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Chronischer Husten – Fortschritte in Diagnose und Beurteilung

Neue, digitale Verfahren, Lungen- und Hustengeräusche über bis zu 24 Stunden aufzuzeichnen, bieten entscheidende Vorteile gegenüber der bisherigen Erfassung von chronischem Husten mittels Fragebögen und Tagebüchern. Hustenereignisse lassen sich damit genau dokumentieren. In Kombination mit persönlichen Aufzeichnungen bietet sich so eine objektive Grundlage für Behandlungsentscheidungen.

Husten ist ein Reflex zum Schutz der Atemwege, durch den Fremdkörper schnell und effektiv entfernt werden. Darüber hinaus bietet Husten auch eine Art Reinigungsmechanismus, wenn das Reinigungssystem der Bronchien nicht funktioniert. Husten kann produktiv oder nicht-produktiv sein. Als chronisch bezeichnet man Husten, wenn er mindestens acht Wochen anhält und die Diagnose keine klare Ursache erbringt.

Mit den digitalen Verfahren werden Lungengeräusche über Mikrofone aufgezeichnet und gespeichert, so dass eine wiederholbare und objektive Beurteilung und Differenzierung des Hustens möglich wird. Die Messung kann während des Schlafs erfolgen und ist auch bei Kindern gut einsetzbar. Das Verfahren enthält verschiedene Sensoren, mit deren Hilfe die Geräusche aufgezeichnet werden. Zusätzlich werden mit Hilfe weiterer Verfahren die Bewegungen des Brustkorbs beim Hustenereignis erfasst. 

Im Rahmen einer Studie bei Kindern im Alter von 1 bis 16 Jahren zeigte sich eine Sensitivität des Verfahrens von 93 Prozent und eine Spezifität von 99 Prozent für die Erkennung von Husten. Für das Erkennen von Giemen (Wheezing) als Leitsymptom für obstruktive Atemwegserkrankungen bei Kindern lag die Sensitivität sogar bei 98 Prozent. Erste Ergebnisse bei Erwachsenen bringen vergleichbar gute Werte.

Die Wissenschaftler hoffen, mithilfe der Kombination aus Langzeit-Aufzeichnung und herkömmlichen Diagnoseverfahren künftig auch zeitliche Zusammenhänge zwischen chronischem Husten einerseits und Erkrankungsereignissen wie Reflux, obstruktiver Schlafapnoe oder dem sogenannten Upper Airway Cough Syndrom, einer Atemwegserkrankung mit Reizhusten und Schleimproduktion, herstellen zu können.

Quelle:

Koehler U. et al.: Was ist für die Diagnostik und Therapieverlaufskontrolle von chronischem Husten wichtig? In: Pneumologie 2015; 69: 588–594


Weitere Informationen:

Wann wird ein Husten gefährlich?