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Eingriffe an der Lunge: offene OP oder Schlüsselloch-Chirurgie?

Lungenoperationen lassen sich oft in verschiedenen Techniken durchführen: es kann am offenen Brustkorb oder mittels „Schlüsselloch“-Methode operiert werden. Wissenschaftler haben nun das Ausmaß von Schmerzen und die Lebensqualität nach der Operation verglichen und dabei keinen Unterschied in Abhängigkeit von der Operationsmethode gefunden. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift The Annals of Thoracic Surgery veröffentlicht.

Bei kleineren Lungenoperationen, wie der Entfernung eines Lappens oder Segmentes, tendieren viele Operateure zur Thorakoskopie, also einer Video-assistierten Operation durch kleine Hautschnitte am Brustkorb. Offene Operationsverfahren kommen routinemäßig vor allem bei großen Eingriffen zum Einsatz.

Das Wissenschaftlerteam von Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York hat nun die Schmerzwerte und die Lebensqualität von Patienten mit vergleichbaren Lungeneingriffen, aber unterschiedlichen Operationsmethoden über 12 Monate nach der OP erfasst und verglichen.

Dabei stellten sie fest, dass es zwischen den beiden Patientengruppen keine Unterschiede in der Angabe von Schmerzen gab. Dies führen die Autoren auf ein in beiden Gruppen adäquates Schmerzmanagement zurück.

Auch in der Bewertung ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit als ein Faktor der Lebensqualität unterschieden sich die Teilnehmer nicht. Die mentale Verfassung dagegen war bei Patienten, bei denen die Schlüsselloch-Chirurgie eingesetzt wurde, sogar schlechter. Die Autoren konnten hierfür keine Erklärung finden, möglicherweise spielt die individuelle Erwartungshaltung dabei eine Rolle.

Die Autoren schlussfolgern, dass bei kleinen Lungenoperationen die offene Operationsmethode der Schlüsselloch-Chirurgie in Hinblick auf das vom Patienten empfundene Ergebnis absolut gleichwertig sei.


Quelle:
Rizk, N. et al.: A Prospective Trial Comparing Pain and Quality of Life Measures After Anatomic Lung Resection Using Thoracoscopy or Thoracotomy. In: The Annals of Thoracic Surgery, 2014, 98(4): 1160-1166