Zum Hauptinhalt springen

Erfolgreiches Patientenseminar in Heidelberg

Am 19. November lud die Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg zum 1. Patientenseminar anlässlich des COPD Welttags ein, eine gemeinsame Veranstaltung des DZL (Deutsches Zentrum für Lungenforschung)-Standortes TLRC in Heidelberg und des Lungeninformationsdienstes. Die Spezialisten der Abteilung für Pneumologie und Beatmungsmedizin widmeten sich in Vorträgen, Einzelgesprächen und praktischen Übungen umfassend den Patienten und Angehörigen, die unter der Krankheit COPD leiden.

Professor Dr. Felix Herth, stellvertretender ärztlicher Direktor und Leiter des Fachbereichs „Pneumologie und Beatmungsmedizin“, eröffnete die mit weit über 100 Teilnehmern ausgebuchte Veranstaltung mit einem Vortrag zur aktuellen leitliniengerechten Therapie der COPD und beantwortete anschließend ausführlich individuelle Fragen der Patienten zu verschiedenen COPD-Medikamenten.

In seinem sehr praxisorientierten Vortrag trug Dr. Florian Bornitz zum Thema „Sauerstoff und Beatmungshilfen“ vor und erläuterte dabei die Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme – ein Thema, das viele COPD-Patienten unmittelbar betrifft.

Sonja Wiedmann, Leiterin der gemeinsamen Lungensportgruppe der TSG Rohrbach und der Thoraxklinik, lockerte die Informationsveranstaltung anschließend mit leichten, praktischen Übungen zur Atemphysiotherapie auf. Die Patienten erhielten konkrete Handlungsempfehlungen für zu Hause, die sie einfach, schnell und täglich durchführen können. Wiedmann legte den Patienten die Teilnahme an einer Lungensportgruppe ans Herz. Sie und Prof Herth verwiesen dabei auch auf die Seite www.lungensport.org, wo unter Angabe der Postleitzahl einfach nach einer Lungensportgruppe in der Nähe des Wohnorts gesucht werden kann.

Anschließend beleuchtete Prof. Dr. Marcus Mall, Ärztlicher Direktor der Abteilung Translationale Pneumologie am Zentrum für Translationale Lungenforschung das Thema „Was macht der Schleim in der Lunge?“. Prof. Dr. Ralf Eberhardt sprach über Endoskopische Verfahren in der COPD-Therapie. Patienten mit schwerem Lungenemphysem könnten von einer endoskopischen Lungenvolumenreduktion mit implantierten Spiralen (Coils) profitieren. Erste Ergebnisse aus der bislang größten europaweiten klinischen Studie, an der unter anderem auch die Thoraxklinik Heidelberg beteiligt ist, bestätigen nun die Durchführbarkeit und Wirksamkeit dieser Therapieform. So kann die Atemnot gelindert und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt werden.

Zum Abschluss betonte Gabi Spich, Vertreterin der Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland für die Rhein-Neckar-Region, den Stellenwert von Selbsthilfeorganisationen, sprach über deren Vorteile und ermunterte die Teilnehmer sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen.

Neben der Möglichkeit, sich individuelle Fragen von den Experten beantworten zu lassen, konnten sich die Teilnehmer auch an verschiedenen Informationsständen informieren. Der Lungeninformationsdienst wie auch die Regionalgruppe Rhein-Neckar der Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland hielten Broschüren und Flyer parat. Weitere Stände widmeten sich der Raucherberatung, Lungenfunktionsmessung und informierten über klinische Studien bei COPD.

Die Veranstalter wie auch die Teilnehmer zogen ein durchweg positives Resümee des Patientenseminars. Anlässlich des COPD Welttags hatten Spezialisten und Betroffene die Gelegenheit, sich auszutauschen und zu vernetzen.

Weitere Informationen zur Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg finden Sie hier

Nutzen von Lungenvolumenreduktion und Coils