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Beta-Blocker auch bei COPD

Wissenschaftler geben Entwarnung: COPD-Patienten mit Herzproblemen gehen kein erhöhtes Risiko ein bei der Einnahme von Beta-Blockern

 

Selektive Beta-Blocker gegen Herzerkrankungen können auch von Patienten mit chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) eingenommen werden. Wissenschaftler der Cochrane Collaboration, die 22 Studien zu diesem Thema verglichen und ausgewertet haben, entkräfteten die verbreitete Annahme, dass die Blutdruck senkenden Medikamente die Lungenfunktion beeinträchtigen und Symptome wie Atemnot verschlimmern.

Beta-Blocker hemmen bestimmte Rezeptoren und behindern damit die Erweiterung der Atemwege. Deshalb befürchtete man, dass sie Beschwerden von COPD-Patienten verschlimmern könnten. Daneben weiß man von Fällen, bei denen die Einnahme von Beta-Blockern zu akuter Atemnot führte. Allerdings geschah dies nur bei sogenannten nicht-selektiven Präparaten, die sowohl stark auf das Herz als auch auf die Atemwege wirken. Selektive Beta-Blocker dagegen, wie sie in den Studien untersucht wurden, verschlechterten den Gesundheitszustand der COPD-Patienten nicht.

Die Forscher räumen allerdings ein, dass es Patientengruppen gibt, bei denen sich die Wirkung von Beta-Blockern nur schwer vorhersagen lässt: Beispielsweise Menschen, die neben COPD auch an Asthma leiden. Ob eine Einnahme im Einzelfall Sinn macht, muss mit dem Arzt abgesprochen werden –die Diagnose COPD allein spricht jedoch prinzipiell nicht mehr dagegen.

 

Quelle:
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung: Sind bestimmte Beta-Blocker auch für Menschen mit COPD geeignet? - www.gesundheitsinformation.de (v.29.04.2011)