Risikofaktoren für Lungenkrebs

Vermutlich sind bei der Entstehung von Lungenkrebs viele verschiedene Einflüsse gemeinsam beteiligt. Bei betroffenen Patienten lässt sich im Nachhinein oft nicht feststellen, was genau ihre Erkrankung im Einzelnen ausgelöst hat. Einige Faktoren, die laut vieler Studien das durchschnittliche Erkrankungsrisiko steigern, sind allerdings gut bekannt.

 

IN KÜRZE:

Rauchen ist der Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs. Je früher Jugendliche zur Zigarette greifen, desto höher ist das Risiko für ihre Gesundheit. Auch Passivrauchen erhöht das Krebsrisiko.

Rauchen

Der mit weitem Abstand wichtigste Risikofaktor ist Tabakrauch, der Hunderte schädliche Substanzen enthält. Das Lungenkrebsrisiko von Rauchern steigt bis auf das 20- bis 30-Fache des Risikos eines Nichtrauchers, abhängig davon, wie viele Jahre und wie viele Zigaretten oder andere Tabakprodukte pro Tag ein Mensch geraucht hat. Etwa jeder zehnte Raucher erkrankt im Laufe seines Lebens an Lungenkrebs, im Durchschnitt 30 bis 40 Jahre nach Beginn des Tabakkonsums. Zigarettenrauch kann bei acht bis neun von zehn männlichen Lungenkrebspatienten und bei drei bis sechs von zehn erkrankten Frauen als Hauptursache angenommen werden. Bei Pfeifenrauchern oder Zigarrenrauchern ist das Risiko für Lungenkrebs etwas geringer als bei Zigarettenrauchern, aber immer noch sehr viel höher als bei Nichtrauchern. Jedes Jahr sterben schätzungsweise 36.000 Menschen in Deutschland an Lungenkrebs durch Rauchen.

Auch Passivrauchen erhöht das Risiko: Im sogenannten Nebenstromrauch ist immer noch eine Vielzahl von Schadstoffen enthalten. Das Deutsche Krebsforschungszentrum geht davon aus, dass passives Mitrauchen jährlich bei etwa 280 Menschen zu Lungenkrebs führt, 260 Nichtraucher sterben in Deutschland pro Jahr an einem Bronchialkarzinom, weil sie Tabakrauch ausgesetzt waren.

 

GUT ZU WISSEN:

Das WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle bietet Unterstützung und Beratung auf dem Weg zum Nichtraucher. Die Telefone sind von Montag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr besetzt. Weitere Informationen unter: www.dkfz.de/de/rauchertelefon/

Lohnt es sich aufzuhören?

Das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, ist einer europäischen Studie zufolge bei männlichen Rauchern 24-mal höher als bei Männern, die nie geraucht haben. Wer aufhört zu rauchen, kann das Risiko jedoch wieder reduzieren: Bei männlichen Ex-Rauchern ist das Risiko nach mindestens zwei Jahren nur noch 7,5-fach erhöht im Vergleich zu Nie-Rauchern. Raucherinnen tragen ein fast neunmal so hohes Risiko wie Nichtraucherinnen. Hören sie auf, sinkt ihr Erkrankungsrisiko ebenfalls wieder, bleibt aber immer noch doppelt so hoch wie das lebenslanger Nie-Raucherinnen.

Verschiedene Infomaterialien und kostenlose Broschüren zum Thema Rauchen und "Nichtraucher werden" hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Internet bereitgestellt.
Die Broschüren können als PDF-Datei heruntergeladen werden unter www.bzga.de/infomaterialien/foerderung-des-nichtrauchens.

Auch die BZgA unterhält ein Beratungstelefon zur Raucherentwöhnung. Weitere Informationen gibt es hier: www.bzga.de/service/infotelefone/raucherentwoehnung.

Arbeitsplatz

Gefährlich sind hauptsächlich Schadstoffe, die als Stäube oder Dämpfe eingeatmet werden. Besonders gefährdet sind auch hier Raucher, deren Lunge vorgeschädigt ist. Bekannte Krebsauslöser sind unter anderem Asbest, Quarzstäube, Arsen, Chromate, Nickel und aromatische Kohlenwasserstoffe. Die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen zum Schutz am Arbeitsplatz sind dementsprechend streng.

 

Umwelt

Das radioaktive Edelgas Radon ist für einen - wenn auch kleineren - Teil der Lungenkrebserkrankungen in Deutschland verantwortlich. Das Gas kommt natürlicherweise in Gegenden mit hohem Uran- oder Thoriumgehalt im Boden vor, zum Beispiel im Erzgebirge, im Fichtelgebirge, im Thüringer Wald, im Schwarzwald oder im Bayerischen Wald. Wo in Deutschland die Radon-Konzentration in Wohnungen besonders hoch ist und wie man sich vor dem Gas schützen kann - zum Beispiel durch regelmäßiges Lüften -, darüber informiert das Bundesamt für Strahlenschutz unter www.bfs.de/de/ion/radon.

Eine sehr hohe Schadstoffbelastung der Außenluft kann das Lungenkrebsrisiko ebenfalls leicht erhöhen, etwa auf das Eineinhalbfache. Von Bedeutung sind hier insbesondere Dieselruß sowie Feinstäube. Weitere Informationen zum Thema sowie Links und Adressen bietet der Text "Umweltgifte". www.krebsinformation.de/themen/risiken/umweltgifte.php

Ernährung

Wie groß der Einfluss der Ernährung auf die Entstehung von Lungenkrebs ist, konnte bislang nicht abschließend geklärt werden. Untersucht wurde diese Frage bisher unter anderem im Rahmen der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC-Studie). Teilergebnisse deuten darauf hin, dass vor allem der ausreichende Verzehr von Obst vor Lungenkrebs schützen kann. Diese Schutzwirkung lässt sich durch Vitamintabletten oder andere Nahrungsergänzungsmittel jedoch nicht erreichen. Gerade Raucher sollten mit solchen Mitteln grundsätzlich vorsichtig sein: In Studien ergab sich für Raucher sogar eine Risikosteigerung, wenn sie regelmäßig Vitamintabletten einnahmen.

Vererbung

Vererbbare Faktoren scheinen bei der Entstehung von Lungenkrebs eine gewisse Rolle zu spielen. Es ist allerdings zu weiten Teilen noch nicht geklärt, wie bedeutsam sie sind und bei welchen Patienten sie tatsächlich an der Entwicklung von Lungenkrebs beteiligt sind. Forscher vermuten, dass vor allem bei sehr jung erkrankten Betroffenen genetische Risiken zur Krebsentstehung  beitragen. Aufgrund von angeborenen genetischen Instabilitäten in der Erbinformation könnte es bei ihnen zu einer beschleunigten Anhäufung von weiteren "Fehlern"  und damit auch zu Krebs kommen. Eine andere Möglichkeit ist eine angeborene besondere Empfindlichkeit gegenüber schädigenden Einflüssen. Erste Belege für genetisch bedingte Unterschiede in den körpereigenen Entgiftungs- und Reparaturmechanismen gibt es bereits.


Bisher hat die Forschung zu vererbbaren Auslösern von Lungenkrebs jedoch keine Ergebnisse erbracht, die sich für die Früherkennung oder die Vorbeugung nutzen ließen.

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

  • Informationen über Tabakkonsum in Deutschland sowie die gesundheitlichen Folgen des Rauchens bietet das WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle des Deutschen Krebsforschungszentrums unter www.dkfz.de/de/tabakkontrolle
  • Über das radioaktive Edelgas Radon als Risikofaktor für Lungenkrebs informiert das Bundesamt für Strahlenschutz (BFS) im Internet unter www.bfs.de/de/ion/radon
  • Den Einfluss der Ernährung auf die Entstehung von Krebs hat unter anderem die European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition untersucht (EPIC-Studie, in englischer Sprache unter http://epic.iarc.fr).

Letzte Aktualisierung:

26.05.11

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