Leben mit Lungenkrebs

Viele Patienten wollen nach der medizinischen Behandlung selbst etwas für sich tun, um den Heilungsverlauf und ihre Erholung zu unterstützen. Was für Lungenkrebspatienten sinnvoll ist und was nicht, hängt stark von der persönlichen Situation ab - es gibt nur wenige pauschale Rezepte, die für alle Betroffenen Gültigkeit haben. Ob man sich mehr bewegen und anders als vor der Erkrankung ernähren möchte, ob man Hilfe bei der psychischen Bewältigung wünscht, oder ob Freunde und Familie zu alternativen Krebsmedikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln raten: Was nützt, was schadet, hängt von der persönlichen Krankheitssituation ab. Auf jeden Fall sollten alle Maßnahmen mit den behandelnden Ärzten abgestimmt werden.

Vorsichtig sollten Patienten auch sein, wenn es um die Behandlung konkreter Beschwerden geht: Für Betroffene mit Lungenkrebs ist eine gute supportive, unterstützende Behandlung wichtig, mehr dazu im Kapitel "Unterstützung bei belastenden Symptomen". Eine so genannte komplementäre oder ergänzende alternative Behandlung ist nicht das Gleiche, wird aber häufig damit verwechselt: Sie kann die supportive Therapie nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht ersetzen.

IN KÜRZE:

Tumoren kann man nicht "aushungern". Es gibt auch keine "giftige" Lebensmittel. Vitamintabletten sollte man nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt nehmen.

Ausreichende und ausgewogene Ernährung

Viele Patienten mit Lungenkrebs leiden durch die Erkrankung und die Behandlung an Appetitstörungen und Gewichtsverlust. Eine ausreichende und ausgewogene Nahrungsaufnahme ist daher wichtig. Sie kann den Allgemeinzustand günstig beeinflussen und trägt zur Verbesserung der Lebensqualität bei. Viele Ernährungsweisen, die als "Krebsdiät" beworben werden, nehmen auf die persönlichen Bedürfnisse von Lungenkrebspatienten und die Besonderheiten der Erkrankung zu wenig Rücksicht: Immer nur Brokkoli, Vitamine in hoher Dosierung oder gar nur Rohkost und Saft - solche  Empfehlungen sind einseitig und bauen nicht auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auf, auch wenn dies von den Anbietern oft behauptet wird. Auch gibt es keine Hinweise auf Lebensmittel, die für Krebspatienten regelrecht "giftig" sein sollen.

Essen, was schmeckt und gesund ist
Im Krankenhaus und während einer stationären Rehabilitation ist die Ernährungsberatung ein wichtiges Thema. Ärzte oder Ernährungsberater vermitteln individuell angepasste Empfehlungen. Dies gilt besonders für Patienten, die schon vor der Diagnose an Gewicht verloren haben und weiter abnehmen. Eine qualifizierte Beratung ist auch wichtig, wenn Betroffene während einer Behandlung nicht alles wie gewohnt vertragen.

Wirklich strenge Vorgaben sind für Krebspatienten nur bedingt sinnvoll. Entscheidend für sie ist viel eher, das zu essen, was gut verträglich ist und was schmeckt - das Stichwort heißt Wunschkost. Gerade bei Appetitmangel ist dies wichtig, damit der Spaß am Essen nicht völlig vergeht. Bei Bedarf schließt eine fundierte Ernährungstherapie auch hochkalorische Zusatznahrung ein, zum Beispiel sogenannte Astronautenkost. Diese kann der niedergelassene Arzt verschreiben, der für die Betreuung ambulant behandelter Patienten verantwortlich ist. Auch die Krankenkassen sind eine Anlaufstelle, wenn es um die Vermittlung einer Ernährungsberatung, die Eignung und die Kosten der notwendigen Produkte geht.

Hat sich der Gesundheitszustand wieder stabilisiert, ist das Gewicht wieder annähernd normal und bestehen keine Mangelerscheinungen, können Lungenkrebspatienten wieder normal essen. Für sie und ihre Familien gibt es Empfehlungen zur gesunden, ausgewogenen Ernährung von internationalen und nationalen Organisationen. Wer sich ausgewogen ernährt und keine besonderen Mangelerscheinungen hat, braucht weder zusätzliche Vitamine noch Spurenelemente noch Nahrungsergänzungsmittel.

Körperliche Aktivität: Training und Bewegung in der Nachsorge

Bewegungstherapie und Atemgymnastik beginnen für Lungenkrebspatienten meist schon im Krankenhaus. Training kann diese Physiotherapie nicht ersetzen. Sport und Bewegung tragen jedoch zur Lebensqualität bei und helfen Betroffenen, wieder Zutrauen zum eigenen Körper zu bekommen. In zahlreichen Orten haben die Landessportbünde und lokale Vereine Sportgruppen für die Krebsnachsorge eingerichtet. Unter geschulter Anleitung können Patienten dort in einer Gruppe mit anderen Betroffenen Nachwirkungen der Krebsbehandlung positiv beeinflussen und insgesamt ihr Wohlbefinden verbessern.

Sport für jeden?
Patienten mit Lungenkrebs können an solchen Kursen teilnehmen, wenn sie sich wieder erholt haben, ihre Lungenfunktion ausreichend ist,  es keine Anzeichen für Metastasen gibt und der behandelnde Arzt keine Bedenken hat. Hat ein Patient stark abgenommen, spielt auch der voraussichtliche Energieverbrauch eine Rolle, der durch ausreichende Ernährung ausgeglichen werden muss.

Mehr über regionale Angebote können Lungenkrebspatienten von ihrer Krankenkasse erfahren. Eine Adressliste bietet außerdem der Deutsche Olympische Sportbund unter www.sportprogesundheit.de, Stichwort "Angebote in Ihrer Nähe". Diese Seite listet allerdings nicht nur Krebssportgruppen, sondern auch Herz-Kreislauf-Training und weitere Angebote auf.

Krankheitsbewältigung: Die Zukunft zulassen

Nach der Diagnose einer Krebserkrankung setzen sich fast alle Betroffenen mit einer Vielzahl von bedrohlichen Gefühlen und Gedanken auseinander. Die Erkrankung wird als massiver Einschnitt erlebt. Die Zukunftsplanung bleibt offen, Zweifel an der Wirksamkeit der Behandlung und Angst vor dem Fortschreiten der Erkrankung kommen bei fast allen Betroffenen irgendwann auf. Es gibt Zeiten der Hilflosigkeit und der Niedergeschlagenheit, auch bei Patienten, deren Erkrankung voraussichtlich geheilt werden kann.
Häufig wird Lungenkrebs erst entdeckt, wenn die Erkrankung weit fortgeschritten ist. Patienten müssen dann damit rechnen, dass sich die Erkrankung zwar verlangsamen, aber nicht mehr heilen lässt. Allgemeingültige Aussagen lassen sich dennoch nicht treffen: Wie eine Erkrankung verläuft, ist nicht nur von dem genauen Ort des Tumors oder dem Krankheitsstadium abhängig, sondern beispielsweise auch vom Alter oder der allgemeinen Gesundheit des Patienten. Eine annähernde Einschätzung der Situation können nur die behandelnden Ärzte vornehmen, und auch sie können sich irren. Immer wieder gibt es unerwartete Verläufe, und die Erkrankung kann länger stabilisiert werden, als die Statistiken dies hätten erwarten lassen. Umgekehrt kann es aber auch vorkommen, dass eine Erkrankung überraschend schnell voranschreitet und nicht mehr auf eine Behandlung anspricht.

Wie können Patienten mit diesen Gefühlen umgehen? Welche Ansprechpartner gibt es? Zu diesen Fragen hält der Krebsinformationsdienst unter folgendem Link Antworten bereit: http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/lungenkrebs/leben.php

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Quellen:

Letzte Aktualisierung:

31.05.2011

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