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Asthma-Gene durch Umweltfaktoren wenig beeinflusst

Die neueste Studie zur Genetik von Asthma fand bei Bauernhofkindern keinen deutlichen Zusammenhang zwischen Genen und Umgebung.

Gene, die die Entstehung von Asthma begünstigen, werden offenbar nicht durch Umweltfaktoren beeinflusst. Ein internationales Forscherteam, zu dem auch Wissenschaftler aus München, Hannover und Ulm gehören, hat untersucht, ob sich eine bäuerliche Umgebung auf Asthma-relevante Genvariationen von Kindern auswirkt. Denn Kinder, die auf dem Bauernhof aufwachsen, leiden seltener an Asthma und Allergien als Stadtkinder. Deshalb vermutete man, dass das Immunsystem im Kindesalter Reize braucht, um eine Toleranz gegenüber Umweltfaktoren aufzubauen.

Die Wissenschaftler fahndeten im Genom von 1708 Kindern nach Unterschieden, den so genannten Single Nucleotide Polymorphisms (SNP). Aus früheren Studien waren bereits SNP-Varianten bekannt, die bei Kindern mit Asthma besonders häufig vorkommen. Diese setzten die Wissenschaftler in Beziehung zum Umfeld der Kinder: Lebten sie auf einem Bauernhof oder verbrachten sie bis zum Alter von drei Jahren jede Woche dort mindestens einen Tag, wurden sie der Bauernhof-Gruppe zugeordnet, andernfalls der Stadt-Gruppe.

Anders als vermutet, fanden die Forscher keinen deutlichen Zusammenhang zwischen dem genetischen Muster und der Umgebung, in der die Kinder aufwuchsen. Allerdings entdeckten sie einige seltenere Genvarianten, die offenbar vor Asthma schützen, wenn die Kinder intensiven Kontakt mit Kühen und Stroh haben bzw. rohe Kuhmilch trinken. Die Wissenschaftler betonen, dass noch intensive weitere Forschung nötig sei, um das Zusammenspiel genetischer und Umweltfaktoren bei der Entstehung asthmatischer Erkrankungen zu verstehen.

 

Quelle:

Ege. M., et. al.: Gene-environment interaction for childhood asthma and exposure to farming in Central Europe; J Allergy Clin Immunol. 2011 Jan;127(1):138-44