Im Rahmen des von der Europäischen Kommission geförderten ENGAGE-Konsortiums sind die Wissenschaftler der Frage nachgegangen, ob bei den beiden chronischen Lungenerkrankungen <link>Asthma und <link>COPD vorgezogene Alterungsprozesse eine Rolle spielen. Die <link>Lungenfunktion nimmt mit dem Alter kontinuierlich ab, kann aber auch unter Gleichaltrigen stark variieren. Insofern stellte sich die Frage, ob die Güte der Lungenfunktion als Indikator für das biologische Alter eines Individuums angesehen werden kann.
Die Metaanalyse schloss 14 europäische Bevölkerungsstudien mit bis zu 30.000 Probanden ein. Als Marker für das biologische Alter nutzten die Wissenschaftler die Länge der Telomere, die sich bei jeder Zellteilung verkürzen. Ab einer kritischen Länge, nach cirka 150 Zellteilungen, wird die Zellalterung oder der Zelltod eingeleitet.
Die Ergebnisse zeigen, dass beide chronischen Lungenerkrankungen mit verkürzten Telomerlängen einhergehen, wobei der Effekt stärker bei COPD als bei Asthma ausgeprägt ist. Die den beiden Erkrankungen zugrunde liegenden chronisch entzündlichen Prozesse mit oxidativem Stress und den damit verbundenen zellulären Veränderungen sind wahrscheinlich als Ursache für die vorgezogenen Alterungsprozesse anzusehen.
Ebenso konnten die Wissenschaftler zeigen, dass Studienteilnehmer mit einer besseren Lungenfunktion auch längere Telomere, also ein geringeres biologisches Alter haben. Zu den Unterschieden in der Lungenfunktion tragen damit offensichtlich unterschiedlich stark ausgeprägte körpereigene Alterungsprozesse bei. Dies legt ein Miteinander verschiedener genetischer Ursachen nahe, die nun Gegenstand weiterer Studien im Deutschen Zentrum für Lungenforschung sein werden.
Quelle:
Albrecht et al.: <link http: diesem link verlassen sie den lungeninformationsdienst>Telomere Length in Circulating Leukocytes is Associated with Lung Function and Disease. In: European Respiratory Journal, ERJ Express. Online, Dec, 5,2013 doi: 10.1183/09031936.00046213