-Gehtest auswirkt. Bei allen Teilnehmenden zeigten sich dabei positive Effekte. Diese wurde besonders in der Gruppe deutlich, die erst in der Verlängerungsstudie Pentraxin-2 erhielt. Bei ihnen ging die forcierte Vitalkapazität im ersten Studienteil, also unter Placebo, um etwa 9 Prozent zurück, unter Pentraxin-2 war es anschließend im gleichen Zeitraum nur noch etwa 1 Prozent. Ähnliches ergab der 6-Minuten-Gehtest. Mit Placebo verringerte sich die zurückgelegte Wegstrecke um 55 Meter, 6,5 Meter waren es anschließend mit Pentraxin-2.

Aus den Ergebnissen ziehen die Forschenden eine positive Bilanz: Die Langzeitbehandlung mit Pentraxin-2 sei bei Personen mit IPF gut verträglich und beeinflusse die Lungenfunktion und die 6-Minuten-Gehstrecke positiv. Weitere Studien mit mehr Personen sollten daher folgen, so die Wissenschaftler.

Die Studie wurde von der pharmazeutischen Industrie finanziert.

Was ist Pentraxin-2?

Pentraxin-2 ist ein körpereigener Stoff, der verhindert, dass sich Vorgängerzellen zu sogenannten Fibrozyten entwickeln. Dieser Zelltyp steht im Verdacht für die krankhaften Gewebsveränderungen bei IPF eine Rolle zu spielen. Studien zeigen, dass die Pentraxin-2-Werte im Blut von IPF-Patienten erniedrigt sind. In präklinischen Studien am IPF-Tiermodell hat Pentraxin-2 bereit gute Erfolge gezeigt.

Quellen:
Raghu, G. et al.: Effect of Recombinant Human Pentraxin 2 vs Placebo on Change in Forced Vital Capacity in Patients with Idiopathic Pulmonary Fibrosis. In: JAMA, 20. Mai 2018. doi:10.1001/jama.2018.6129 

Raghu, G. et al.: Long-term treatment with recombinant human pentraxin 2 protein in patients with idiopathic pulmonary fibrosis: an open-label extension study. In: The Lancet Respiratory Medicine, 1. August 2019, Vol 7, Issue 8