Schutz vor Radon

© Dr. Thomas Haninger, Auswertungsstelle, Helmholtz Zentrum München

Das radioaktive Edelgas Radon kommt natürlicher Weise in Gesteinen und im Erdreich vor. Es ist nicht sichtbar, geruchs- und geschmacklos. Über Undichtigkeiten im erdberührten Bereich eines Hauses kann Radon aus dem Untergrund in unsere Wohnräume eindringen und sich dort anreichern. Dabei gibt es – aufgrund der unterschiedlichen Beschaffenheit des Untergrundes – regionale Belastungsschwerpunkte. Ob die Radonkonzentration dann auch in den Wohnungen hoch ist, hängt von der Bausubstanz ab. Schlecht isolierte Altbauten oder gar Häuser ohne Grundplatte sind besonders gefährdet.

GUT ZU WISSEN

Der Untergrund ist die Hauptquelle erhöhter Radonkonzentration in Häusern. Das radioaktive Edelgas Radon-222 kann durch Risse und Fugen, Abwasser- und Entlüftungsrohre, Rohr- und Kabeldurchführungen aus dem Erdboden in Gebäude übertreten, sich dort anreichern und zu einem erhöhten Lungenkrebsrisiko für die Bewohner führen.

Die radioaktive Strahlung des Radon beruht auf dem Zerfall seines Atomkerns. Radon bildet eine Reihe kurzlebiger Zerfallsprodukte, die sich an Aerosolpartikeln anlagern und mit der Atemluft in der Lunge deponiert werden. Radon selbst ist auch ein Zerfallsprodukt, und zwar des Uran. Man findet Uran, und infolge dessen auch Radon, in allen Böden der Erde – allerdings in unterschiedlichen Konzentrationen. So weisen granitische und vulkanische Landstriche eher hohe Uran-Gehalte auf, Schotter- und Muschelkalkgebiete eher niedrigere. Radon ist das einzige gasförmige Zwischenprodukt der Uran-Zerfallsreihe.

Es kann aus Gesteinen und Böden relativ leicht entweichen. Über die Luft oder in Wasser gelöst breitet sich das Gas über größere Entfernungen aus. Die radioaktive Strahlung wird dabei verteilt. Die Radioaktivität des Radon wird in der Einheit Becquerel (Bq) angegeben. Ein Becquerel entspricht einem radioaktiven Zerfall pro Sekunde.
 

zum Seitenanfang
Druckversion