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Erfolgreiches Patientenseminar „Nicht-CF-Bronchiektasen“

Am 15. März fand an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) das 1. Patientenseminar „Nicht-CF-Bronchiektasen“ statt, eine gemeinsame Veranstaltung des DZL (Deutsches Zentrum für Lungenforschung)-Standortes BREATH in Hannover und des Lungeninformationsdienstes. Die Spezialisten aus der Klinik für Pneumologie der MHH widmeten sich in Vorträgen, Einzelgesprächen und praktischen Übungen den Patienten, deren Krankheit wissenschaftlich noch nicht ausreichend erforscht ist und für die es bis heute keine zugelassenen Medikamente oder Therapien gibt.

Professor Dr. Tobias Welte, Leiter der Klinik für Pneumologie und BREATH-Standortdirektor, eröffnete die mit 45 Teilnehmern ausgebuchte Veranstaltung mit Denkanstößen zur modernen Medizin, der alternden Gesellschaft und dem Umgang zwischen Patient und Arzt im Zeitalter des Internets. Besonders appellierte er an den gegenseitigen Respekt und eine persönliche Kommunikation, ohne die gute Medizin nicht möglich ist.

In seinem sehr praxisorientierten Vortrag trug PD Dr. Thomas Köhnlein, ebenfalls MHH, zum Thema „Inhalieren: wie richtig? Tipps und Tricks“ vor und erläuterte dabei die Vor- und Nachteile der Inhalation von Dosieraerosolen versus Pulverinhalation – ein Thema, das viele Lungenkranke unmittelbar betrifft.

Dr. Martin Dierich, Chefarzt der pneumologischen Rehabilitationsklinik Bad Fallingbostel, sprach über den Stellenwert der pulmonalen Rehabilitation bei Bronchiektasen. „Die Rehabilitation ist eine risikoarme, effektive und dabei kostengünstige Therapie“, so Dr. Dierich, „Rehabilitation kann den Zustand der Patienten stabilisieren, um eine Lungentransplantation zu verzögern oder gar zu verhindern.“

Nach einer Kaffeepause, in der sich die Vortagenden sowie Dr. Felix Ringshausen, einer der Experten zu Bronchiektasen an der MHH, ausgiebig Zeit für individuelle Fragen der Patienten nahmen, wurde das Seminar mit praktischen Übungen zur Atemphysiotherapie fortgesetzt. Die Patienten erhielten konkrete Handlungsempfehlungen für zu Hause, die sie einfach, schnell und täglich durchführen können. Fast alle Patienten fingen während der leichten Übungen an zu husten. „Das Erzeugen von produktivem Husten ist genau der gewünschte Effekt dieser Übungen, damit der Schleim abgehustet werden kann“, erklärt Physiotherapeutin Kirsten Münkel.

Die Veranstalter wie auch die Teilnehmer zogen ein durchweg positives Resümee des Patientenseminars. Nicht-CF Bronchiektasen, eine sonst eher vernachlässigte Erkrankung, fand einen Vormittag lang die volle Aufmerksamkeit der Spezialisten und Betroffene bekamen die Gelegenheit, sich auszutauschen und zu vernetzen. Noch am gleichen Wochenende wurde eine Facebookgruppe „Non-CF-Bronchiektasen“ eingerichtet und der Plan gefasst, eine entsprechende Selbsthilfegruppe zu gründen.

Bilder vom Patientenseminar "Nicht-CF Bronchiektasen"
  
Hier finden Sie die Präsentationen zu den Vorträgen des Patientenseminars "Nicht-CF Bronchiektasen".