Veranstaltung

Patientenforum Lunge: Gelungene Premiere in Dresden

22. Mär 2018

Mit über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, interessanten Experten-Vorträgen und zahlreichen Fragen aus dem Publikum war das 19. Patientenforum Lunge am 17. März in Dresden ein voller Erfolg. Neben Mukoviszidose und Lungenkrankheiten in Kindheit und Jugend, ging es auch um Krankheits-Vorbeugung und aktuelle Therapiemöglichkeiten bei COPD und Asthma.

Bild des vollbesetzten Hörsaals beim Patientenforum Lunge in Dresden © Lungeninformationsdienst

© Lungeninformationsdienst

Den Auftakt der Veranstaltung übernahm Prof. Tobias Welte von der Medizinischen Hochschule Hannover mit seinem Vortrag „Vorbeugen und Leben mit der Krankheit“. Im Zentrum standen die verschiedenen Impfungen, die für Menschen mit chronischen Krankheiten wie Asthma oder COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) empfohlen werden, Bewegung und Sport und der Rauchstopp. Dr. Kristina Stamos von der Kinder- und Jugendklinik des Universitätsklinikums Dresden widmete sich anschließend allergischen Atemwegserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Ausführlich erläuterte sie, wie die Diagnose von Asthma bronchiale bei Kindern verläuft und welche Besonderheiten bei der kindlichen Asthma-Therapie zu beachten sind.

Auf aktuelle Therapie-Ansätze bei Mukoviszidose, wie die Ivacaftor-Lumacaftor-Kombitherapie, ging Privatdozent Dr. Olaf Sommerburg vom Universitätsklinikum Heidelberg im dritten Vortrag ein. Er wies auch darauf hin, wie weit die Mukoviszidose-Forschung seit Entdeckung des Gendefekts vor 70 Jahren gekommen sei. Die Lebenserwartung der Betroffenen ist deutlich gestiegen, sodass es heute bereits mehr Erwachsene mit Mukoviszidose gäbe als Kinder. Die anschließende Pause nutzen die Besucherinnen und Besucher als Gelegenheit, um sich mit den Referenten auszutauschen und sich an den Informationsständen der Selbsthilfeorganisationen, des Lungeninformationsdienstes und des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) zu informieren.

Bedeutung der Lungenentwicklung bei Lungenkrankheiten

Privatdozentin Dr. Anne Hilgendorff vom Helmholtz Zentrum München eröffnete den zweiten Teil der Veranstaltung. Die Fachärztin für Kinder und Jugendmedizin erforscht die unvollständige Entwicklung der Lunge bei Frühgeborenen und klärte über die daraus resultierenden Probleme auf. Die mangelnde Lungenreife bei der Geburt könne sich oft auch bis ins Erwachsenenalter auswirken. Diese Bedeutung der Lungenentwicklung für Lungenkrankheiten griff auch Prof. Dr. Klaus F. Rabe von der LungenClinic Grosshansdorf in seinem Vortrag zu COPD auf: Äußere Faktoren und auch die genetischen Veranlagungen könnten durchaus Einfluss auf das Risiko für eine COPD-Erkrankung haben. Wichtig sei zudem, dass Betroffene genau verstehen, was für eine Krankheit sie überhaupt haben und die Frage klären: Was ist COPD eigentlich?

Abschließend informierte Prof. Dr. Marek Lommatzsch aus Rostock über aktuelle Therapieansätze bei Asthma. Er klärte über die Unterschiede zwischen inhalativem und systemischem Kortison (Tabletten) auf und betonte den Fortschritt, den die Asthma-Therapie in den letzten Jahren gemacht habe: Durch den Einsatz von Antikörpern (Biologika) sei mittlerweile eine sehr gezielte Behandlung von Asthma möglich.

Eine ausführliche Nachbetrachtung des Patientenforums Lunge in Dresden finden Sie hier:
Die chronisch kranke Lunge – Vorbeugen und behandeln, forschen und heilen


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