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Biologika-Therapie und COVID-19-Impfung bei schwerem Asthma

Schweres Asthma kann mit monoklonalen Antikörpern (Biologika) behandelt werden, die das Immunsystem beeinflussen. Im Rahmen der Coronavirus-Pandemie stellen sich einige Menschen vielleicht die Frage, ob es Wechselwirkungen zwischen einer solchen Therapie und einer Impfung gegen COVID-19 geben könnte. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) und die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) haben dazu nun eine Stellungnahme veröffentlicht.

Biologika sind hoch effektive und nebenwirkungsarme Wirkstoffe, und können für die Behandlung von schwerem Asthma bronchiale eingesetzt werden. Die Antikörper richten sich gegen spezielle Komponenten des Immunsystems, die für die Asthmatypische Entzündungsreaktion in den Atemwegen verantwortlich sind und hemmen diese.  

In der aktuellen Stellungnahme weisen die Expertinnen und Experten darauf hin, dass diese, durch die Biologika gehemmten Faktoren des Immunsystems, nicht maßgeblich an der antiviralen Immunantwort beteiligt sind. Zudem würden sie auch keine Rolle bei den Immunreaktionen spielen, die durch eine Impfung ausgelöst werden. Um Viren zu bekämpfen, nutzt unser Körper also andere Wege und Mechanismen des Immunsystems.

Studienlage: Biologika beeinflussen Wirkung von Impfungen nicht

Ob eine zeitgleiche Behandlung mit Biologika den Effekt einer Impfung (unter anderem gegen Influenza, Tetanus, Meningokokken) bei Patienten und Patientinnen mit Asthma oder Neurodermitis beeinflusst, wurde bereits in Studien untersucht. Nach Aussage der Fachgesellschaften konnte dabei kein Einfluss auf die Wirkung der Impfstoffe beobachtet werden. Zusätzlich wurden in der Gruppe, die sowohl den Impfstoff als auch die Biologika-Therapie erhielten, keine unbekannten Nebenwirkungen festgestellt. Diese Daten würden sich zudem mit der Erfahrung aus der klinischen Praxis decken, so die Expertinnen und Experten.

Sie weisen auch nochmal darauf hin, dass es sich bei den in Deutschland und Österreich derzeit – beziehungsweise bald – erhältlichen COVID-19 Impfstoffen um mRNA oder vektorbasierte Impfstoffe handelt. Beide können sich im Körper nicht vermehren und auch keine COVID-19- Erkrankung auslösen. Zwar wurde eine gleichzeitige Therapie mit COVID-19-Impfstoffen und Biologika noch nicht direkt untersucht, eine Wechselwirkung sei jedoch aus den genannten Gründen sehr unwahrscheinlich.

Fachgesellschaften empfehlen daher, auch solche Patientinnen und Patienten mit (schwerem) Asthma gegen SARS-CoV-2 zu impfen, die derzeit mit monoklonalen Antikörpern behandelt werden oder eine solche Therapie beginnen. Eine gute Asthmakontrolle sei allerdings auch hier das Therapieziel und vorab für eine möglichst nebenwirkungsarme Impfung wichtig.

Quelle:

  • Idzko, M. et al.:  Biologika-Therapie und COVID-19 Impfungen - Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. und der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP). 25.01.2021