Es gibt eine ganze Reihe von Studien, die den Zusammenhang von psychischen Erkrankungen und COPD untersucht haben. Insbesondere für die Wirkung von Angst und Depression auf das Krankheitsbild COPD scheint die Beweislage gesichert. Entgegen einiger jüngerer Studien, die auch Zusammenhänge zwischen COPD und der posttraumatischen Belastungsstörung sahen, fanden die Wissenschaftler dafür allerdings keine klare Beweislage. Von insgesamt 598 Fachartikeln konnten letztlich aufgrund strenger Einschlusskriterien nur 19 in die Untersuchung einbezogen werden. Darunter fielen auch drei Studien mit Teilnehmern aus dem Kreis von Überlebenden des Anschlags auf das World Trade Center im September 2001.
Nach Prüfung der verbliebenen 19 Studien kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass entweder methodische Einschränkungen vorliegen, als etwa keine klaren COPD-Diagnosekriterien zugrunde liegen oder sich rein statistisch kein eindeutiger Zusammenhang zwischen den beiden Krankheitsbildern COPD und PTBS herstellen lässt. Allerdings halten sie fest, dass in Folge einer posttraumatischen Belastungsstörung die COPD sich verschlechtern kann. Nicht selten spielt Tabakmissbrauch hier eine Rolle. Auch neigen Patienten, die unter einer PTBS leiden, eher dazu, ihre Medikation oder auch eine Sauerstofftherapie nicht konsequent anzuwenden.
Quelle:
Abrams, T. et al.: <link http: external-link-new-window external link in new window>Chronic obstructive lung disease and posttraumatic stress disorder: current perspectives. In: Int J Chron Obstruct Pulmon Dis. 2015; 10: 2219–2233. online 15. Okt. 2015 doi: 10.2147/COPD.S71449
Weiterführende Informationen
<link>COPD und psychische Belastung